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Kreuz und quer durch Mannheim

2 Apr

Durch einen glücklichen Umstand gelangte vor kurzem eine kleine Schrift in meine Hände, die ich hier keinesfalls unerwähnt lassen möchte. Hinter dem schlichten Einband dieses Taschenheftes aus dem Jahr 1954 mit dem harmlos anmutenden Titel „Kreuz und quer durch Mannheim“ offenbart sich auf 71 Seiten ganz unerwartet ein riesiger Schatz alten Wissens über unsere Stadtgeschichte. Aber Stadtgeschichte ist gar nicht richtig gesagt, denn Mannheim gab es ja schon lange vor der Stadtgründung, als Dorf. Dieses Heft erwähnt zum Beispiel das im 13. Jahrhundert verschwundene Dornheim, ein Dorf, welches zwischen Wallstadt und dem Neckar lag. Es klärt uns auf über den Jungbusch, als einen jungen Wald im Überschwemmungsgebiet und wir erfahren, dass Mannheim vor der Industrialisierung eine sehr grüne Stadt gewesen sein muss. In der Schwetzingerstadt gab es den Augarten, eine botanische Anlage mit über 20.000 Pflanzenarten, einem Warmhaus und Orangerien, zur Erforschung winterharter Pflanzen. Anstelle der Neckarstadt fanden sich früher die Neckargärten, die unter den Bürgern ausgelost wurden und die ihnen zur Selbstversorgung wie auch der Erholung dienten. Pflügersgrundstrasse, Gärtner- und Ackerstrasse geben uns heute noch Hinweise hierauf. Dieses Büchlein, dass sich seinerzeit an die Jugend richtete, die geschichliche Entwicklung ihrer Stadt zu erspüren, ist fast wie ein Blog geschrieben, in überschaubaren, nicht chronologisch geordneten Abschnitten, aber dermaßen reich an Detail-Kenntnissen, dass mein Interesse für den Autor erwachte. Es ist der Historiker Friedrich Walter, der auch Direktor des Schlossmuseums und der erste Leiter des Mannheimer Stadtarchivs war. Alle Achtung. Mit seiner Schrift gelingt es ihm, obgleich wir uns heute meistens mit oberflächlichen Phänomen befassen, einen Sinn für tiefere Schichten zu wecken und er verdeutlicht, wie weit die Vergangenheit mit den Erscheinungen unserer Gegenwart noch verknüpft ist oder nicht, mehr noch aber rief er mir wieder in Erinnerung, wie veränderlich doch das ist, was wir als gegeben und in Stein gehauen ansehen.
Für Interessierte gibt es die Möglichkeit, sich in der Stadtbibliothek das kleine Buch zum Ausleihen zu bestellen.

Kreuz und quer durch Mannheim
Heimatliche Streifzüge
Taschenbuch 1954
Friedrich Walter
in Verbindung mit Wolfgang Poensgen

(347) 04.2019

Klimademos in Mannheim

28 Mrz

Die meisten Politiker nehmen das bisher leider nicht sehr ernst. Die Klimademos. Die Schulstreiks jeden Freitag. Im Gegenteil. Wenn die Schüler*innen den Regierungspolitikern auf ihren mitgebrachten Pappschildern Untätigkeit vorwerfen und sie auffordern endlich zu handeln, haben die Politiker allen Grund zur Freude. Denn das bedeutet für sie nämlich, dass die Jugendlichen noch gar nicht gemerkt haben, wie aktiv die Regierung in Wirklichkeit ist. Und zwar sehr aktiv, aber für ganz andere Interessen. Diese sollen natürlich im günstigsten Fall weitgehend unbemerkt bleiben. Nur der Lindner von der FDP Opposition hatte sich vor Kurzem fast verplappert mit seinem Spruch über die Profis. Diese Profis kennen wir. In der guten alten Zeit wusste man in Mannheim noch, wie man sie nennt: Profitgeier, Gierhälse, Dreckspatzen, Lügenbeutel, Ausbeuter. Nur Kapitalistenschweine sollten wir nicht mehr sagen, zum Schutz der Tiere. Großkotz und Hosseschisser gehen aber noch. Wenn allerdings Politiker und Leute in verantwortlicher Position sich bei den Jungendlichen anbiedern, ohne etwas zu riskieren und ohne mutig voranzuschreiten, dann sind das Schleimscheißer. Und von denen brauchen wir aus Gründen der Artenvielfalt wie auf der Arche Noah höchsten zwei.

Mehr als 2000 Schüler*innen sind vor kurzem vom Schloß aus durch Mannheims Strassen gezogen für einen raschen Kurswechsel. Was machen eigentlich die restlichen 300.000 Mannheimer*innen? Auch für mich ist klar, so geht’s nicht weiter und ich ärgere mich, dass es keinen politischen Aufbruch gibt. Dabei geht es ja nicht allein um die Umwelt zerstörenden Emissionen. Das gesamte Prinzip der globalen Ausbeutung von Mensch und Natur muss ein Ende haben. Und das geht eben nicht allein durch private Konsumentscheidungen, sondern dafür braucht es die volle Unterstützung durch die Regierung. Mir fällt da gleich ein grosser bunter Strauß an Massnahmen ein. Stattdessen führt uns der gefühlte Stillstand nicht nur zu einer folgenreichen Klimaerwärmung, sondern auch in depressive Zustände. Das kann doch nicht sein. Die Klimaziele, deren Erreichen die Politiker verschoben haben, waren doch längst vereinbart. Da frage ich mich, warum auch nur ein Kind in Deutschlands Schulen sitzen bleiben muss. Aber es geht nicht um Strafe und es ist sehr gut, dass die Proteste gewaltfrei sind und bleiben. Denn mit ihrer Forderung nach Klimagerechtigkeit stossen sie vor in eine neue Dimension weltumfassender Solidarität. Das Ziel, so verstehe ich das, ist eine lebenswerte, gewaltfreiere Welt. Wir sollten alle dabei sein.

Klimademos in Mannheim
FRIDAYS FOR FUTURE

(346) 03.2019

BUGA 75 Design

8 Mrz

Die Faszination, die von der Bundesgartenschau 1975 in Mannheim noch heute ausgeht, liegt auch in dem ziemlich starken Design begründet, zu welchem man sich damals entschieden hatte. Da kommt die 2 im roten Quadrat heute nicht mit und auch nicht das N T M und schon gar nicht das k der Kunsthalle. Die damals neuen, stilprägenden Elemente wie Pantone und soft-edge-design sind heute zum Standard entwickelt. Das im BUGA Logo enthaltene hohe gestalterische Versprechen konnte allerdings zunehmend weniger eingelöst werden. Mit Ausnahme der Spielplätze endete seither nahezu jede gestalterische Veränderung insbesondere im Luisenpark in einer Designkatastrophe. Ein Spaziergang unter Gesichtspunkten guten Designs kommt heute einem orientierungslosen Umherirren gleich, bei der nur die Irrtümer Zeichen setzen.

Der Designer des BUGA 75 Logos Reinhard Lorenz ist letztes Jahr im Januar 2018 in seiner badischen Heimatstadt Achern im Alter von 86 Jahren gestorben. Das MARCHIVUM, Mannheims neues Stadtarchiv, veranstaltet übrigens vom 24. März bis zum 18. August 2019 eine Ausstellung zur BUGA 75.

BUGA 75 Design

(344) 03.2019

Feuerio Carnevalsgesellschaft

17 Feb

Feuerio. Nicht zu verwechseln mit dem Starkbier gleichen Namens. Feuerio, die Karnevalsgesellschaft. Der grösste Karnevalsverein von ganz Mannheim. Bonzenverein, hat man früher gesagt. Da versammelt sich die CDU, sagt man glaube ich heute noch. Zum Lachen gehen die nicht in den Keller, sondern in den Rosengarten. Dort lachen sie auch über den Sarottimohr vom Capitol und verteilen dazu Mohrenköpfe, habe ich in der Zeitung gelesen. Den Weissen Ball veranstalten sie auch, für die feine Gesellschaft, soll schön sein. Ist aber nicht meine Welt. Da bin ich eher für die Feueriotropfen zu haben. Kannst du glauben.

Feuerio
Große Carnevalsgesellschaft e.V.
Heppenheimer Straße 13-15
68309 Mannheim
Telefon: 0621 44 77 00

(342) 02.2019

LED Wand am MVV Hochhaus

7 Feb


Foto Neckarstadtblog

Es war einfach zu krass, zu schrill, zu rot, als dass sich jeder über die neue, erste und bisher einzige LED Videowand in Mannheim am MVV Hochhaus hätte freuen können, die seit Dezember 2018 in Betrieb ist. Über Mannheim und seine Beziehung zur Farbe rot habe ich mich ja hier schon ausgelassen, jedenfalls bluteten vielen schon nach halber Fertigstellung die Augen wie in Ludwigshafen. Und es gibt ja auch tatsächlich Argumente.
Das Hochhaus, übrigens ein Mitzlaff-Bau aus dem Jahr 1961, ragt am Neckar in den Himmel. Daher hatte der Architekt klugerweise zartes hellblau gewählt, das sowohl der Neckarbrüh, wie auch dem Himmel gerecht wird. Die große Videotafel fügt sich allerdings weder in das eine, noch in das andere ein, vor allem nicht, wenn sie pink leuchtet. Das Haus wird jetzt Leuchtturm genannt und diese Bezeichnung verrät ungewollt auch etwas über seine Randlage am Luisenring, Durchgangsstraße für Autos und kaum Fußgänger. Im Gegensatz zum New Yorker Times Sqare oder dem Viertel Shibuya in Tokyo, sind die neuen Lichter nicht Teil einer bunten Zusammenballung, wo wirklich Rummel ist, hier führt eher eine metropole Illusion Regie, aber warum nicht. Was die Lichtemissionen betrifft ist Mannheim (mit Ludwigshafen) sowieso nachts eine recht helle Stadt. Zur Eindämmung von Lichtemissionen wir vom BUND empfohlen, die Beleuchtung auf das Mindestmaß in Abhängigkeit vom damit verfolgten Zweck zu begrenzen und die Fernwirkung von Lichtquellen durch Begrenzung der Höhe der Lichtquelle zu beschränken und das wird bei neuen Straßenlaternen auch berücksichtigt. Wie es den Tieren mit der Tafel geht, weiß ich nicht, aber mittlerweile fühlen sich Anwohner in ihren Wohnungen durch die schrille Beleuchtung gestört, Autofahrer fühlen sich abgelenkt, andere widerum trauern dem ungestörten romantischen Sonnenuntergang am Neckar nach.

Jedenfalls gibt es auch schon eine online-Petition zum Abschalten. Der Mannheimer Morgen hielt sich bisher mit Kritik zurück. Kein Wunder, es sollen ja auch seine Schlagzeilen über die Tafel flimmern. Aber irgendwie, mal ganz abgesehen davon, dass es eigentlich nur um recht billigen Content geht, der ausgestrahlt wird, während von der kreativen Kultur, die sich Mannheim auf die Fahne schreibt auf der Tafel nicht zu sehen ist, (die Technik würde es möglich machen, was Besonderes zu zeigen), scheint die MVV reagiert zu haben und hat die Farbe gewechselt. Ich werte das mal als einen kreativen Anfang, vielleich ein Neustart. Sollte mein nächster Artikel heißen Mannheim ist blau?

LED WAND am MVV Haus
MVV Energie AG
Luisenring 49
68159 Mannheim

(341) 02.2019

Der Geheimcode der Stadtbewertung

12 Jan

Wir kennen es von Arbeitszeugnissen, aber auch aus Immoblienanzeigen. Eine vermeintlich gute Eigenschaft entpuppt sich als Codewort für Schwächen, Mängel oder Fehler. Wer aber hätte gedacht, dass auch bei Stadtbeschreibungen ein geheimer Code existiert? Ja, Arbeiter verkaufen ihre Arbeitskraft, Immoblienhändler verkaufen Häuser und auch Städte müssen sich heute auf dem Markt anbieten, sei es für Touristen oder Investoren, und was wird heutzutage eigentlich nicht verkauft? Nach aufwändiger Recherche ist es nun erstmals gelungen, den Geheimcode für unsere Stadtbewertung zu entschlüsseln. ALLES MANNHEIM veröffentlicht nun die schockierenden Ergebnisse exclusiv für seine Leserinnen und Leser. Ihr müsst jetzt ganz stark sein.

Hier die am häufigsten genannten Eigenschaften, die Mannheim und ihre Bewohner beschreibt und ihre wahre Bedeutung:

ehrlich – nichts auf der Kante, arm
vielfältig – ohne Profil, verzettelt sich gerne, wechselhaft
innovativ – es gibt viele Nörgler
kreativ – wenig erfolgreich, unprofessionell
weltoffen – nicht zum sesshaft werden geeignet, nur so lang wie nötig bleiben
charmant – überspielt lieber die Schwächen, anstatt sie zu bearbeiten
direkt – mangelnde Umgangsformen, unhöflich
dynamisch – unruhig, nervig
authentisch – checkts einfach nicht
bodenständig – kommt nicht aus dem Quark

Liebe Leserinnen und Leser, jetzt wissen wir endlich, was wir von solchen Attributen zu halten haben und von nun an seid bitte sehr aufmerksam, wenn ein solches in Zusammenhang mit Mannheim verwendet wird.

Der Geheimcode der Stadtbewertung
Exclusive Enthüllung

(337) 01.2019

Mannheim von morgen

1 Jan

Zufällig in M2 beim Umgekrempelt-Laden von Isabelle Kempf vorbeigekommen, fand ich dort in einer Auslage vor dem Schaufenster diesen Faltplan. Mannheim von morgen. Ein Stadtplan für nachhaltiges Leben und sinnvolles Engagement. Aufgelistet und eingezeichnet sind dort unter verschiedenen Kategorien Läden, Cafes oder Initiativen die im Sinne eines sozial-ökologischen Wandels der Gesellschaft in Mannheim agieren. Seit Kurzem gibt es in Mannheim eine Transition-Town Initative, die diese Karte mit erstellt hat, die sich online hoffentlich rasch erweitert. Unser Nachbar Heidelberg ist übrigens schon lange Transition-Town und so wurde es hier auch echt an der Zeit. Die zarten Pflänzchen, die uns Lust auf eine mögliche Welt von morgen machen, sollten wir natürlich heute schon nach Kräften unterstützen und nutzen. Dabei geht es nicht nur um Konsum, sondern auch um Mitwirken, Ideenaustausch und Begegnung. Es sind Gemeinschaftsgärten, Werkstätten, share communities, Öko- und Secondhand-Läden, die unsere Stadt als kleinen Teil einer globalen Verknüpfung begreifen und nun auf lokaler Ebene in Mannheim Zeichen setzen und durch zuweilen aufopferungsvolles Engagement Verantwortung miteinander und füreinander übernehmen. Für ein bessere Welt und ein besseres Mannheim schon heute. Der Plan von morgen finanziert sich durch Spenden.

Mannheim von morgen
Stadtplan für nachhaltiges und sinnvolles Engagement
transition-mannheim.org

(336) 01.2019

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