Mannheim Eishockeystadt

29 Apr

Mannheim ist Eishockeystadt. Das bedeutet zuweilen: nichts für schwache Nerven. Ich bin jedenfalls froh, dass ich das letzte Playoff Spiel überlebt habe. Eine unheimliche Spannung war das gegen München und wenn deine Farben blau, weiß rot sind, kannst du ja nicht anders, dann musst du mitfiebern, mitzittern, mitbangen und hoffen. Und dann auch noch Overtime. Die Adler spielten superstark auf Angriff, die Münchner lauerten auf Konter bis endlich irgendwie das entscheidende Tor reinging. Unglaubliche Befreiung, unglaublicher Jubel. Eine riesen Meisterschaft.

Mannheim Eishockeystadt
Adler Mannheim, Deutscher Meister 2019
SAP Arena
An der Arena 1
68163 Mannheim
Tel.: 0621 – 18190 – 204

(349) 04.2019

Die Metzgerei

16 Apr

Es gibt ja Leute, die machen einen Bogen um das kleine Bistro mit der Außenbestuhlung, weil es ihnen zu hip erscheint und jedem hip Sein misstrauen, vielleicht, weil es ihnen nicht authentisch, nicht bodenständig genug vorkommt, oder einfach weil ein Zapfhahn fehlt. Das kann aber ungerecht sein, besonders im Fall einer Weinbar. Vielleicht hilft es, sich vor Augen zu halten, dass auch in jener Zeit, als es nur schwarz-weiß Fotografien gab, manches modern erschien und auch nicht immer schon traditionell war. Ich weiss es nicht. Jedenfalls wird Die Metzgerei hier doch ziemlich und völlig zu recht gefeiert.
Wir betreten nun die kleine, im Jahr 2016 eröffnete Gaststätte, und fast alle Tische sind besetzt, der helle Raum ist erfüllt mit lebhaften Gesprächen, das Leben zu genießen ist jetzt angesagt. Man hatte den schönen Lindenhof ja vor einiger Zeit schon fast abgeschrieben als einen verschnarchten Altersruhesitz, in dem man beim spazieren gehen meint, sich unter einer grossen Glocke zu befinden. Und nun dürfen wir, ob hip oder nicht, freudig registrieren, dass an der Ecke Rheindammstrasse fleissig am frischen Wind gearbeitet wird, mit einem überaus freundlichem Service, gutem Kuchen und täglich frischen Speisen.
Nur ich weiß nicht, ob es wirklich nötig ist, Buddhastatuen als Statement für Ruhe und Achtsamkeit im Klo aufzustellen. In meinen Augen beschädigt das unnötig die vorhandene Glaubwürdigkeit und gerade die braucht es doch, viel mehr noch als den Zeitgeist, für eine gute, zukünftige Tradition. Aber, ich muss dazu sagen, hier jammere ich schon auf recht hohem Niveau.

Die Metzgerei
Bistro, Weinbar
Rheinparkstraße 4
68163 Mannheim
0621 83252615

(348) 04.2019

Kreuz und quer durch Mannheim

2 Apr

Durch einen glücklichen Umstand gelangte vor kurzem eine kleine Schrift in meine Hände, die ich hier keinesfalls unerwähnt lassen möchte. Hinter dem schlichten Einband dieses Taschenheftes aus dem Jahr 1954 mit dem harmlos anmutenden Titel „Kreuz und quer durch Mannheim“ offenbart sich auf 71 Seiten ganz unerwartet ein riesiger Schatz alten Wissens über unsere Stadtgeschichte. Aber Stadtgeschichte ist gar nicht richtig gesagt, denn Mannheim gab es ja schon lange vor der Stadtgründung, als Dorf. Dieses Heft erwähnt zum Beispiel das im 13. Jahrhundert verschwundene Dornheim, ein Dorf, welches zwischen Wallstadt und dem Neckar lag. Es klärt uns auf über den Jungbusch, als einen jungen Wald im Überschwemmungsgebiet und wir erfahren, dass Mannheim vor der Industrialisierung eine sehr grüne Stadt gewesen sein muss. In der Schwetzingerstadt gab es den Augarten, eine botanische Anlage mit über 20.000 Pflanzenarten, einem Warmhaus und Orangerien, zur Erforschung winterharter Pflanzen. Anstelle der Neckarstadt fanden sich früher die Neckargärten, die unter den Bürgern ausgelost wurden und die ihnen zur Selbstversorgung wie auch der Erholung dienten. Pflügersgrundstrasse, Gärtner- und Ackerstrasse geben uns heute noch Hinweise hierauf. Dieses Büchlein, dass sich seinerzeit an die Jugend richtete, die geschichliche Entwicklung ihrer Stadt zu erspüren, ist fast wie ein Blog geschrieben, in überschaubaren, nicht chronologisch geordneten Abschnitten, aber dermaßen reich an Detail-Kenntnissen, dass mein Interesse für den Autor erwachte. Es ist der Historiker Friedrich Walter, der auch Direktor des Schlossmuseums und der erste Leiter des Mannheimer Stadtarchivs war. Alle Achtung. Mit seiner Schrift gelingt es ihm, obgleich wir uns heute meistens mit oberflächlichen Phänomen befassen, einen Sinn für tiefere Schichten zu wecken und er verdeutlicht, wie weit die Vergangenheit mit den Erscheinungen unserer Gegenwart noch verknüpft ist oder nicht, mehr noch aber rief er mir wieder in Erinnerung, wie veränderlich doch das ist, was wir als gegeben und in Stein gehauen ansehen.
Für Interessierte gibt es die Möglichkeit, sich in der Stadtbibliothek das kleine Buch zum Ausleihen zu bestellen.

Kreuz und quer durch Mannheim
Heimatliche Streifzüge
Taschenbuch 1954
Friedrich Walter
in Verbindung mit Wolfgang Poensgen

(347) 04.2019

Klimademos in Mannheim

28 Mrz

Die meisten Politiker nehmen das bisher leider nicht sehr ernst. Die Klimademos. Die Schulstreiks jeden Freitag. Im Gegenteil. Wenn die Schüler*innen den Regierungspolitikern auf ihren mitgebrachten Pappschildern Untätigkeit vorwerfen und sie auffordern endlich zu handeln, haben die Politiker allen Grund zur Freude. Denn das bedeutet für sie nämlich, dass die Jugendlichen noch gar nicht gemerkt haben, wie aktiv die Regierung in Wirklichkeit ist. Und zwar sehr aktiv, aber für ganz andere Interessen. Diese sollen natürlich im günstigsten Fall weitgehend unbemerkt bleiben. Nur der Lindner von der FDP Opposition hatte sich vor Kurzem fast verplappert mit seinem Spruch über die Profis. Diese Profis kennen wir. In der guten alten Zeit wusste man in Mannheim noch, wie man sie nennt: Profitgeier, Gierhälse, Dreckspatzen, Lügenbeutel, Ausbeuter. Nur Kapitalistenschweine sollten wir nicht mehr sagen, zum Schutz der Tiere. Großkotz und Hosseschisser gehen aber noch. Wenn allerdings Politiker und Leute in verantwortlicher Position sich bei den Jungendlichen anbiedern, ohne etwas zu riskieren und ohne mutig voranzuschreiten, dann sind das Schleimscheißer. Und von denen brauchen wir aus Gründen der Artenvielfalt wie auf der Arche Noah höchsten zwei.

Mehr als 2000 Schüler*innen sind vor kurzem vom Schloß aus durch Mannheims Strassen gezogen für einen raschen Kurswechsel. Was machen eigentlich die restlichen 300.000 Mannheimer*innen? Auch für mich ist klar, so geht’s nicht weiter und ich ärgere mich, dass es keinen politischen Aufbruch gibt. Dabei geht es ja nicht allein um die Umwelt zerstörenden Emissionen. Das gesamte Prinzip der globalen Ausbeutung von Mensch und Natur muss ein Ende haben. Und das geht eben nicht allein durch private Konsumentscheidungen, sondern dafür braucht es die volle Unterstützung durch die Regierung. Mir fällt da gleich ein grosser bunter Strauß an Massnahmen ein. Stattdessen führt uns der gefühlte Stillstand nicht nur zu einer folgenreichen Klimaerwärmung, sondern auch in depressive Zustände. Das kann doch nicht sein. Die Klimaziele, deren Erreichen die Politiker verschoben haben, waren doch längst vereinbart. Da frage ich mich, warum auch nur ein Kind in Deutschlands Schulen sitzen bleiben muss. Aber es geht nicht um Strafe und es ist sehr gut, dass die Proteste gewaltfrei sind und bleiben. Denn mit ihrer Forderung nach Klimagerechtigkeit stossen sie vor in eine neue Dimension weltumfassender Solidarität. Das Ziel, so verstehe ich das, ist eine lebenswerte, gewaltfreiere Welt. Wir sollten alle dabei sein.

Klimademos in Mannheim
FRIDAYS FOR FUTURE

(346) 03.2019

Capitol

14 Mrz

Also Leute, so eine schönes Kino und so ein Theater! Dieses endlose hin und her wegen eines alten Sarotti-Mohrs. Ob er bleiben kann oder nicht. Natürlich kann der weg, der alte Kram. Das braucht kein Mensch. Ist doch sowieso Reklame. Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist. Ich meine, die alte Werbefigur ist von der Kolonialzeit geprägt, das sieht doch heutzutage ein Blinder mit Krückstock. Also was solls. Bevor sich jetzt noch mehr Leute dran aufgeilen und ihre Witze machen und extra große Mohrenköpfe kaufen und mit breitem Grinsen verspeisen, kommt er halt weg. Das ist im Grunde wie bei den Waldhof Buwe: Auf gehts und vorwärts! Sonst kannst du nicht gewinnen. Na ja, das Capitol. Früher waren da jede Woche super Konzerte, in der Schall und Rauch Ära von Matthias Graupner. Da sind auch viele schwarze Jazz Musiker aufgetreten. Manfred Rinderspacher, der Fotograf, hat davon viele wunderbare Fotos gemacht, die könnte man zeigen. Aber, das will wohl heute niemand wissen. Na ja, das Programm ist jetzt meistens mehr so… Kleinkunst oder Comedy. Wobei, das Capitol war auch mal ganz großes Kino. Das größte 1927 und ist immer noch wunderschön mit Kuppeldecke und so, herrlich. Es ist auf jeden Fall gut, dass kein Supermarkt draus geworden ist. Obwohl, nee, na ja doch.

Capitol
Eventhaus mit dem besonderen Flair für Konzerte, Music Shows, Comedy und Kabarett.
Waldhofstraße 2, 68169 Mannheim
0621 3367333

(345) 03.2019

BUGA 75 Design

8 Mrz

Die Faszination, die von der Bundesgartenschau 1975 in Mannheim noch heute ausgeht, liegt auch in dem ziemlich starken Design begründet, zu welchem man sich damals entschieden hatte. Da kommt die 2 im roten Quadrat heute nicht mit und auch nicht das N T M und schon gar nicht das k der Kunsthalle. Die damals neuen, stilprägenden Elemente wie Pantone und soft-edge-design sind heute zum Standard entwickelt. Das im BUGA Logo enthaltene hohe gestalterische Versprechen konnte allerdings zunehmend weniger eingelöst werden. Mit Ausnahme der Spielplätze endete seither nahezu jede gestalterische Veränderung insbesondere im Luisenpark in einer Designkatastrophe. Ein Spaziergang unter Gesichtspunkten guten Designs kommt heute einem orientierungslosen Umherirren gleich, bei der nur die Irrtümer Zeichen setzen.

Der Designer des BUGA 75 Logos Reinhard Lorenz ist letztes Jahr im Januar 2018 in seiner badischen Heimatstadt Achern im Alter von 86 Jahren gestorben. Das MARCHIVUM, Mannheims neues Stadtarchiv, veranstaltet übrigens vom 24. März bis zum 18. August 2019 eine Ausstellung zur BUGA 75.

BUGA 75 Design

(344) 03.2019

Das Resopalseminar

25 Feb

Das Resopalseminar ist nicht etwa eine Lehrveranstaltung für kratzfeste Möbeloberflächen, sondern, obwohl auch Gesang dabei, im Grunde eine Instrumentalband und da spare ich mir jetzt viele Worte. Slidegitarre, Ukulele, Meeresrauschen, das müsste eigentlich genügen, um sich eine Vorstellung von ihrer Musik zu machen. Gut, ich nenne noch Hawaii und Exotica.
Im Idealfall vermittelt die Band eine perlende und vollkommene Beiläufigkeit, die uns an nichts Geringeres als an unseren paradiesischen Ursprung erinnert, unser Leben nicht Kampf und Rivalität, sondern ein Zustand absichtslosen Seins. Außer Spass an der Freude verfolgt das Resopalseminar auch keine weiteren Absichten, feiern aber dieses Jahr immerhin schon ihr dreißig jähriges Bestehen. Vielleicht gibt´s ja mal wieder die ein oder andere Gelegenheit, sie live zu erleben.

Das Resopalseminar
Mannheimer Musik-Band

aktuelle Besetzung:
Frank Laubner – Gitarre und Gesang, Taro Patch
Manfred Nabinger – Gitarre, Hawaiigitarre, Ukulelenbanfo
Robert Strohmeyer – Bass-Ukulele
Ralf Prangenberg – Gesang, Ukulele

(343) 02.2019

STARTUP MANNHEIM

die Stadt auf meiner Seite

MAWAYOFLIFE

Just another WordPress.com site

Kunstblog-Mannheim.de

Ausstellungen in Mannheim und Umgebung

Düsiblog - Matthias Düsi

die Stadt auf meiner Seite

Urban Hacking

die Stadt auf meiner Seite

KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V.

die Stadt auf meiner Seite

Marchivum

die Stadt auf meiner Seite

FotoBlog:Mannheim

Daheim ist der Himmel blauer...

Monnemerin

die Stadt auf meiner Seite

Mannheimat

die Stadt auf meiner Seite

POLITKALENDER | MANNHEIM

die Stadt auf meiner Seite

Neckarstadt-Blog

die Stadt auf meiner Seite

Neckarstadtblog

Neues aus unserem Quartier

Mannheim Blog

die Stadt auf meiner Seite

Popklub – Das IndiePopZine

die Stadt auf meiner Seite

Mannheim - tactually - Soul Shopping

die Stadt auf meiner Seite

Underpop

die Stadt auf meiner Seite

FuckYeahMannheim!

die Stadt auf meiner Seite