Tag Archives: Block 9

Großkraftwerk GKM Block 9

11 Nov

WAS war da eigentlich los? Im Jahr 2007 wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff KLIMAKATASTROPHE zum Wort des Jahres und ein Jahr später 2008 kamen in Mannheim nicht mal ganze 16.000 Unterschriften gegen den Bau des Block 9, des mit Steinkohle betriebenen Kohlekraftwerks zusammen. Nun, die Frage war nicht, wollt ihr weiterhin durch das Verbrennen fossiler Bodenschätze das Polareis zum Schmelzen bringen, sondern: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Mannheim vor der Erweiterung des Großkraftwerks Mannheim (Block 9) einen qualifizierten Bebauungsplan für den Standort GKM in Mannheim (Erweiterung) aufstellt und zur Sicherung der Planung eine Veränderungssperre erlässt und damit eine entgegenstehende Beschlusslage des Gemeinderats in dieser Frage aufhebt?“ Gut, der demokratisch gewählte Gemeinderat hatte ja bereits nach bestem Wissen und Gewissen entschieden und diesem Großprojekt die Genehmigung erteilt.

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Der Philosoph Peter Sloderdijk meint: „Das Wissen hat wesenhaft einen Rückstand auf die Wirklichkeit – ja, man könnte sagen, es trifft prinzipiell verspätet ein. Angesichts dessen drängt sich die Frage auf, ob aus der Verspätung des Wissens gefolgert werden muss, dass es auch in Bezug auf unsere künftigen Probleme notwendigerweise zu spät komme. Glücklicherweise sind wir in der Lage, diese Frage verneinen zu können. Es gibt eine prognostische Intelligenz, die sich genau in der Lücke zwischen „spät“ und „zu spät“ geltend macht. Diese Intelligenz ist es, die sich hier und heute energisch artikulieren soll. Während bisher für einen Großteil des menschlichen Lernen das Gesetz galt, dass man allein „aus Schaden klug wird“, muss die prognostische Intelligenz klug werden wollen, bevor der Schaden eingetreten ist – ein Novum in der Geschichte des Lernens.“

GKM2

Das Mannheimer Umweltforum brachte allerdings schon 2008 ein umfassendes kritisches Positionspapier heraus, das Alternativen zur Kohle aufzeigte. Natürlich kann man einem Großkraftwerk kaum vorhalten, dass es im großen Stil Energie erzeugt. Schließlich nutzen wir den Strom und durch die Kraft-Wärme-Kopplung zum Glück auch die Fernwärme. Man muss auch zugute halten, dass mit der Inbetriebnahme von Block 9 zwei weniger effiziente Blöcke abgeschaltet werden und tatsächlich weniger CO2 Emissionen erwartet werden. Gleichzeitig ist eine Investition von 1,2 Milliarden Euro nicht gerade der vom deutschen Umweltrat vorgeschlagene Ausstieg aus der Kohle-Strom-Erzeugung. Die aus Kolumbien importierte Steinkohle verhält sich natürlich nicht klimaneutral. Für die Zukunft ist ein CO2 Abscheidungsverfahren CSS geplant, welches aber das noch ungelöste Problem der ENDLAGERUNG mit sich bringt, denn das Gas verschwindet ja nicht einfach.
Das GKM gehört in Teilen jeweils zu EnBW, RWE und MVV. In diesen Energiegesellschaften steckt eine Menge Geld kommunaler Sparkassen usw., sodass Politker bei der Erstellung der Erneuerbaren-Energie-Gesetze immer auch widersprüchliche Interessen berücksichtigen, ganz zu Schweigen vom zweifelhaften Handel mit Europäischen Emissionszertifikaten. Wenn ich zudem bedenke, dass die nicht erneuerbaren Rohstoffvorkommen bereits in die Bilanzen großer Kapitalgesellschaften einfließen, die, würden sie vernünftigerweise nicht mehr benötigt, als geplatzte Blase zu immensen Wertverlusten an den Finanzmärkten führen, dann sind wir schon mitten in der Kapitalismuskritik, erst recht, wenn die soziale Karte gegen die ökologische Karte gespielt wird.
2015 wird der Block 9 seinen Betrieb aufnehmen, mit Verspätung wegen der hohen Anforderungen an Stahl und Schweißnähte. 2050 werden unsere Kinder und Enkel möglicherweise eines der letzten Kohlekraftwerke Deutschlands in Mannheim vorfinden. Wer es sich jetzt schon anschauen will, kommt am besten mit dem FAHRRAD, kombiniert mit einer Tour durch den schönen Waldpark, oder dann auch mit der Fähre über den Rhein nach Altrip und weiter…

GKM3

Großkraftwerk GKM Block 9
Marguerrestraße 1
68199 Mannheim
Tel: (06 21) 8 68-0

(184) 11.2014

Mannheimer Luft

7 Jan

Himmel

Die gute Nachricht: Die Luft in Mannheim ist sauberer geworden und sie ist sauberer als in Stuttgart! 2012 bekam Mannheimer Luft die Note 3-4, im Jahre 1985 war es noch eine 5-6. Dies und mehr zeigen die Tabellen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Auch eine Langzeitstudie des Gesundheitsamtes brachte im Vergleich mit anderen Orten zum Glück keine erhöhten Risiken für Atemwegserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Gut, von der Sauberkeit der Luft im Schwarzwald sind wir sicherlich noch weiter entfernt, als die Kilometer dorthin. Weniger Individualverkehr könnte nicht schaden. Ein Blick in die 72- seitige Umwelterklärung des Mercedes Benz Werkes in Mannheim zeigt auch, wie vielschichtig das Thema für einen Produktionsbetrieb ist. Der umstrittene Bau des Block 9, der 2015 in Betrieb genommen werden soll, bringt bei der Kohleverbrennung durch Kraft-Wärme Kopplung zwar einen größeren Wirkungsgrad als bisher, fraglich bleibt aber, ob nicht doch zusätzliche Emissionsmengen entstehen, die anders hätten vermieden werden können. Immerhin war das Mannheimer Großkraftwerk mit unvorstellbaren 6,5 Millionen Tonnen CO2 Ausstoß auf Platz zwei in Deutschland, für uns Stadtbewohner heißt das im Landesvergleich eine deutlich höhere Belastung.

Luft2

Neben dem Aspekt der Gesundheitsgefährdung haben wir aber auch noch die Gerüche. Allem voran unsere Nasen wittern die Duftstoffe oder eben den Gestank, der uns umgibt. Im Jahre 1978 setzte die Stadt über die Firma Ökoplana mehr als 80 Testriecher ein, um ein komplettes Geruchskataster der Stadt zu erstellen. Die Ergebnisse dieses Versuches konnte ich leider nicht auffinden. In einem Artikel der Zeit wird hierzu angedeutet, die Untersuchungen wurden aufgrund von Interessenskonflikten eingestellt.
Doch es hat sich in den letzten Jahrzehnten auch einiges getan. Wie es früher ständig roch, riechen wir heute, wenn manchmal die Filter versagen.
Lassen wir jetzt mal den Burgunderbraten beiseite, der aus Nachbars Küche dampft, es gibt einige markante Geruchs-und Gestankquellen, die wir hier noch benennen sollten: Fast schon ein Wahrzeichen Mannheims ist der Geruch (kakaoartiger Gestank) der Schokoladenfabrik ADM Schokinag , die zum Beispiel Schokolade für die berühmten Mozartkugeln herstellt. (War Mozart nicht auch mal in Mannheim?) Die BASF in Ludwigshafen bei vorwiegendem Westwind (chemisch), Eichbaum (malzig), Öhlmühlen (ranzig), Papierwerke SCA (schwefelig). Welche Betriebe noch so in Frage kommen, lässt sich vielleicht durch Eingabe der Postleitzahl bei der Emmissionsliste des Umweltbundesamtes herausfinden. Und manch ein Bewohner der Vogelstang weiß, wenn ein Landwirt bei Ostwind seine Gülle ausbringt, ist auch was geboten.

Mannheimer Luft
Umwelttelefon der Stadt Mannheim: 293 – 7422

(115)

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