Tag Archives: Innenstadt

Neckarwiese

19 Jun

Vergleicht man die Mannheimer Neckarwiese mit der Heidelberger, wird der essenzielle Unterschied zwischen beiden Städten deutlich. Dort ein kleines Stück kultiviertes Rasengrün mit Blick auf die romantische Schloßruine, Promenade und Bänke, auf denen man sich ohne weiteres über Joseph von Eichendorffs Taugenichts mit japanischen Studentinnen austauscht, oder hier kilometerlang naturbelassene Wiese, die schätzungsweise höchstens zwei mal jährlich eine Mahd erhält, Blick auf Industrieanlagen und Strommasten und wenn´s gut läuft, kannst du hier mit einem Ceylan-Spruch punkten. Dort gepflegte öffentliche Toilettenanlagen und hier .. ähh… Aber mal ehrlich, wenn ich wählen müsste, wo ich meinen Urlaub verbringen sollte, auf dem Rasen oder auf der Wiese, also da kannst du mich auch gleich fragen, ob ich ins Schwimmbad will oder ans Meer. Weeschwie’sch-män?

Neckarwiese

(276) 06.2017

Schaufenster 39

24 Apr

Schaufenster 39
Geschenkeladen
Mannheim, Filsbach
H4

(268) 04.2017

Antekima

12 Mrz

Eigentlich sind Klamotten nicht so mein Ding, aber als ich beim Bummeln entdeckte, dass das Antekima Ende März zu macht, verspürte ich einen sehr wehmütigen Schmerz. Es ist ja nicht nur so, dass wieder ein kleiner Inhaber geführter Laden in den Quadraten schließt, das Antekima gibt es seit 46(!) Jahren. Und jetzt rechnen wir mal: Schon 1971, also zwei Jahre nach Woodstock, machte die Boutique mit selbst zusammengenähten Kleidern auf. Ein kurzer Blick auf die Musik-Charts der damaligen Zeit: Nein, nicht Mohikana Shalali von Heino! T.Rex mit Hot Love, die Rolling Stones Brown Sugar, Melanie Brand New Key. Und wenn diese Künstler damals in Mannheim shoppen gegangen wären, hätte man sie zweifellos im Antekima getroffen. Ganz klar, neben Flohmärkten war das Antekima der Laden fürs originale Hippie-Outfit und ja, es gab auch in Mannheim welche und nicht nur in Heidelberg.
1979 war das Antekima in U3 ein wirklich schöner Laden und soweit ich mich erinnere auch mein Lieferant für Tiger Balsam.

Als es später nach Q2 näher an die Planken ging, ließ es nicht nur den Patchouli Geruch hinter sich, sondern leider auch einen sehr charmanten Altbau. Das sage ich mit einem tiefen Seufzer, denn in die modernen Räume zog es mich dann nicht mehr allzusehr hinein. Es ist aber doch irgendwie so, dass sich nun einer der wenigen noch sichtbaren Geister aus jener Zeit aus dem Mannheimer Geschäftsleben verabschiedet und Mode ist eben auch philosophisch. Im hinteren Teil des Ladens finden sich Jacken, Ponchos, handgearbeitet mit ethnischen Mustern, nicht als trendiger Gag, sondern verknüpft mit der Idee einer globaler Emanzipation und einer respektvollen Freude an kultureller Vielfalt. Und irgendwie klingt für mich die alte Hippiehymne von Jefferson Airplane up against the wall Motherf *****s auch heute immer noch mehr nach einem Aufruf zur Überwindung von Grenzen, die die Menschen trennen, als nach einem Aufruf zur alles überrollenden Globalisierung.
Kann man einer Generation vorwerfen, dass sie bunte phantsievolle Träume hatte? Ich sag mal danke, dass sie so lange an ihnen festhielten. Bis zum 30.3. gibts hier noch Hammer-Schnäppchen und auch die Ladeneinrichtung steht zum Verkauf. Alla dann, alles Gute.

Antekima
Q2, 6
68161 Mannheim

(264) 03.2017

Schaufenster #37

8 Feb

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Stell dein Licht nicht unter den Scheffel.

Fitesta
T6, 27
68199 Mannheim

(259) 02.2017

Q6 Q7

7 Dez

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Wieder einmal eine Großbaustelle beendet und wieder hat niemand die Geschichte der Arbeiter aus Rumänien, Polen, oder auch der deutschen Bauingenieurin erzählt, die hier Jahre ihres Lebens mit der Fertigstellung verbracht haben. Schade, das hätte ich auch spannend gefunden. So nehmen wir nach vier Jahren Bauzeit zum Advent besondes den Glitzerglanz der strahlend neu erschaffenen Einkaufswelt wahr. Mannheims erste Mall eröffnete am 29. September 2016. Ob es uns nun gefällt oder nicht, der umstrittene PRIMARK ist ein Hauptanziehungspunkt und liegt vom Wasserturm her kommend gleich am Anfang des Komplexes. Bei PRIMARK sind die Klamotten nicht nach Größe, sondern nach Preisen sortiert, vor dem Eingang scheint sich eine Warte – und Treffzone zu etablieren.

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Gleich daneben geht es hinein in die eigentliche Mall, die sich im Wesentlichen von innen her erschließt. Vom seitlichen Eingang nimmt die Ladenstraße einen Bogen zur Mitte hin und löst so das von außen gegebene Rechteck auf. Geschwungene und auch runde Formen entstehen. Das ist nicht unangenehm. Die Läden verteilen sich auf drei Ebenen, dem Unter – Erd- und 1.Obergeschoss. Auf einen Schlag sind mit der Mall eine Vielzahl an Geschäften zusätzlich in die Innenstadt gekommen und mich begleitet ein mulmiges Gefühl, denn es heißt ja, dass der Kuchen nicht größer wird, sondern sich nur anders verteilt.

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Jochen Schweitzer zum Beispiel ist so ein Laden, dem ich hier nicht allzu lange gebe, aber natürlich wünsche ich mir keine Leerstände, obwohl ich mit den meisten Geschäften eigentlich nicht so viel anfangen kann. Vom FC Bayern Fan-shop bis Zara-home, nicht unbedingt der nötige Bedarf, sondern wenn wir ehrlich sind, entbehrliche Luxus- und Konsumartikel, auch wenn ein Laden Schnaps und Liebe heißt. Die meisten Modefilialketten kommen eher recht humorlos daher. Nun, wie immer gibt es auch Ausnahmen.

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Letztlich mag das alles ja jeder sehen wie er will. Ich denke, viele Angebote richten sich insbesondere an die Damenwelt.

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Ich möchte gar nicht unterschlagen, dass die Betreiber Diringer & Scheidel schon auch für eine Mischung gesorgt haben. Es gibt eine Art Kiosk, eine Apotheke und im Untergeschoß ein Reformhaus, einen DM-Markt und insbesondere einen REWE-Markt, der nach neuesten Standards ausgestattet ist, extrem großzügig wirkt und die Angebotspalette in Richtung Feinkost erweitert hat. Im Untergeschoß auch verschiedene recht groß angelegte Imbisse mit vielen Sitzmöglichkeiten. Klar, wir sind ja immer noch irgendwie auch in der Fressgass.

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Zu erwähnen ist wohl auch noch die Butiq im Obergeschoss, ein Konzept-Store der schon bei Engelhorn zu Gast war. Hier gibt’s regionales Design zu schauen und, schluck, zu happigen Preisen zu kaufen. Erschwinglich jedoch die berühmten bunten Socken von Jungfeld, die ich mir übrigens zu Weihnachten wünsche.

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Jetzt aber noch mal raus und zu einer echten Neuerung. Zwischen den beiden Quadraten ist der Münzplatz entstanden, teilweise überdacht aber vor allem als leichte Anhöhe gestaltet, was mir gut gefällt. Von hier aus findet man Zugang zu weiterer Gastronomie, Fontanella, ein Burgerladen namens die Kuh die lacht, warum auch immer, und Oh Julia, eine ziemlich große italienische Einrichtung mit verschiedenen Sitzgelegenheiten und unter anderem einem bühnenähnlichen Raum mit Treppen, bei dem man meint, an guten Abenden könnte Frank Sinatra im weißen Dinnerjacket herunterspazieren. Die Illusion hat jedenfalls Größe.

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Der Münzplatz ist zur Weihnachtszeit mit einem Tannenbaum und vielen Lichtern geschmückt und entwickelt sich aktuell zum Top Selfie-zu-zweit-Punkt.
Entspannung für den Parksuchverkehr bringt tatsächlich auch das Parkhaus mit über 1300 Stellplätzen und einer Einfahrtshöhe von 2,10 m.

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Fazit: Die Welt der schönen Waren ist nicht nur bürgerliche Schein-oder Ersatzwelt, sie ist auch Realwirtschaft. Als in sich geschlossene Inszenierung wendet die Mall sich naturgemäß vom öffentlichem Raum ab und versucht eine Sogwirkung zu erzeugen. Das gelingt den Betreibern in Q6 Q7 durch die architektonische Gestaltung und die Mischung der Angebote bisher wohl ganz gut. Für die Innenstadt insgesamt entstehen hierdurch nicht zwangsläufig positive Impulse. Durch die Bequemlichkeiten der geschützen Mall (kein Verkehr, kein Wetter, keine Bettler etc.) können manche Einzelhändler draußen leicht in Vergessenheit geraten. Aber auch innerhalb der Mall steht die Sache durch Konkurrenzdruck immer auf Messers Schneide. Die Qualität der Innenstadt kann natürlich auch nicht nur von privatwirtschaftlichen Interessen definiert werden. Als nächstes wären mal Grünanlagen wie zum Beispiel der Lameygarten im Nachbarquadrat an der Reihe. Vielleicht lassen sich ja Diringer & Scheidel als Mäzene gewinnen. Wie auch immer, ich werde auch trotz der Mall das Schaufensterbummeln an der frischen Luft nicht aufgeben.

Q6 Q7
Einkaufscenter
Mannheim, Innenstadt

(253) 12.2016

Mannheimer Friedensengel

27 Nov

friedensengel

Leider steht der Friedensengel des Bildhauers Gerhard Marcks etwas im Schatten. Ich habe ihn fürs Foto daher ein wenig aufgehellt. Man entdeckt ihn neben der Spitalkirche in E6, von wo er in Richtung Rathausparkplatz blickt. Ich finde, er hat eine tolle Symbolkraft.

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Erschaffen wurde der Friedensengel zur Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur. Der Künstler selbst erhielt 1937 Ausstellungsverbot, seine Werke wurden von den Nazis beschlagnahmt und als entartet gebrandmarkt. In Mannheim gibt es von Gerhard Marcks auch noch die Skulptur „zwei Freunde„.

Mannheimer Friedensengel
Mahnmal
E6 , Mannheim

(249) 11.2016

upper glass

11 Jul

Bier ist das neue Fleisch. Die Metamorphose des alten Eckgeschäftes der ehemaligen Metzgerei Zehner scheint mir nun beendet. Zuvor konnte man noch im Schuhladen Zeha quasi wie in einer Übergangsform kuriose Relikte des Fleischerhandwerks sehen, welche die schuhledernen Auslagen umgaben.

DSC01400

upper glass craftbeer shop & warehouse klingt doch sehr modern und auch die perfekte Austtattung wirkt auf mich fast wie das Klischee eines guten Hipster-Ladens, das Angebot ist geradezu überschäumend. Schon am Schaufenster kommt man ins Staunen über die ungeahnte Artenvielfalt, die sich auf den ordentlich aufgereihten Fläschchen durch bunte, handgemacht wirkende Etiketten zeigt. Diese Farbenfreude auf den meist braunen Gläsern will uns auch schon Hinweise auf die vielfältigen Aromen geben, welche sie enthalten. Schließlich ist alles Bier nach Ländern sortiert. Offenbar, weil jedes Volk eigene Brautraditionen pflegt und natürlich auch die Herkunft des Hopfens eine wichtige Rolle spielt. Überhaupt scheint ja dieser Hopfen für das Bier so bedeutend zu sein, wie die Reben für den Wein. Da mir die kleinen Brauereien unbekannt sind, treffe ich im Grunde unter hunderten verschiedenen Bieren eine blinde Auswahl, wobei ich sicherheitshalber die allerhochprozentigsten und das Sauerbier außen vorlasse. Schließlich lasse ich meine Auswahl vom freundlichen Mitarbeiter begutachten und nehme bei dieser Gelegenheit gleich noch eine Probe von einem der fünf Biere, die frisch aus dem Fass gezapft mitgenommen werden können. Dieses überzeugt derart, dass ich schweren Herzens das Pale Ale namens Longboard aus Hawai stehen lasse, zugunsten eben jenes dreifach kaltgehopften Weizenbieres aus Aschaffenburg. Gute 18 Euro blättere ich für mein zusammen gestelltes Sixpack hin. Nicht wenig Geld, aber in geselliger Runde gab es doch jede Menge Spaß mit dem zarten Spiel der Mangofrüchte, dem vollen runden Klang von Bitternoten und dem überraschenden Anflug der Heidelbeeren. Das, will ich meinen, ist dann schon etwas wert.

upper glass – craftbeer shop & warehouse
R6 6, 68161 Mannheim
Telefon: 0621 33640002

(236) 07.2016

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