Tag Archives: Jungbusch

Neckarwiese

19 Jun

Vergleicht man die Mannheimer Neckarwiese mit der Heidelberger, wird der essenzielle Unterschied zwischen beiden Städten deutlich. Dort ein kleines Stück kultiviertes Rasengrün mit Blick auf die romantische Schloßruine, Promenade und Bänke, auf denen man sich ohne weiteres über Joseph von Eichendorffs Taugenichts mit japanischen Studentinnen austauscht, oder hier kilometerlang naturbelassene Wiese, die schätzungsweise höchstens zwei mal jährlich eine Mahd erhält, Blick auf Industrieanlagen und Strommasten und wenn´s gut läuft, kannst du hier mit einem Ceylan-Spruch punkten. Dort gepflegte öffentliche Toilettenanlagen und hier .. ähh… Aber mal ehrlich, wenn ich wählen müsste, wo ich meinen Urlaub verbringen sollte, auf dem Rasen oder auf der Wiese, also da kannst du mich auch gleich fragen, ob ich ins Schwimmbad will oder ans Meer. Weeschwie’sch-män?

Neckarwiese

(276) 06.2017

Kurt-Schumacher-Brücke

7 Jan

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Der Aufgang zur Brücke kam wirklich keiner Einladung gleich, aber wie so häufig eilten seine Gedanken seinen Empfindungen voraus.

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C-HUB …

26 Nov

… und warum es keine gute Idee ist, das C-HUB „Das Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse“ zu nennen.

c-hub

Leute, Leute , Leute, bleibt mal auf dem Teppich! Ein Gründerzentrum für die Kreativ-Branche ist schön. Ein Gründerzentrum für die Kreativ-Branche im Jungbusch neben der Pop Akademie und der Stadtgalerie Port 25 ist noch schöner, aber deswegen muss man ja nicht gleich übermütig werden. Es ist eigentlich schon ein dicker Hund, dass wahrscheinlich 99% aller Mannheimer mit dem Begriff C-HUB nichts anfangen können und ich deswegen erstmal Übersetzungsarbeit leiste. C steht wahrscheinlich für die englische Schreibweise von Kreativ also Creative und HUB ist hier nicht der Weg, den der gute alte Kolben im Zylinder zurücklegt, sondern die Bezeichnung des Knotenpunktes eines Netzwerkes, in diesem Fall ist eben das Gebäude der Knotenpunkt und somit ein Zentrum für die Kreativwirtschaft. (Architekten, Designer, Fotografen, Mode, etc.) Soweit, so gut.

Warum aber das C-HUB im offiziellen Slogan das Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse nennen? Klar, die SPD hat schmerzlich und schockierend bei der Landtagswahl ihr Direktmandat in den klassischen Mannheimer Arbeitervierteln wie Waldhof oder Schönau an die AFD verloren. So könnte es also eine Idee sein, den traditionellen Nenner Arbeiterklasse weiterzutragen und ihn einer neuen Ziel- und Wählergruppe anzuheften. Eine Gruppe, die akademisch gebildet ist, sich als sozial integriert ansehen kann und sich Aufstiegschancen erhofft. So geht anhängen. Was aber ist mit der alten Arbeiterklasse? Die befindet sich in der Unterschicht, oder an deren Rand. Reinigt vielleicht Böden im C-HUB oder putzt die Glasfronten, erfährt nur geringe soziale Anerkennung und hat kaum Aufstiegschancen. So geht abhängen. Dafür können die Kreativen jetzt erstmal nichts, doch nehme ich die Politik in die Pflicht, über diese gesellschaftliche Gräben Brücken zu bauen und wenigstens mit einer vernünftigen Wortwahl zur Verständigung beizutragen und nicht Abgrenzungen zu provozieren. Neu gegen alt. Jedes fünfte Kind in Mannheim gilt als arm und es steht zu befürchten, dass die Armut sich fortsetzt und wächst. Angesichts dessen ist der Slogan von der neuen Arbeiterklasse im C-HUB leider zynisch. Doch es ist eigentlich noch schlimmer, denn würde der Slogan seine kreativen Akteure im Klassenbewusstsein ernst nehmen, wäre nicht die Befreiung und Überwindung der Klassen als Manifestation ungerechter Kapital- und Machtverhältnisse das erstrebenswerte Ziel? Statt dessen versuchen wir, mit einem peinlichen Witz zu punkten? So geht verraten und verkauft. Das haben das C-HUB und die Kreativen in Mannheim nicht verdient. Also lasst euch bitte was neues einfallen.

C-HUB
Kreativwirtschaftszentrum Mannheim
Hafenstraße 25 – 27
68159 Mannheim

(248) 11.2016

Schwefelplatz

11 Nov

20151108_115749
Wo, wenn nicht neben der Teufelsbrücke, sollte der Schwefelplatz sein?

online Petition
Quartiermanagement

Schwefelplatz
(245) 11.2016

Taproom

4 Jul

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Gerade noch träumte ich in meinem letzten Artikel von Bieren, wie es sie in ganz Mannheim nicht gibt, da wache ich auf und muss entdecken, dass mein Traum schon längst wahr geworden ist und zwar im Jungbusch. Klar, mal wieder in unserem heißgeliebten wie abgefuckten Stadtteil, der sich gar nicht anpassen will.
Der rauchfreie Schankraum, von dem ich jetzt rede, eröffnete bereits 2015 in der Beilstraße und wenn ich das richtig sehe, ist er auch schon viel beschrieben und allseits gelobt worden. Taproom heißt das gute Stück und ist die geniale Bierbar in Mannheim, wenn nicht sogar weit und breit. Nicht, dass ich ein Kenner wäre, aber allein schon der Anblick der zwölf Zapfhähne, von denen keiner dem anderen gleicht, lassen große Freude aufkommen. Es gibt eine Theke und Tische aus Holz, natürlich ohne Häkeldeckchen und den Kaffee muss du auch woanders besorgen, aber du spürst auf Anhieb, dass hier etwas mit sehr, sehr viel Lust und Liebe geschieht.
Ich könnte jetzt ein sogenanntes Tasting mit kleinen Proben der unglaublichsten Biere aus aller Welt nehmen, doch ich entscheide mich für ein ordentliches Glas mit schäumendem, herzhaftem Indian Pale gleichsam als Steilvorlage und Vorsatz, bald wiederzukommen. Und was soll ich sagen, es schmeckt herrlich.

Taproom
Beilstr. 4
68159 Mannheim
Tel.: 0621 31958881

(235) 07.2016

Nachmittags Jungbusch Blues

7 Mrz

Ich hab mich mol widder verlore
in de näh vunn de jungbuschbrick
wees widder net wohi mit mir
und find net nach haus zurück

kiez2

laaf ziellos durch die gasse
de himmel is ah so grau
in moinem herze sieht´s net anerscht aus
un käner werd werklich draus schlau

ich hab mich verlore, widder mol
hab mich verlore und moi glick,
des kummt und des kummt
und des kummt und des kummt, ich glaab des kummt heut nimmer zurick.

kiez

Dahäm wärs schäh,
awwer von do musst ich halt fort
hab ä weilche geglaabt, dass es widder so werd
irgendwann mol an em annere ort

mit der zeit donn ware die spure
hämwärts fortgewischt
kä hiweisschild, kä haltestell
kä offni tür in sicht.

ich hab mich verlore, widder mol
hab mich verlore und moi glick,
des kummt und des kummt
und des kummt und des kummt, ich glaab des kummt heut nimmer zurick.

Nachmittags Jungbusch Blues
(224) 03.2016

Nachtwandel

23 Sep

nachtwandel5

Wie kommt es eigentlich, dass ich noch nicht über den Nachtwandel im Jungbusch berichtet habe? (obwohl dies eine meiner Lieblingsveranstaltungen ist) Nun ja, anfangs dachte ich, ein Geheimtipp ist ja nur geheim, solange man nicht darüber spricht. Später dann, als 30.000 Besucher kamen, dachte ich, den Nachtwandel kennt ja jetzt ohnehin jeder. Nun aber, da die Veranstaltung offensichtlich an Grenzen gestoßen, ja sogar in Frage steht, scheint es mir allerdings höchste Zeit, meinen Senf dazuzugeben.

Nachtwandel

Es ist aber gar nicht so leicht, das Wesen dieses Treibens zu beschreiben. Poesie ist nun mal Poesie und Musik ebenso eine eigene Sprache, wie auch Bilder keine Worte sind. Da haben wir nun drei Elemente des Nachtwandels, denen wir an Orten begegnen, die wir möglicherweise sogar eher meiden.

Nachtwandel2

Der Nachtwandel ist kein Sommerfest. Ein herbstlich kühler Hauch hat uns befreit aus der sommerlichen Verschmelzung, begleitet uns und lässt mit leichtem Schauer ahnen, wie verloren man wäre, ohne Licht, ohne wärmende Hülle, allein. Mit gutem Schuhwerk und mit Freunden sollten wir hier sein, uns nicht mit Bier oder Alkohol zuschütten. So haben wir alle Chancen, uns beeindrucken zu lassen und zahlreiche Erinnerungen mitzunehmen.

Nachtwandel6

Erinnerung an eine Lesung erotischer Literatur von Oskar Wilde in der Onkel Otto Bar. General Schweißtropf, aus dem Fenster des Blau die Inhalte seines DIN A4 Ordners deklamierend. Im Keller des Begegnungszentrums Punk, Hardcore und Muli-Relax-Foundation. Ein Blick über die Schulter des Karikaturenzeichners Hannes Mercker an seinem Zeichentisch sitzend bei der Arbeit. Erinnerung an ein intimes Konzert von Norbert Schwefel im Kirchenkeller, ungläubiges Staunen im berüchtigten Café Palme über den Gitarristen der Altrocker Finoha, der im Schlafanzug einen 4 Stunden Auftritt absolviert und damit seinen Schlagzeuger an den Rande des Herzinfarktes bringt.

Nachwtandel3

Hinaufsteigen zu fremden Wohnungen und wieder hinab. Wir blicken in verzauberte Hinterhöfe, tragen Glanz in unseren Augen, obwohl es nur wenig zu kaufen gibt. Aktuell über 70 Stationen sind an zwei Tagen im Oktober zu bestaunen in einem Kiez, der gerade mal acht Blocks groß ist. Und wie wir so wandeln und all dies in uns aufnehmen, sind wir Teil dieser wunderbaren Veranstaltung, die hoffentlich noch häufig wiederkehrt.

Nachtwandel4

Nachtwandel, Jungbusch
seit 2004 an 2 Tagen im Oktober
23. und 24. Oktober 2015, 19 bis 24 Uhr

(214) 09.2015

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