Tag Archives: Neckar

Unnamed Road

28 Okt

Der sechste Geburtstag von ALLES MANNHEIM und mir fehlen viele Worte, nachdem gestern und vorgestern der großartige General Schweißtropf auf dem Nachtwandel alles Wichtige und Wesentliche was zu sagen ist aus dem Fenster des Blau hinausgerufen hat. Aber auch Google fehlen manchmal die Worte und bezeichnet diesen schmalen Weg am Neckarkanal zwischen MARUBA und Feudenheimer Schleuse als unnamed road, was aber völlig in Ordnung ist. Schließlich sind die unbekannten, unbenannten Wege manchmal auch die schönsten. Dem Neckar und dem Rhein fehlt übrigens das Wasser. Die Pegelstände sind auf historischem Tiefststand und durch das Niedrigwasser ist der zunehmend auf größere Schiffe getrimmte Flussverkehr erheblich eingeschränkt. Aktuell sind hier die Kleinen im Vorteil.
Jedenfalls ist ein Geburtstag auch eine Gelegenheit, danke zu sagen für eure Besuche. Danke! 🙂

Unnamed Road
68167 Mannheim

(329) 10.2018

Kurpfalzbrücke am Abend

26 Jul

Eigentlich könnte man ja jeden Tag ein Bild von der Kurpfalzbrücke aus schießen, aber heute war´s mal wieder besonders schön. Doch die scheinbar ruhige Stimmung täuscht. Am ersten Ferientag pulsiert abends bei 29°C am Alten Meßplatz das Leben. Und die wohl mehr als hundert Halsbandsittiche auf der entgegengesetzten Seite haben in ihrem Baum auch noch keine Ruhe gefunden und sind durch ihr lautes Zwitschern besser zu hören als zu sehen.

Kurpfalzbrücke am Abend

(317) 07.2018

Tractatus monnemae I

5 Nov

Vom Mittelpunkt.

Es wird häufig belächelt, dass sich Mannheimer mit ihrer Stadt als den Mittelpunkt der Welt betrachten und natürlich ist es leicht, dies als Spinnerei abzutun. Wer aber fragt nach den Gründen für diesen scheinbaren Realitätsverlust? Welche Gesetze liegen hier zugrunde? Was bestimmt unsere Verfasstheit. Sind Charakter und Eigenart nicht Phänomene einer Prägung durch fortwährende Erfahrung? Die Erfahrung eines Mannheimer Berufspendlers zum Beispiel, der fast täglich eine Neckarbrücke überquert. Über der Mitte des Flusses wird er seinen Blick kurz um 90 Grad wenden, um auf den Neckar zu schauen und wird dabei im Herbst und Frühjahr einer rot aufgehenden Sonne ansichtig. (die aufgehende Sonne natürlich ist auch eine ganz und gar subjektive Wahrnehmung, da die Erde sich ja dreht). Jedenfalls erscheint sie ihm tief in einer wie in die Unendlichkeit reichende Ferne, wobei sich diese Perspektive durch die Gradlinigkeit des Flusses bedeutsam verstärkt.


Archivbild: der Blick nach Osten

Am Abend wendet er seinen Blick an gleicher Stelle zur anderen Seite, auf der nun, erneut in weiter Ferne, die Sonne über dem Fluß untergeht. Auf dieser Ost-West Achse, die fast einer unendlichen Geraden gleicht, aber eben doch eine Strecke ist, erlebt unser Pendler seinen Horizont durch den Verlauf der Sonne als eine 180 Grad Durchmessung und damit, zwar etwas unscharf, aber doch deutlich genug, als einen Halbkreis und es scheint ihm, als befände er sich auf dem Durchmesser und hätte die Zirkelspitze eingeschlagen. Den Gesetzen der Geometrie folgend befindet er sich somit auf oder zumindest sehr in der Nähe des Kreismittelpunktes. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich dererlei Wahrnehmungen eher unterschwellig vollziehen und bei nicht wenigen Mannheimern rufen solche Betrachtungen bestenfalls mitleidiges Unverständnis hervor. Schließlich weiß man ja, wer man ist und was man ist und deutet damit die lange Geschichte Mannheims als Arbeiterstadt an oder bringt vielleicht sogar die gegen die Preußen aufsässige Badische Identität ins Spiel. Gewiss. Doch entstammt Mannheims städtebauliches Konzept nicht einer Zeit des Absolutismus, deren herausragende Figur König Ludwig XIV. wir allgemein als Sonnenkönig kennen? Jedenfalls ist Mannheim rundum von der Sonne beschienen, was, nebenbei bemerkt, bei manchen Mannheimern zu chronisch zusammengekniffen Augen führt, hinter denen aber häufig unvermutet ein launiger Witzbold steckt.


Archivbild: der Blick nach Westen

Der Autor Thomas Baumann unternahm schon 2016 in einer viel beachteten Publikation zum Mittelpunkt Mannheims den Versuch, das Phänomen zu beleuchten. Sein fundamentaler Ansatz der reinen Vermessungstechnik griff aber m.E. zu kurz, genauer gesagt landete in Käfertal, da er die mentalen wie materiellen Bedingungen des Gesamtumfeldes, die in dieser Angelgenheit des Mittelpunktempfindens einwirken, nicht ausreichend berücksichtigte. Als Bewohner der Oberrheinischen Tiefebene findet der Mannheimer die natürlichen Grenzen seines gewohnten Lebensraums westlich an den Rändern des Pfälzerwaldes, östlich an den Hängen des Odenwaldes. Diese Grenzen sind selbstverständlich nicht unüberwindbar, aber innerhalb dieser Grenzen findet er in Bezug auf Licht, Klima, Vegetation, seine gewohnten Lebensbedingungen vor, gleichzeitig vermitteln ihm die Berghänge ein Gefühl des Eingebettetseins. Nach Norden und Süden flachen die Berge ab und auch diese Tatsache führt zu einer gefühlten Grenze, da nun die gewohnte Geborgenheit durch die Berge fehlt. So lässt sich vorläufig feststellen, dass Mannheim tatsächlich in Bezug auf Entfernung und Umkreis einen Mittelpunkt darstellt, ja mehr noch, diese Mitte keine Einbildung, sondern gleichsam eine emotionale Wiege im Selbstverständnis seiner Bewohner ist und sein muss. Nicht also aus Protest, Unwissenheit oder Willkür, sondern gewissermaßen als conditio monnemae.

Tractatus monnemae I

(290) 11.2017

Neckarspitze

29 Dez

Neckarspitze

Am Nullpunkt. Auf der Friesenheimer Insel markiert ein Schild mit einer großen 0 die Mündung des Neckars in den Rhein. Ab hier wird das Neckarufer zum Rheinufer. Gegenüber blicken wir auf die Neckarspitze und auf das Ludwigshafener Rheinufer mit BASF Industriegelände. Wenig Idylle und das Rauschen der Anlagen übertönt den Fluss. Dennoch irgendwie ein Fluchtpunkt.

Neckarspitze2

371 Kilometer schlängelt sich der Neckar von Schwenningen, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn schließlich durch den Odenwald über Mosbach, Eberbach und Heidelberg bis nach Mannheim. Seine Mündung lag jedoch nicht immer hier. Vor der Rheinbegradigung 1862  zum Beispiel mündete er schon etwa 2 Kilometer früher  auf der Höhe  der Inselstraße und  er floß auch lange Zeit deutlich südlicher, nämlich  bei Neckarau in den Rhein und wurde so zum Namensgeber dieses Ortes, der heute ein Mannheimer Stadtteil ist.  Vor 14.000 Jahren jedoch suchte sich der Neckar seinen Weg von Ladenburg aus über Viernheim nach  Lorsch, um in wilden Schlangenlinien vorbei an Bensheim schließlich bei Trebur hinter Darmstadt in den Rhein zu fließen. Dieser Weg verlandete aber und so gelang dem Neckar vor rund 9000 Jahren der Durchbruch zu uns nach Mannheim.

neckarspitze4

Zurück zur Neckarspitze, die auf der anderen Uferseite im Handelshafen als das spitze Ende eines stumpfwinkligen Dreiecks in Erscheinung tritt. Diese Stelle erreichen wir über die Neckarvorlandstraße vom Jungbusch aus oder über die Werfthallenstraße vom Parkring. Am Ende der Straßen führt von einem LKW-Parkplatz  eine Privatstraße vorbei an hohen Bunkerkesseln  zum letzten Zipfel, der aus Gestein gebildet ist.  Von hier hat man eine sehr schöne Aussicht und kann die Vereinigung von Rhein und Neckar gebührend feiern.

neckarspitze3

Neckarspitze
Werfthallenstraße
Mannheim

(220) 12.2015

Die verlassenen Gärten auf der Friesenheimer Insel

28 Okt

EINST GAB ES auf der Friesenheimer Insel einige Gärten vor dem Damm zum Neckar hin. Sie lagen fast auf der Höhe der Neckarspitze und gehörten zur Kleingartenanlage hinter der Kammerschleuse. Nach mehreren Hochwassern in den 80er und 90er Jahren wurden sie aufgegeben. Es befanden sich auch einige kleine Steinhäuser darauf, die nach dem 2. Weltkrieg als Unterkunft dienten, aber wahrscheinlich abgetragen wurden. Man überließ das Gelände sich selbst und Brombeeren wucherten. Von der früheren Gartenpracht lassen nur noch einige Obstbäume ahnen, die wundersam frei im umgebenden Dickicht stehen und zu denen geheimnissvolle schmale Schneisen führen. Weder Krähen noch andere Vögel sind hier Besucher gewohnt.

VG

Einen Einblick in diese verzauberte Welt, ohne sich die Kleider an Dornen zu zerreißen, bietet diese FOTOSTRECKE.

Die verlassenen Gärten auf der Friesenheimer Insel
vor dem Neckardamm hinter der Kammerschleuse

(181) 10.2014

Guerilla-Stricken in Mannheim

26 Jun

Jede Ära hat ihre Zeichen und Symbole. Manche Zeichen unserer Zeit werden in Mannheim, wie in vielen anderen Städten auch, gestrickt und gehäkelt. Eine eher weibliche Spielart der Aneignung des öffentlichen Raumes.

Guerilla-Stricken2

Ich denke, es ist ein bisschen wie bloggen mit Wolle. Wenn´s fertig ist, haut man sein Zeug raus und freut sich, wenn´s jemandem gefällt. Auch wenn es diesen Slogan Strickt dagegen gibt, oftmals ist das Werk selbst die Botschaft und selten mit politischen Statements verbunden. Es muss bunt sein. Kaum wird in grau gestrickt, jedoch häufig anonym, obwohl es sich nicht um Sachbeschädigung handelt. Die Klorollenmützen, die bereits in den Siebzigern alle Grenzen des guten Geschmacks überschritten hatten, könnten den Aktivistinnen eine Warnung sein, trotz allem Enthusiasmus Augenmaß zu bewahren. Viele Aktionen sind nur kurze Zeit zu sehen und die Strickerinnen fotografieren sie daher nach Fertigstellung auch gleich. In der Neckarstadt-West hingegen konnten sie im Juni bereits den ersten Geburtstag des Häkeltors feiern, welches sich zu einer kleinen Mannheimer Sehenswürdigkeit entwickelt hat.

Guerilla-Stricken

Guerilla-Stricken in Mannheim
Häkeltor
Riedfeldstraße / Ecke Draisstraße
Neckarstadt-West

(154) 06.2014

Kurpfalzbrücke, Neckarwiese

9 Mrz

Unter der Kurpfalzbrücke

An einem frühen, wunderschönen Frühlingssonntag geht bald die Sonne unter. Der Blick hindurch unter die Kurpfalzbrücke auf die Neckarwiese, Neckarstadtseite. Es wird gespielt, gegrillt und gefeiert.
Tageshöchttemperatur: 20,2° C 15:30 Uhr.

Kurpfalzbrücke, Neckarwiese
09.März 2014

(129)

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