Tag Archives: Rhein

Kurt-Schumacher-Brücke

7 Jan

20161230_152241

Der Aufgang zur Brücke kam wirklich keiner Einladung gleich, aber wie so häufig eilten seine Gedanken seinen Empfindungen voraus.

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Rheinfähre Altrip-Mannheim

12 Jul

faehre

Bauwerft: Neue Germersheimer Schiffswerft,
Baujahr: 1991
Bau-Nr: 853

Länge über alles: 39m / 46m
Länge Rumpf: 27m / 34 m
Länge Klappen: 6m

Breite: 10,57m
Tiefgang: 0,80m
Freibord: 0,65m

Decksladefläche: 189m²
Tragfähigkeit: 45 Tonnen
Transportleistung: 18 / 21 PKW

Antriebsleistung Maschinen: 256KW / ca. 286kw
Antrieb: 2x VPS Voith Schneider Propeller
Geschwindigkeit: ca. 11km/h

Umbaukosten: ca. 1. Million Euro
Umbauzeit: 01.11.2011 – 12.03.2012

Quellen: Binnenschifferforum 

… ganz klar, die Autofähre nach Altrip ist meine Lieblingstrumpfkarte im Mannheimer Verkehrsmittelquartett. Aber nicht nur wegen der Zahlen, im Grunde mag ich sie schon von Kindheit an, da ich ausschließlich Freizeit und Fahrradausflüge mit ihr verbinde. Auf dem offenen Deck weht der Fahrtwind wie Urlaub. Auf der anderen Seite des Rheins geht es wunderschön  den  Hauptdeichweg  weiter, an Wäldern und Baggerseen entlang nach Speyer oder zur Kollerinsel oder, oder… Übrigens auch eine sehr  schöne Strecke für Skater, die allerdings auf Strümpfen übersetzen müssen.

Der Fährverkehr zwischen Neckarau und Altrip hat eine schon  weit über tausend Jahre alte Tradition, wie der Heimatverein Altrip darlegt. Seit über 750 Jahre sind die Fährrechte tatsächlich  nachgewiesen.
Heute wird die Fähre von einer Gesellschaft mit 50% Beteiligung von Mannheim, 20% Altrip und 30% dem Rhein-Pfalz-Kreis betrieben und unter der Woche hauptsächlich von Berufspendlern genutzt, gelegentliche Staus nicht ausgeschlossen.

von Altrip aus

Auf dem Rückweg bietet sich uns abermals ein Perspektivwechsel: vom kleinen idylischen Altrip aus wirkt die Mannheimer Ansicht seltsam bizarr.

Rheinfähre Altrip-Mannheim
68199 Rheinfähre
ganzjähriger Betrieb

(209) 07.2015

Die kleine Unterführung zum Schlossgarten

8 Okt

Hinter dem Schlossflügel im Osten, auf Höhe von L5, abseits der Brückenauffahrt zum Lindenhof, liegt der Einstieg, versteckt und fast geheim. Nur wenige Fußgänger wagen sich die Treppenstufen hinab, um dreizehn Bahngleise zu unterqueren, von denen zehn über den mit reißenden Strudeln voranströmenden Rhein führen und drei in einen düsteren Hafen.

Unterführung1

Nachts, wenn kein diffuses Tageslicht mildernde Umstände gewährt, verstärken Neonröhren ihre Leuchtkraft und lassen unzählige Farben in feuchtem Glanz hervortreten, so frisch, als hätte sich eben noch Sprühnebel auf die Wände gelegt.

Unterführung2

Kryptisches Zeichen, unbekannte, sich überlagernde Formeln geben Zeugnis wiederholter ritueller Handlungen und Beschwörungen, um die Geister jenes, in der Vorzeit von den Ahnen mit grauen Kacheln ausgestalteten ANGSTRAUMS zu bannen.

Unterführung3

Die Unterführung endet am Aufstieg zum Monte Gogolo. Nun beleuchten einzig die Bildschirme von Smartphones, deren Besitzer auf  Bänken am Wegesrand lagern, den Pfad.  Er führt zu zwei paralell angeordneten röhrenartigen Hallen.

Unterführung4

Diese Räume offenbaren neue gewaltige Dimensionen des Ritus. In erschreckender Leibhaftigkeit brechen aus den Schriftzeichen Dämonen, fremdartige Wesen und Visionen hervor, nur durch eine Mixtur geheimer, schnell härtender Substanzen daran gehindert, ihr gekacheltes Gefängnis zu verlassen.

Unterführung5

Kleine Unterführung zum Schlossgarten
Mannheim
Innenstadt/Lindenhof

(177) 10.2014

Strandbad, Feierabend

5 Jul

Strandbad1

Der Witz ist: keine der beiden Uhren geht richtig. Aber das ist egal. Für die am Strandbad Versammelten zählen nicht die Minuten, sondern einzig und allein der Stand der Sonne. Zumindest trifft dies am hinteren Teil zu, da wo der Campingplatz beginnt, freie sonnengegerbte Oberkörper zum Dresscode gehören, Pizza Venetia und Pommes mit lauter Stimme ausgerufen werden und sich müde Füße auf den bereitgestellten Stühlen ablegen dürfen.

Strandbad2

Die Tage sind noch lang und es ist schon Feierabend. Nicht Freitag, Samstag, Sonntag, sondern unter der Woche. Das bedeutet, kaum Grillgerüche, wenig los und keinen Parkplatzstress.
Der traditionelle Trubel, der hier am Wochenende herrscht, zeigt wiederum, dass es in der Bevölkerung eine enorme Nachfrage nach frei zugänglichen und attraktiven Naturflächen gibt, wenn sie, wie am Strandbad, mit Sanitäranlagen und Trinkwasser ausgestattet sind. Die Stadt Mannheim plant, den Campingplatz aufzuwerten. Hoffen wir, dass das gut geht.

Strandbad 4

Wir sitzen am Wasser und entspannen bei blauem Himmel, während sich die Sonne westwärts neigt. Die Bewegungen des Stroms mit seinen wechselnden Lichteffekten, kleine springende Fische am Uferrand, vorbeiziehende Ruderboote und Frachtschiffe, der Blick aufs gegenüberliegende bewaldete Ufer und schräg hinüber zur Bucht beim weißen Häus´l und schließlich die beruhigende Gewissheit im Rücken, bei Bedarf noch einen kleinen Imbiss einnehmen zu können, das alles wirkt recht erholsam auf unsere vom Arbeitsalltag strapazierten Seelen.
Natürlich gibt es über diesen Ort mit seiner bald hundertjährigen Tradition noch viel zu berichten, auch vom Federballspielen mit Kindern, vom Schwimmen im Rhein, den historischen Fotoaufnahmen im Strandbad-Restaurant, markanten Unwetterereignissen. Aber jetzt habe ich, wie gesagt, Feierabend. Und beim Fahrradfahren zurück durch den Waldpark kommen schon Urlaubsgefühle auf.

Strandbad, Feierabend
Strandbadweg 1
68199 Mannheim

(156) 07.2014

Silberpappel

23 Feb

Silberpappel1

Ob denn alle Waldorfschüler vom Kiesteichweg diesen Ort noch lieben, wenn sie zu jeder Vertretungsstunde ins Naturschutzgebiet Silberpappel gejagt werden? Nun ja… es gibt weiß Gott Schlimmeres. Wohl aber kaum eine schönere und klassischere Kalenderblatt-Landschaft in Mannheim und die alten Weiden sind ein Erlebnis. Hier eine Aufnahme aus der warmen Jahreszeit. Wie ich so hineingezogen werde in die Landschaft, erinnert es mich an das Wandgemälde das „Ende der Welt“ im Schwetzinger Schlossgarten. Dort halt ohne Schornstein. Gleichwie, unser Bild zählt, im Gegensatz zu dem Schwetzinger, nicht zu den Illusionen, daher auch der Schlamm an meinen Schuhen.

Bei der Silberpappel
Naturschutzgebiet mit Korbweiden
Auenwald am Rhein
Neckarau

(126) 02.2014

Rheinkies

1 Feb

Was weiß ich schon über Kieselsteine? Als wertlos hatte ich sie hier einmal im Zorn bezeichnet. Das ist natürlich nicht ganz richtig und schon gar nicht, wenn deine große Liebe dir einen schön geformten Stein schenkt. Und dann denke nicht an Diamanten, die du gerne hättest, die sind selten fair. Hier am Strandbad Mannheim, wo der Rhein eine Kiesbank gebildet hat, liegen eine Menge Steine ganz ohne Geld und ohne Arbeit. Wir haben Freizeit, nehmen sie auf, mit ihren natürlich gerundeten Kanten, porösen oder glatten Oberflächen, Maserungen und dem eigentümliche Knirschen beim Darüberlaufen. Dann landen ein paar von ihnen mit mehr oder weniger geschickten Würfen wieder im Rhein.

Kiesel

Tatsächlich, die Steine gehören zu Mannheim, wie der  Rhein zur Oberrheinischen Tiefebene. Eine riesige Schicht von ihnen liegt wohl in ungefähr sieben Meter Tiefe unter uns. Millionen Jahre sind sie schon alt und heutzutage haben Sand und Kies als Rohstoffe die höchste Förderquote in Deutschland. Da braucht es Normen: Feinkies misst mindestens 2 mm, der Grobkies höchstens 6,3 cm Durchmesser. Kies ist also größer als ein Streichholzkopf und kleiner als ein Hühnerei.
Rheinaufwärts bei Iffezheim müssen hinter der Staustufe viele Tonnen mittelgrober Kies als Geschiebe in den Rhein geschüttet werden, damit dieser sich nicht tiefer eingräbt und unseren Grundwasserspiegel verändert. Geschiebe, Sediment, Moräne, Metamorphen, fluviatiles Geröll und Pleistozäns. Warum nur ist das Wissen über unsere Erde und ihre Geschichte so fremdsprachlich? Die Steine liegen stumm und meist unbewegt da. Etwas hart sitzt man auf ihnen. Jetzt will ich schweigen, in Ruhe eine Stein-Balance versuchen oder einen Kiesel ins Wasser werfen und zuschauen, wie seine Kreise größer werden.

Rheinkies
am Strandbad
Strandbadweg 1
68199 Mannheim

(120) 02.2014

Hotelbar Speicher 7

18 Jan

Speicher7_Bar

Gemütlich ist´s. Drinnen sind die schweren Stoffvorhänge vor den großen Glasfronten zum Rhein wegen der hellen Nachmittags-Sonne teilweise zugezogen, also nichts zu spüren von der Kühle einer Hotellobby aus den Gemälden Edward Hoppers. Sofort bekannte Gesichter getroffen, begrüßt und gemeinsam Platz genommen. Die Ausstattung lässt uns rasch glauben, wir säßen in der Bar eines Hafens an irgendeinem der sieben Weltmeere, statt am Rhein. Nicht geschäftlich, auf Urlaub. Die Athmosphäre im Entschleunigungs-Modus. Manche Mitarbeiter des freundlichen Teams können sich dem nicht entziehen, so dass die, eigentlich heiße, vorzügliche Schokolade bereits wieder in den Erstarrungszustand überzugehen droht, als sie bei uns ankommt. O.k. das war ein Scherz, aber eine Aldi Verkäuferin muss ganz ohne Witz in der gleichen Zeit sämtliche Obstkisten umpacken. Nun, wir fühlen uns hier nicht gedrängt.

Beim Gang zur Toilette erfahre ich durch aufgestellte Faltkarten, dass Hotelbetreiber Jürgen Tekath Analphabet war und nun Unternehmer ist. Ich möchte das nicht schmälern und wollte es auch gar nicht wissen, doch verspüre ich dahinter etwas, das mich gegensteuern lässt, trotzdem es gar keine Kurven zu geben scheint. Der Punkt ist: Ich glaube nicht daran, dass jeder alles erreichen kann und wenn ich weiter nachdenke, bekomme ich Zweifel an der Frage, ob ein Mensch etwas erreichen muss und unbewusst provoziert mich das Bild von Mahatma Gandhi als Interieur und die 7 Todsünden der westlichen Welt neben dem schönen Spülstein. Diese mit viel Zuwendung und Kreativität hergestellte Ästhetik, die Industrie-Utensilien, fernöstliche Gottheiten, Zeichen der Askese und Angesammeltes werfen ein schimmerndes Netz zur kunstvollen Verschleierung. Da ich Verschleierung sage, erahne ich die Existenz einer anderen Wirklichkeit und zu all den Weisheiten, Wahrheiten und Wirklichkeiten kommt nun auch die Täuschung und auch meine Selbst-Täuschung, denn natürlich(?) gebe ich mich gerne Reizen hin, sitze bequem, genieße und verdränge nach Kräften und alles will bezahlt werden und es braucht Kaufkraft, die ich erreichen muss, weil ich vermeiden will, unangenehme Dinge zu erleben und ist es denn so, dass das Bedürfnis nach Entschleunigung durch die beschleunigten Verhältnisse um mich herum entsteht, die aber im Grunde durch unseren Aufenthalt hier gar nicht verändert werden, hat aber doch Gandhi durch seine Bewegung etwas verändert, nicht für sich, sondern für das Volk?

Als ich an unseren Tisch zurückkehre, bemerke ich, dass einige Nachbartische für den Abend schon reserviert sind. Draußen auf dem Deck haben Sonnenfreunde ihren Versammlungsort gefunden. Ich bewundere dort nochmal die Bauholzmöbel und dann ein Blick nach oben zu einem kleinen goldenen Balkon. Keine Frage, ich finde es großartig, dass der Mannheimer Architekt Andreas Schmucker und Jürgen Tekath diese traumhafte Sache mit dem ehemaligen Getreidespeicher verwirklicht haben, statt phantasielose seltsame Investorengruppen mit dem Geld anderer Leute. Den European Hotel Design Award 2013 haben sie gewonnen, Bundespräsident Joachim Gauck war schon da und ja klar, wir halt, jedenfalls in der Bar, eben auch.

Speicher 7
Hotelbar Mannheim
Rheinvorlandstraße 7
68159 Mannheim

Tel +49 621 122668–0
Fax +49 621 122668–99

(118) 01.2014

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