Tag Archives: Architektur

Jugendstil Fassade

20 Jun

[Mein Leben ist nicht diese steile Stunde,
darin du mich so eilen siehst.
Ich bin ein Baum vor meinem Hintergrunde,
ich bin nur einer meiner vielen Munde
und jener, welcher sich am frühsten schließt]

Rainer Maria Rilke

Jugendstil Fassade
Stresemannstraße
68161 Mannheim

(357) 06.2019

Barcelona chair

15 Mai

Bauhaus in Mannheim. Zwar hatte Ludwig Mies van der Rohe im Jahr 1953 den Wettbewerb zum Neubau des Nationaltheaters gewonnen, da er sich aber weigerte seinen Entwurf, wie vom Gemeinderat gefordert, zu ändern, wurde dieser nicht verwirklicht. Seine Haltung war verständlich, nach all den Gängelungen durch die Nazis. Mit dem Barcelona Sessel, den er vor 90 Jahren mit Lilly Reich für den deutschen Pavillon der Weltausstellung in Barcelona entwarf, ist Mies van der Rohe dann doch noch ins Foyer des NTM gekommen.
Ich frage mich, was mit den Sesseln zur geplanten Generalsanierung des Theaters geschieht. Hiermit melde ich mich auf jeden Fall schon mal für ein Exemplar an, obwohl ich nicht weiß, ob es sich um die von der Fa. Knoll lizenzierten Originale handelt, denn bei meinem letzten Theaterbesuch scheute ich mich, vor versammeltem Publikum zu Boden zu gehen, um nach der eingravierten Signatur zu schauen.

Barcelona chair
Foyer Nationaltheater Mannheim
Goetheplatz, 68161 Mannheim

(353) 05.2019

Vom Wasserturm

3 Nov

329 Artikel über Mannheim und nun erst vom Wasserturm, Mannheims Blickfang und Wahrzeichen Nummer 1? So langsam mache ich mich verdächtig und das völlig zu recht. Zeitlebens Mannheimer, den Turm täglich vor Augen, erfasst mich doch immer wieder ein Befremden bei seinem Anblick. Gleichwohl will ich voranstellen, den Wasserturm zu lieben, wie es mir von Kindesbeinen an beigebracht wurde und auch wir haben unseren Kindern gelehrt ihn zu lieben. Es ist wahrscheinlich vielen Mannheimern so, dass sie ihn lieben und wie ich, ihn lieben müssen, obwohl für sich genommen der Mannheimer Wasserturm ganz und gar unerträglich erscheint. Man wird ihn also auch lieben, um seiner Unerträglichkeit zu entkommen.

Nicht seine ehemalig wohltuende Funktion zur städtischen Wasserversorgung ist hier Anlass der Ausführungen, sondern die Fassade, die Hülle, die dieses technische Bauwerk umgibt. Als sich die Stadt Mannheim für den Entwurf des gerade mal 23 jährigen Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber entschied, befasste man sich in Paris mit der kühnen Konstruktion des Eiffelturms. Das Einreichungs-Motto für unseren Turm „ars longa, vita brevis“ („Die Kunst ist lang, das Leben kurz.“) hauchte noch den Atem des studentischen „Gaudeamus igitur“ (lateinisch: Lasst uns also fröhlich sein!), doch nicht jugendlicher Aufbruch in die Avantgarde, sondern Bewunderung für Kaiser und imperiales Machtstreben schien unseren Architekten zu faszinieren und so entwarf er monumental im altrömischen Stil, mit behelmten Sphinxen links und rechts, die den Gedanken an erfolgreiche Eroberungen ferner Länder und Kulturen verkörperten. Schließlich hatte sich zu jener Zeit in Deutschland und auch in Mannheim der Ruf nach einem „Platz an der Sonne“ durchgesetzt, wie die Kolonialpolitik damals euphemistisch beworben wurde. Es war auch diese Überheblichkeit, gepaart mit der Verherrlichung des Militarismus, die geradewegs in den ersten Weltkrieg führte. Herausgekommen ist aber zunächst ein plumpes Bauwerk, das schon damals als runde Grabkapelle kritisiert wurde, in gelben(!) Sandstein. Die Planer der noch zu gestaltenden Friedrichplatz-Anlage waren gewarnt und versuchten zu retten, was kaum zu retten war, verwendeten kontrastreich roten Buntsandstein und versuchten das mißglückte Bauwerk so gut wie möglich in das Ensemble einzubinden und aufzuwerten.

Lange habe ich nachgedacht, was genau Ursache für seine Hässlichkeit ist. Es ist das Fehlen jeglicher Dynamik am formprägenden Mittelteil des Turms, keine Verjüngung nach oben, nicht die leiseste Krümmung in der Senkrechten, die etwas Spannung gebracht hätte, die pure Starrheit, die man heute bei Dunkelheit notdürftig durch Licht zu kaschieren versucht, völlig vergeblich dies aber bei Tageslicht, wo er umso beharrlicher seine einfältige Dumpfheit zu verströmen scheint und auch die stumpf kegelförmige Kupferhaube vermag daran nichts zu ändern.
Der Architekt, der inzwischen in Berlin am Reichstag und später an Siegerallee und Kaiser Wilhelm Denkmal mitarbeitete, mag seinen Fehler geahnt haben. Es ist nicht bekannt, dass er zur Einweihung anwesend war. Was tun also, um heute Pein und Fremdscham zu begegnen? Abreißen ist keine Option, wir können ja nicht so tun, als hätte es in der Vergangenheit nie Fehler gegeben und schließlich steht der Turm unter Denkmalschutz, was wir dann auch getrost als Aufforderung wörtlich nehmen sollten: Denk mal! Dies weist uns nun den Weg aus misslicher Lage und nur so können wir frei seine Gestalt hinnehmen als das, was sie wohl ist, die Geschmacklosigkeit eines politisch-historischen Irrwegs und nur so gehe ich nun seine Stufen zum Balkon hinauf und geniesse die bescheidene Weitsicht, die er mir bietet.

Vom Wasserturm
Friedrichsplatz
68161 Mannheim

(330) 11.2018

Radfahrerbrücke Ulmenweg Boveristraße

10 Sep

Ich bin hier nicht am Set für einen Rosamunde Pilcher Film, nicht an einer Steiküste von Cornwall, sondern in Monnem, genauer an der Kreuzung Ulmenweg Herzogenriedstraße. Und trotzdem stockte mir kurz der Atem beim Anblick dieser monumentalen Auffahrt zu einer simplen Radfahrer- und Fußgängerbrücke. Bei aller Größe ist sie doch auch sehr reduziert gestaltet. Neutrale Grautöne sorgen in diesem Bild für eine Einheitlichkeit. Auch der Himmel spielt mit. Den Bewohnern des nebenan liegenden neuen Quartiers Centro Verde (Grüne Mitte) wurde hiermit ein kühler urbaner Schauer gegönnt. Die Architektur übersteigert und vermittelt das Vorhandensein einer diffusen übergeordneten Macht. Auf der anderen Seite ist die Auf-(Ab)fahrt deutlich kürzer, allerdings nicht stufenfrei. Sei’s drum. Ich nehm das Ding jetzt und fahre rüber nach Käfertal.

Radfahrerbrücke Ulmenweg Boveristraße
(322) 09.2018

STARTUP MANNHEIM

die Stadt auf meiner Seite

MAWAYOFLIFE

Just another WordPress.com site

Kunstblog-Mannheim.de

Ausstellungen in Mannheim und Umgebung

Düsiblog - Matthias Düsi

die Stadt auf meiner Seite

Urban Hacking

die Stadt auf meiner Seite

KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V.

die Stadt auf meiner Seite

Marchivum

die Stadt auf meiner Seite

FotoBlog:Mannheim

Daheim ist der Himmel blauer...

Monnemerin

die Stadt auf meiner Seite

Mannheimat

die Stadt auf meiner Seite

POLITKALENDER | MANNHEIM

die Stadt auf meiner Seite

Der Neckarstadt-Blog

die Stadt auf meiner Seite

Neckarstadtblog*

Neues aus unserem Quartier

Mannheim Blog

die Stadt auf meiner Seite

Popklub – Das IndiePopZine

die Stadt auf meiner Seite

Mannheim - tactually - Soul Shopping

die Stadt auf meiner Seite

Underpop

die Stadt auf meiner Seite

FuckYeahMannheim!

die Stadt auf meiner Seite