Tag Archives: Bar

Hagestolz

16 Aug

Eine Beschreibung des Hagestolz in einem Tonfall überschwänglicher Begeisterung wäre zwar berechtigt, ist aber ebenso unpassend wie eine nüchterne Betrachtungsweise, denn erstens handelt es sich um eine Bar, die zweitens, stolz in ihrem Namen trägt.

Hagestolz

Mit konzentrierter Leidenschaft und gebotener Ernsthaftigkeit arbeiten die drei Jungs hart an der Erzeugung von Genuss und Rausch. Dass beim Mixen der Genussgifte nicht nur die Mengenverhältnisse, sondern auch die Qualität der Mixturen entscheidenden Einfluss auf die Sinne nehmen können, wird wohltuend beherzigt. Angesichts der hier gezeigten Kreativität lasse ich mich nun zu einem kleinen Wortspiel mit den nach handwerklicher Perfektion strebenden Shakern verleiten, denn auch im Ambiente und mit der selbstgebauten Bar beweisen die drei Hagestolze jede Menge Talent und Traditionsbewusstsein, betreiben sie doch in der ehemaligen Schifferbörse das älteste Schanklokal im Jungbusch in ungebrochener Folge und dies zur Freude ihrer zahlreichen Gäste. Hut ab.

Hagestolz
Jungbuschstraße 26
68159 Mannheim

(170) 08.2014

Hotelbar Speicher 7

18 Jan

Speicher7_Bar

Gemütlich ist´s. Drinnen sind die schweren Stoffvorhänge vor den großen Glasfronten zum Rhein wegen der hellen Nachmittags-Sonne teilweise zugezogen, also nichts zu spüren von der Kühle einer Hotellobby aus den Gemälden Edward Hoppers. Sofort bekannte Gesichter getroffen, begrüßt und gemeinsam Platz genommen. Die Ausstattung lässt uns rasch glauben, wir säßen in der Bar eines Hafens an irgendeinem der sieben Weltmeere, statt am Rhein. Nicht geschäftlich, auf Urlaub. Die Athmosphäre im Entschleunigungs-Modus. Manche Mitarbeiter des freundlichen Teams können sich dem nicht entziehen, so dass die, eigentlich heiße, vorzügliche Schokolade bereits wieder in den Erstarrungszustand überzugehen droht, als sie bei uns ankommt. O.k. das war ein Scherz, aber eine Aldi Verkäuferin muss ganz ohne Witz in der gleichen Zeit sämtliche Obstkisten umpacken. Nun, wir fühlen uns hier nicht gedrängt.

Beim Gang zur Toilette erfahre ich durch aufgestellte Faltkarten, dass Hotelbetreiber Jürgen Tekath Analphabeth war und nun Unternehmer ist. Ich möchte das nicht schmälern und wollte es auch gar nicht wissen, doch verspüre ich dahinter etwas, das mich gegensteuern lässt, trotzdem es gar keine Kurven zu geben scheint. Der Punkt ist: Ich glaube nicht daran, dass jeder alles erreichen kann und wenn ich weiter nachdenke, bekomme ich Zweifel an der Frage, ob ein Mensch etwas erreichen muss und unbewusst provoziert mich das Bild von Mahatma Gandhi als Interieur und die 7 Todsünden der westlichen Welt neben dem schönen Spülstein. Diese mit viel Zuwendung und Kreativität hergestellte Ästhetik, die Industrie-Utensilien, fernöstliche Gottheiten, Zeichen der Askese und Angesammeltes werfen ein schimmerndes Netz zur kunstvollen Verschleierung. Da ich Verschleierung sage, erahne ich die Existenz einer anderen Wirklichkeit und zu all den Weisheiten, Wahrheiten und Wirklichkeiten kommt nun auch die Täuschung und auch meine Selbst-Täuschung, denn natürlich(?) gebe ich mich gerne Reizen hin, sitze bequem, genieße und verdränge nach Kräften und alles will bezahlt werden und es braucht Kaufkraft, die ich erreichen muss, weil ich vermeiden will, unangenehme Dinge zu erleben und ist es denn so, dass das Bedürfnis nach Entschleunigung durch die beschleunigten Verhältnisse um mich herum entsteht, die aber im Grunde durch unseren Aufenthalt hier gar nicht verändert werden, hat aber doch Gandhi durch seine Bewegung etwas verändert, nicht für sich, sondern für das Volk?

Als ich an unseren Tisch zurückkehre, bemerke ich, dass einige Nachbartische für den Abend schon reserviert sind. Draußen auf dem Deck haben Sonnenfreunde ihren Versammlungsort gefunden. Ich bewundere dort nochmal die Bauholzmöbel und dann ein Blick nach oben zu einem kleinen goldenen Balkon. Keine Frage, ich finde es großartig, dass der Mannheimer Architekt Andreas Schmucker und Jürgen Tekath diese traumhafte Sache mit dem ehemaligen Getreidespeicher verwirklicht haben, statt phantasielose seltsame Investorengruppen mit dem Geld anderer Leute. Den European Hotel Design Award 2013 haben sie gewonnen, Bundespräsident Joachim Gauck war schon da und ja klar, wir halt, jedenfalls in der Bar, eben auch.

Speicher 7
Hotelbar Mannheim
Rheinvorlandstraße 7
68159 Mannheim

Tel +49 621 122668–0
Fax +49 621 122668–99

(118) 01.2014

Lara´s

3 Nov

– update 29.02.2016 – Lara´s hat leider ohne große Vorankündigung nach 11 Jahren zu gemacht. Hm.

Laras2

Und wie isses so daheim? Auch nicht immer super. Und im Lara´s?

Wie Brasserie und Cafe Bar. Notwendig wie ne Ecke. Als wärst du woanders und es ist doch nicht dein Wohnzimmer. Als wären nicht alle Tage gleich. Als würde ein anderer Wind wehen. Als würde gar kein Wind wehen, als könnte man draußen sitzen, in der Lameystraße. Als wäre Sommer,- provenzialische Küche -, Berliner Weiße mit Schuss. Als wäre Winter, Pilze und Salate, als wäre Frühling Kressesuppe. Als wäre Fußball wichtig, wenn´s sein muss Fernseher an. Als wären Gespräche wichtig, Musik nicht zu laut. Als wäre ein Bier frisch: vom Fass. Als würde man sich Kennen, die Bedienung. Als wäre die Theatervorstellung zu Ende, ein Nahziel. Als gäbe es Rendezvous, mit Kerzenlicht. Als könne man wiederkommen, Stammlokal.
Als wäre es so: Als würde ich es lieben.

Lara’s Café-Bar
Lameystraße 15
68165 Mannheim
T: 06 21 – 9 78 40 99
F: 06 21 – 9 78 40 98

(98) 11.2013

Laras

Dolceamaro

7 Mai

dolceamaro

Ein Privileg, so belehrt uns der Duden, ist ein dem Einzelnem oder einer Gruppe vorbehaltenes Recht. In der Tat fühlen wir uns als Gäste des Dolceamaro an diesem vorzüglichem Ort begünstigt, gegenüber den vorbeilaufenden mit Einkaufstüten Beladenen, denen wir freilich nur so lange unser Mitleid gewähren, bis diese sich selbst hier niederlassen. Die Rede ist von der Sonnenseite. Nach Süden gelegen also, in direkter Nachbarschaft zum französisch, kolonialem Cafe´ Flo glänzt das Dolceamaro mit italienisch, römischer Eleganza unter den Arkaden. Große Glasscheiben gewähren einen Blick auf die stilvoll, prächtige Ausstattung im Inneren des Cafes und man möchte zu Unverständnis neigen angesichts der Offerte, den Kaffee einfach auch mitzunehmen, besäße man nicht die Kenntnis, dass auch die Bediensteten der städtischen Abfallwirtschaft gerne und häufig vorbeikommen, um, wenn es ihr hoheitlicher Auftrag schon nicht zuläßt, mit der gebotenen Muße zu verweilen, so doch wenigstens einen guten italienischen Caffee zu genießen. Warum auch sollte la dolce vita nicht zumindest für die Dauer eines Espressos jedem geboten sein?

dolceamaro
Unter den Arkaden
Friedrichsplatz 13
68165 Mannheim
T. 0621 72492020

(53) 05.2013

Blau, Jungbusch

14 Mrz

BlauWenn auf einem handgeschriebenen Etikett Grappa, Grappa, hey! steht, ist die Ansage so klar wie der Inhalt der Flasche da hinter dem Tresen. Wir sind im Blau, im Jungbusch, live! Hier feiert Wreckless Eric …Mänheim… Mänheim.., schüttet Binoculers ihr Herz aus, bekommst du einen great big kiss von Shotgun Party und setzen die Drunken Pilots zur Gitarrenbruchlandung an. Gut möglich, dass ein Gast mit dir anstößt, einfach weil du gerade so rumstehst. Eben hat Seth Faergolzia -Dufus aus New York sein bereits drittes Konzert im Blau beendet. Der Tischkicker ist wieder frei. Nicht mehr lange. Ein paar Hip-Hop Jungs, denen die Shots im Hagestolz  zu teuer sind, amüsieren sich über einen Typen, der sein Glas in zunehmender Schräglage hält, bis er es verschüttet. In der hinteren Ecke verkauft mir Seth im selbstgenähtem Antifolk-Kostüm ein T-Shirt aus seinem knallroten Trolli-shop, neben mir eine interessierte Studentin der Popakademie, wir alle saugen hier Rock´n Roll High-School Luft ein. Schließlich machen sich kostümierte Affen bereit zur shake it wild party. Der Laden wird langsam voll. Unglaublich, dass der Typ mit den nassen Schuhen wieder mit einem frisch Gezapftem dasteht… Lange Zeit bevor Ingo Zielske das Blau eröffnete, waren wir schon Freunde und Weggefährten. Einmal sagte er mir: „Du denkst manchmal zu viel, … zu kompliziert.“ – Mist. – Ja, da mir diese Erkenntnis jetzt wieder in den Sinn kommt, wird es noch schwieriger, seriös zu formulieren über das Netzwerk im Jungbusch, die Leidenschaft, das Nichtkommerzielle oder zu beschreiben, wie klein aber bedeutend das Blau eigentlich ist. Unvermittelt, über den ganzen Trubel hinweg, ruft irgendjemand einfach: „Saugeil!“

BLAU
Jungbuschstraße 14
68159 Mannheim
Tel. 0621-153271

Öffnungszeiten

Mittwoch-Donnerstag
20:00 – 3:00
Freitag + Samstag
20:00 – 3:00

(43) 03.2013

Barrios

6 Nov

Neulich fragte mich jemand, wo denn fast erwachsene Mädchen in Mannheim so ausgehen können. Hm, Mädchen trinken, glaube ich, gerne Cocktails und da fiel mir das Barrios in Q5 ein. Vor längerem mit Freunden mal da gewesen, Glück gehabt, noch einen Platz ergattert zu haben, obwohl das Barrios wirklich nicht klein ist und in meiner Erinnerung nuckelten tatsächlich jede Menge vergnügte Mädchen zur Tagesschauzeit an bunten Strohhalmen, die in Gläsern steckten, welche mit ebenfalls bunten Flüssigkeiten gefüllt waren.

Barrios GmbH Q5, 4 · 68161 Mannheim  Telefon: 0621 / 178 13 56   Telefax: 0621 / 178 13 57

(15) 11.2012

Düsiblog - Matthias Düsi

die Stadt auf meiner Seite

http://urbanhack.tumblr.com/

die Stadt auf meiner Seite

KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V.

die Stadt auf meiner Seite

Marchivum

die Stadt auf meiner Seite

FotoBlog:Mannheim

Daheim ist der Himmel blauer...

Monnemerin

die Stadt auf meiner Seite

Quadratkultur

die Stadt auf meiner Seite

MAWAYOFLIFE

die Stadt auf meiner Seite

Mannheimat

die Stadt auf meiner Seite

POLITKALENDER | MANNHEIM

die Stadt auf meiner Seite

Neckarstadt-Blog

die Stadt auf meiner Seite

Neckarstadtblog

Neues aus unserem Quartier

Mannheim Blog

die Stadt auf meiner Seite

Popklub – Das IndiePopZine

die Stadt auf meiner Seite

Mannheim - tactually - Soul Shopping

die Stadt auf meiner Seite

poemcollision

This WordPress.com site is about love - for words.

Underpop

die Stadt auf meiner Seite