Tag Archives: Hafenstraße

Kurt-Schumacher-Brücke

7 Jan

20161230_152241

Der Aufgang zur Brücke kam wirklich keiner Einladung gleich, aber wie so häufig eilten seine Gedanken seinen Empfindungen voraus.

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C-HUB …

26 Nov

… und warum es keine gute Idee ist, das C-HUB „Das Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse“ zu nennen.

c-hub

Leute, Leute , Leute, bleibt mal auf dem Teppich! Ein Gründerzentrum für die Kreativ-Branche ist schön. Ein Gründerzentrum für die Kreativ-Branche im Jungbusch neben der Pop Akademie und der Stadtgalerie Port 25 ist noch schöner, aber deswegen muss man ja nicht gleich übermütig werden. Es ist eigentlich schon ein dicker Hund, dass wahrscheinlich 99% aller Mannheimer mit dem Begriff C-HUB nichts anfangen können und ich deswegen erstmal Übersetzungsarbeit leiste. C steht wahrscheinlich für die englische Schreibweise von Kreativ also Creative und HUB ist hier nicht der Weg, den der gute alte Kolben im Zylinder zurücklegt, sondern die Bezeichnung des Knotenpunktes eines Netzwerkes, in diesem Fall ist eben das Gebäude der Knotenpunkt und somit ein Zentrum für die Kreativwirtschaft. (Architekten, Designer, Fotografen, Mode, etc.) Soweit, so gut.

Warum aber das C-HUB im offiziellen Slogan das Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse nennen? Klar, die SPD hat schmerzlich und schockierend bei der Landtagswahl ihr Direktmandat in den klassischen Mannheimer Arbeitervierteln wie Waldhof oder Schönau an die AFD verloren. So könnte es also eine Idee sein, den traditionellen Nenner Arbeiterklasse weiterzutragen und ihn einer neuen Ziel- und Wählergruppe anzuheften. Eine Gruppe, die akademisch gebildet ist, sich als sozial integriert ansehen kann und sich Aufstiegschancen erhofft. So geht anhängen. Was aber ist mit der alten Arbeiterklasse? Die befindet sich in der Unterschicht, oder an deren Rand. Reinigt vielleicht Böden im C-HUB oder putzt die Glasfronten, erfährt nur geringe soziale Anerkennung und hat kaum Aufstiegschancen. So geht abhängen. Dafür können die Kreativen jetzt erstmal nichts, doch nehme ich die Politik in die Pflicht, über diese gesellschaftliche Gräben Brücken zu bauen und wenigstens mit einer vernünftigen Wortwahl zur Verständigung beizutragen und nicht Abgrenzungen zu provozieren. Neu gegen alt. Jedes fünfte Kind in Mannheim gilt als arm und es steht zu befürchten, dass die Armut sich fortsetzt und wächst. Angesichts dessen ist der Slogan von der neuen Arbeiterklasse im C-HUB leider zynisch. Doch es ist eigentlich noch schlimmer, denn würde der Slogan seine kreativen Akteure im Klassenbewusstsein ernst nehmen, wäre nicht die Befreiung und Überwindung der Klassen als Manifestation ungerechter Kapital- und Machtverhältnisse das erstrebenswerte Ziel? Statt dessen versuchen wir, mit einem peinlichen Witz zu punkten? So geht verraten und verkauft. Das haben das C-HUB und die Kreativen in Mannheim nicht verdient. Also lasst euch bitte was neues einfallen.

C-HUB
Kreativwirtschaftszentrum Mannheim
Hafenstraße 25 – 27
68159 Mannheim

(248) 11.2016

Nachtwandel

23 Sep

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Wie kommt es eigentlich, dass ich noch nicht über den Nachtwandel im Jungbusch berichtet habe? (obwohl dies eine meiner Lieblingsveranstaltungen ist) Nun ja, anfangs dachte ich, ein Geheimtipp ist ja nur geheim, solange man nicht darüber spricht. Später dann, als 30.000 Besucher kamen, dachte ich, den Nachtwandel kennt ja jetzt ohnehin jeder. Nun aber, da die Veranstaltung offensichtlich an Grenzen gestoßen, ja sogar in Frage steht, scheint es mir allerdings höchste Zeit, meinen Senf dazuzugeben.

Nachtwandel

Es ist aber gar nicht so leicht, das Wesen dieses Treibens zu beschreiben. Poesie ist nun mal Poesie und Musik ebenso eine eigene Sprache, wie auch Bilder keine Worte sind. Da haben wir nun drei Elemente des Nachtwandels, denen wir an Orten begegnen, die wir möglicherweise sogar eher meiden.

Nachtwandel2

Der Nachtwandel ist kein Sommerfest. Ein herbstlich kühler Hauch hat uns befreit aus der sommerlichen Verschmelzung, begleitet uns und lässt mit leichtem Schauer ahnen, wie verloren man wäre, ohne Licht, ohne wärmende Hülle, allein. Mit gutem Schuhwerk und mit Freunden sollten wir hier sein, uns nicht mit Bier oder Alkohol zuschütten. So haben wir alle Chancen, uns beeindrucken zu lassen und zahlreiche Erinnerungen mitzunehmen.

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Erinnerung an eine Lesung erotischer Literatur von Oskar Wilde in der Onkel Otto Bar. General Schweißtropf, aus dem Fenster des Blau die Inhalte seines DIN A4 Ordners deklamierend. Im Keller des Begegnungszentrums Punk, Hardcore und Muli-Relax-Foundation. Ein Blick über die Schulter des Karikaturenzeichners Hannes Mercker an seinem Zeichentisch sitzend bei der Arbeit. Erinnerung an ein intimes Konzert von Norbert Schwefel im Kirchenkeller, ungläubiges Staunen im berüchtigten Café Palme über den Gitarristen der Altrocker Finoha, der im Schlafanzug einen 4 Stunden Auftritt absolviert und damit seinen Schlagzeuger an den Rande des Herzinfarktes bringt.

Nachwtandel3

Hinaufsteigen zu fremden Wohnungen und wieder hinab. Wir blicken in verzauberte Hinterhöfe, tragen Glanz in unseren Augen, obwohl es nur wenig zu kaufen gibt. Aktuell über 70 Stationen sind an zwei Tagen im Oktober zu bestaunen in einem Kiez, der gerade mal acht Blocks groß ist. Und wie wir so wandeln und all dies in uns aufnehmen, sind wir Teil dieser wunderbaren Veranstaltung, die hoffentlich noch häufig wiederkehrt.

Nachtwandel4

Nachtwandel, Jungbusch
seit 2004 an 2 Tagen im Oktober
23. und 24. Oktober 2015, 19 bis 24 Uhr

(214) 09.2015

Hafen 49

4 Mai

Hafen-49

Der Feiertag war verregnet, der Brückentag war verregnet, doch dann reißt endlich um 18 Uhr der Himmel auf. Hafen 49 ist wieder eröffnet! Die Läden in der Stadt zuvor mit Plakaten beklebt, einem tausendfachem Weckruf gleich, der alle sonst lichtscheuen Wesen wie aus einem langen Schlaf aus den Ecken erheben und hervorkommen lässt. Eine, wie mir scheint, rauschhafte Veranstaltung unter freiem Himmel, vielleicht letztlich nicht für jeden ganz gesund, aber nichtsdestotrotz mit viel Bewegung. Dazu eine tolle Kulisse, das Hafenbecken wendet sich zur Abendsonne hin. Die Musik ausreichend laut, nicht ganz der Beton-Hardcore-Rave, dem Ambiente angemessen.
Manche Anwohner, zufällig Studenten aus den Wohnheimen nebenan, feiern etwas besinnlicher und gratis auf der Promenade außerhalb mit. Die Saison ist eröffnet.

Hafen 49
Openair-Party
Hafenstraße 49
68159 Mannheim

(141) Mai 2014

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