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Umgraben

4 Aug

Die Idee von Sound- und Audiowalks durch Mannheim ist toll und ich habe ja seit längerem auch schon darüber nachgedacht, für dieses Blog. Aber man hat ja wie üblich keine Zeit… Der Corona-Lockdown hingegen ermöglichte es nun den Profis vom Nationaltheater, sich der Sache anzunehmen und das wiederum weckte in mir freudige Neugierde. Meine Vorfreude war verknüpft mit der starken Hoffnung, dass ein Paukenschlag erklingen möge, der unsere Stadt endlich auf eine zeitgenössische literarische Landkarte bringt, denn dort ist Mannheim bislang noch nirgends zu finden. Einen richtig fetten Flatschen auf der Karte habe ich mir vorgestellt, wie ihn die Krähen von den Bäumen scheißen. Einen Paukenschlag, der trifft, der Mannheim in Schwung bringt. Gerade jetzt, bei Tanzverbot und Kontaktbeschränkungen, wo wir neue Freiheiten brauchen und wir diese Entfesselungskünstler doch so dringend benötigen wegen all der Einschränkungen, damit sie uns Vorbild und Inspiration sind, AutorInnen, die unserer Stadt Freiheit schenken, die uns anpissen…

Ich starre stumm und blicke dumm, nichts habe ich begriffen“ Ok, ein treffenderes Zitat aus einem dieser Tracks ist kaum denkbar, also touché! So ist es jedenfalls nicht dieser dämliche Paukenschlag. Es ist, ja es ist … anders. Tausend Fragen werden mir gestellt, ich komme mir vor wie in der Schule, und es kommen weitere Fragen bei mir hinzu. Ja, es scheint mir nun, als wäre Mannheim die Stadt der Fragen ohne Antworten und das Blut fließt, sicherlich Theaterblut, aber es fließt hinaus, bis alles seltsam blutleer wird. Ob da das Virus schuld ist? Und ich frage mich, ob die Autoren und Autorinnen wegen ihrer prekären Lage schon an zu vielen Orten gewesen sind, um einen hiesigen Ton zu treffen und nein, die Neckarschiffe fahren nicht aufs Meer und ein Caféhaus Fräulein Schiller zu nennen, finde ich nicht interessant, sondern einfach blöd, aber das ein oder andere und der Heldinnen-Track hat mir dann doch ganz gut gefallen, gegen Ende.
 

 
Aber vielleicht geht es weiter. Vielleicht ist dieses Umgraben die notwendige, mühsame Vorbereitung, damit etwas Neues hineinkommen kann, was später frisch herauskommt, später. Dann will ich dem Theater auf jeden Fall jetzt dankeschön sagen. Dankeschön. Bis später. Zieht´s euch mal rein, Leute.

Umgraben
Ein Audiowalk durch Mannheim
Kostenlos auf Soundcloud
Nationaltheater Mannheim

(400) 08.2020

Murals

11 Jul


(Archivbild)

Wand.Kunst.Stadt. Ich weiß schon, das gehört normal andersherum, also Stadt.Wand.Kunst. Aber ich sehe grade nicht ein, dass ausgerechnet die Kunst der Endpunkt sein soll. Kunst, die Endstation an der Wand in der Stadt. Überall, wo es besonders öde ist, werden jetzt Murals an die nackten Hauswände angebracht. Ende. Und jetzt schaut, wie toll das ist. Wie beschaulich. Wie erbaulich. Das Mural ist eigentlich eine Markierung für dringenden Handlungsbedarf. Da wo ein Mural ist, weiß man ja sofort, hier muss was getan werden. So ein Mural wäre ein guter Startschuss. Bei einem Startschuss kann man nicht stehen bleiben und nur hochschauen und den Touristen zeigen. Da muss man nach vorne schauen, sich doch umschauen. Wo fangen wir jetzt an, was muss getan werden, heisst die Frage, wenn so ein Mural ersteinmal fertig ist. Dann muss man sich die Architektur anschauen, den ganzen Raum drumherum. Wenn ein Mural fertig ist, dann muss man fragen, können die Leute hier eigentlich gut leben? Was braucht es denn für die Zufriedenheit? Wenn ich mir ein Mural angeschaut habe, dann frag ich doch irgendwann: Und jetzt? Wo geh ich denn hin? Kann ich mich hier irgendwo noch aufhalten oder am besten gleich wieder fort. Wenn man gerne noch bleibt, dann wäre man an einer Art Ziellinie.

Murals

(398) 07.2020

Night of the light

22 Jun

Alarmstufe rot für die Veranstaltungsbranche auch am Rosengarten.

Night of ther light
(395) 06.2020)

Carstival

11 Jun

Die Corona-Virus-Pandemie mitsamt ihren Einschränkungen hat ein neues Veranstaltungsformat hervorgebracht, das Carstival. Es findet hochprofessionell organisiert auf dem Maimarktgelände statt, mit ziemlich großer Leinwand und einem rollenden Service, der Popcorn und was man sonst noch aus dem Kino kennt, ans Auto bringt. Man kann sich seine Kühltasche natürlich auch zuhause schon packen. Statt geklatscht wird gehupt oder aufgeblendet. Ich kann mir das ganze als Musikveranstaltung nicht so gut vorstellen, aber Chako Habekost ist mit großer Mimik, Wortwitz und souveräner Beherrschung der kurpfälzer Mundart mutig die Sache angegangen und hat uns begeistert. Klar, man könnte auch mit einer Leihritschka kommen, wenn es denn welche gäbe. Aber schließlich geht es erstmal auch darum, Veranstaltungen live und ungestreamt zu erleben und zu ermöglichen. Ich sage euch, das hat was, nach so langer Zeit der Enthaltsamkeit spüren Künstler wie Publikum wie sehr sie aufeinander angewiesen sind. Da entstehen ganz unerwartete besondere emotionale Momente, un gelacht ham mer ah..

Carstival Autokino Mannheim
Xaver-Fuhr-Straße, 68163 Mannheim

(393) 06.2020

Hombre SUK

28 Jan

Neues von Hombre SUK aka Pablo Fontagnier. Die temporäre Graffiti auf einer Baustellenwand bei T6,16 ist mit dem Entstehungsjahr 2019 angegeben.

Das in Mannheim wohl populärste Werk des Künstlers befindet sich jedoch an den Brückenmauern in der Schienenstraße zwischen Waldhof und Schönau und ist dem SV Waldhof Mannheim gewidmet: WIR SIND ALLE MANNHEIMER JUNGS

Hombre SUK
Graffiti-Künstler aus Mannheim

(376) 01.2020

Gehring’s Kommode

26 Nov

Für einen Moment streifte der Gedanke, es wäre anmaßend hier über Gehring’s Kommode zu schreiben. Sie, die mit ihren mehr als 40 Jahren schon seit langem eine äußerst ehrwürdige Instanz nicht nur in Neckarau, sondern für ganz Mannheim darstellt. Aber Verschweigen ist ja auch keine Form des Lobs. Und zu loben ist dieser Ort der Gastlichkeit nämlich unbedingt. Im Übrigen scheint mir die Kommode mit der Zeit sogar wertvoller zu werden, denn wir finden hier einen der seltener werdenden Orte der Begegnung, der Kultur, des persönlichen Engagements. Einen Ort, der sich so wohltuend unterscheidet von den immer zahlreicher eröffnenden Systemgastronomien, die, in welchem Gewand auch immer sie daherkommen, mit kühl kalkulierter Effizienz ihre Gäste abkassieren und sie nach erbrachter Leistung den weiteren üblichen Verwertungsprozessen überlassen, ohne ihnen den Ansatz eines Gespräches hierüber zu gewähren.

In Gehring’s Kommode hingegen ist es warm, gemütlich, menschlich und manchmal vielleich auch ein bisschen unkalkulierbar, hier können auch kleine Wunder geschehen. Zum Beispiel auf der Bühne, die sich gerade mal nur eine Stufe vom Publikumsraum abhebt, wenn Kaberettisten über sich hinausgehen, wie gerade Sven Kemmler, der allein durch den Einsatz von Sprache und Mimik sich vor unseren Augen in die verschiedensten Personen aus unterschiedlichsten Kulturen verwandelt, ohne auf Kosten anderer Scherze zu treiben…bravo. Auch Musik spielt von Anbeginn eine große Rolle, ist mit Blues, Folk und Liedermachern eher bei den Wurzeln, doch zum Beispiel mit Jim Kahr oder Timo Gross erstaunlich hochkarätig. Auch für Benny Roos‘ Bloomaulblues sind hier traditionell Termine reserviert. Apropos Mannheimer Musik: Gehring’s Kommmode hatte auch einen nicht unwesentlichen Anteil am Erscheinen des Katalogs Mannem uff Vinyl. Das bereits vergriffene Kultbuch ist die erste umfassende Übersicht Mannheimer Musiker*innen und Bands aus der Vinylzeit und wird und wurde zusammengetragen vom NeKK’99, dem Neckarauer Kunst- und Kulturverein, der eng mit Gehring’s Kommode verbunden ist.
Dass dieser familiäre Betrieb mit einer 1919 in Neckarau eröffneten Konditorei nun sogar 100 jähriges Jubiläum feiern kann, erfahren wir, wie manches andere, auf ihrer Website; vielmehr erfahren wir noch, wenn wir einfach hineingehen.

Gehrings Kommode
Schulstrasse 82
68199 Mannheim – Neckarau
Telefon: +49 621 853669

(371) 11.2019

Die letzte Vorstellung…

9 Nov

Zur letzten Vorstellung des Cinema Quadrats im Collini-Center läuft am 09.11.2019 bei freiem Eintritt allerdings nicht der gleichnamige Film von Peter Bogdanovich, der übrigens im Gründungsjahr des Cinem Quadrats 1971 rauskam, sondern Night on Earth von Jim Jarmusch. Jedenfalls Autorenfilm. Am 30.11.2019 wird das Kino im 3. Stockwerk von K1, 2 feierlich eröffnet. Mal gespannt, wie der Startfilm dann wohl heißt….

 

… währenddessen Nationaltheater, festlicher Opernabend.

(369) 11.2019

Lipsi Rad

11 Jul

Ja, man kann durch das Loch gucken und dann den Wasserturm sehen. Aber es geht auch anders. Wenn ich die Perspektive ein wenig ändere und durch das Gegenlicht einiges ausgeblendet lasse, dann sehen ich ein an die Frühzeit erinnerndes kultisches Objekt, das in der Form etwas sehr Universelles hat. Ein zum Rad gehauener Stein, eigentümlich gewunden, der ganz wundersam mit Kraft und Energie aufgeladen zu sein scheint.

Lipsi Rad
Skulptur von Morice Lipsi 1960
Friedrichsplatz
68165 Mannheim

(360) 07.2019

Jugendstil Fassade

20 Jun

[Mein Leben ist nicht diese steile Stunde,
darin du mich so eilen siehst.
Ich bin ein Baum vor meinem Hintergrunde,
ich bin nur einer meiner vielen Munde
und jener, welcher sich am frühsten schließt]

Rainer Maria Rilke

Jugendstil Fassade
Stresemannstraße
68161 Mannheim

(357) 06.2019

Freie Räume

30 Mai

Lohnt es sich, für seine Rechte auf die Straße zu gehen und sie einzufordern?
Ja, tausende Mannheimer Jugendliche haben das bewiesen, als sie 1972/73 hartnäckig und mit vielen kulturellen Aktionen ein freies und selbstverwaltetes Jugendzentrum erstritten. Dies zeigt der Film „Freie Räume“, der versucht, die Jugendzentrumsbewegung nachzuzeichen und dabei insbesondere das Mannheimer JUZ in den Fokus nimmt, das damals für viele Jugendzentrumsgründungen bundesweit eine Vorbildfunktion einnahm.

Der Dokumentarfilm kommt ganz ohne Kommentar aus dem Off aus und lässt zwischen historischen Aufnahmen die mittlerweile älter gewordenen Akteure, die sich damals der „kapitalistischen Verwertungs-Logik“ widersetzten, zu Wort kommen. Er zeigt, dass die Forderungen an die Politik nicht zu kurz greifen dürfen, um ein Jugendzentrum überlebensfähig zu machen und verfolgt die Entwicklung des selbstverwalteten Mannheimer JUZ Friedrich Dürr aus der zentralen Innenstadtlage hinaus in die Neckarstadt. Auch Probleme werden von den Beteiligten offen ausgesprochen, sowie die Bedeutung, die Jugendzentren in Selbstverwaltung für Mitwirkende wie auch für manche Musikbands haben.

Selbstverwaltete offene Räume, die nicht einem Konsumzwang unterliegen, sind leider die seltene Ausnahme, das wird auch heutzutage bei einem Spaziergang durch die Stadt schnell klar. Gleichzeitig erscheinen sie mir für eine lebendige Demokratie dringend nötig, geschenkt bekommen wir diese aber wohl nicht.
Die Welturaufführung des Films, sowie eine Zusatzvorstellung im Cinema-Quadrat waren ausverkauft. Es folgt noch eine Aufführung am 12. Juni 2019.

Freie Räume
Dokumentarfilm zur Jugendzentrumsbewegung 102 Min.
Tobias Frindt

(355) 05.2019

Barcelona chair

15 Mai

Bauhaus in Mannheim. Zwar hatte Ludwig Mies van der Rohe im Jahr 1953 den Wettbewerb zum Neubau des Nationaltheaters gewonnen, da er sich aber weigerte seinen Entwurf, wie vom Gemeinderat gefordert, zu ändern, wurde dieser nicht verwirklicht. Seine Haltung war verständlich, nach all den Gängelungen durch die Nazis. Mit dem Barcelona Sessel, den er vor 90 Jahren mit Lilly Reich für den deutschen Pavillon der Weltausstellung in Barcelona entwarf, ist Mies van der Rohe dann doch noch ins Foyer des NTM gekommen.
Ich frage mich, was mit den Sesseln zur geplanten Generalsanierung des Theaters geschieht. Hiermit melde ich mich auf jeden Fall schon mal für ein Exemplar an, obwohl ich nicht weiß, ob es sich um die von der Fa. Knoll lizenzierten Originale handelt, denn bei meinem letzten Theaterbesuch scheute ich mich, vor versammeltem Publikum zu Boden zu gehen, um nach der eingravierten Signatur zu schauen.

Barcelona chair
Foyer Nationaltheater Mannheim
Goetheplatz, 68161 Mannheim

(353) 05.2019

Mannheim, Heimat, Mensch, Natur

13 Mai

Update 09.2020: Mit seiner Wahl zum Bundestagsabgeordneten haben die Wähler*innen N.Löbel auch zu einer guten Bonität bei den Banken verholfen. Diese nutzt er gerade für lausige Immobileninvestments, bei denen er den potentiellen Mieter*innen die Hosen ausziehen will. Nach dem Motto, sonst rechnet sich’s doch nicht. (Mehr darüber bei Kommunalinfo) Ich habe Verständnis dafür, dass man instinktmäßig seine Familie durchbringen will, aber dann sollte man als Politiker nicht gleichzeitig den Anspruch erheben, die Interessen der Bürger’innen zu vertreten.

———————

Politik braucht Popstars. Wir haben einen und zwar unseren Bundestagsabgeordneten! Während seine Parteikolleg*innen von der CDU in diesem Jahr richtig Geld in die Hand nehmen und die Stadt mit Wahlplakaten zukleistern (der Erfolg wird ihnen recht geben), greift Nikolas Löbel eher singulär, dafür mit großer Geste, in das kommunale Wahlkampfgeschehen ein.

Sein aktueller Slogan (fast hätte ich gesagt song) erinnert ein klein wenig an den Top 10 Hit Menschen, Leben, Tanzen, Welt von Jan Böhmermann. Mit Mannheim, Heimat, Mensch, Natur trifft er jedoch punktgenau den Nerv der Zeit. Pop wäre nicht Pop, böte er uns nicht auch betörenden Nektar, an dem wir saugen können. Löbels Botschaft lautet:…Soll bleiben! Das ist doch mal eine gute Idee. Und die hat auch nichts mit Populismus zu tun, das ist einfach grossartiger äh, Deutschpop, bestens auch zum Mitschunkeln geeignet. Also Leute, vergesst Artensterben und Klimanotstand. Entspannt euch, macht euch locker und chillt erst mal. Mannheim ist und bleibt Heimat von Natur. Diese im Kern frohe Botschaft wurde bedauerlicherweise grafisch nur sehr unzulänglich und blass umgesetzt. Doch in der Stadt der Kreativen ist es für Alles Mannheim Ehrensache, hier ganz beherzt und völlig honorarfrei nachzubessern. Aber seht selbst und geht wählen.

Mannheim, Heimat, Mensch, Natur
Collini-Straße, Mannheim

(352) 05.2019

Capitol

14 Mrz

Also Leute, so eine schönes Kino und so ein Theater! Dieses endlose hin und her wegen eines alten Sarotti-Mohrs. Ob er bleiben kann oder nicht. Natürlich kann der weg, der alte Kram. Das braucht kein Mensch. Ist doch sowieso Reklame. Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist. Ich meine, die alte Werbefigur ist von der Kolonialzeit geprägt, das sieht doch heutzutage ein Blinder mit Krückstock. Also was solls. Bevor sich jetzt noch mehr Leute dran aufgeilen und ihre Witze machen und extra große Mohrenköpfe kaufen und mit breitem Grinsen verspeisen, kommt er halt weg. Das ist im Grunde wie bei den Waldhof Buwe: Auf gehts und vorwärts! Sonst kannst du nicht gewinnen. Na ja, das Capitol. Früher waren da jede Woche super Konzerte, in der Schall und Rauch Ära von Matthias Graupner. Da sind auch viele schwarze Jazz Musiker aufgetreten. Manfred Rinderspacher, der Fotograf, hat davon viele wunderbare Fotos gemacht, die könnte man zeigen. Aber, das will wohl heute niemand wissen. Na ja, das Programm ist jetzt meistens mehr so… Kleinkunst oder Comedy. Wobei, das Capitol war auch mal ganz großes Kino. Das größte 1927 und ist immer noch wunderschön mit Kuppeldecke und so, herrlich. Es ist auf jeden Fall gut, dass kein Supermarkt draus geworden ist. Obwohl, nee, na ja doch.

Capitol
Eventhaus mit dem besonderen Flair für Konzerte, Music Shows, Comedy und Kabarett.
Waldhofstraße 2, 68169 Mannheim
0621 3367333

(345) 03.2019

BUGA 75 Design

8 Mrz

Die Faszination, die von der Bundesgartenschau 1975 in Mannheim noch heute ausgeht, liegt auch in dem ziemlich starken Design begründet, zu welchem man sich damals entschieden hatte. Da kommt die 2 im roten Quadrat heute nicht mit und auch nicht das N T M und schon gar nicht das k der Kunsthalle. Die damals neuen, stilprägenden Elemente wie Pantone und soft-edge-design sind heute zum Standard entwickelt. Das im BUGA Logo enthaltene hohe gestalterische Versprechen konnte allerdings zunehmend weniger eingelöst werden. Mit Ausnahme der Spielplätze endete seither nahezu jede gestalterische Veränderung insbesondere im Luisenpark in einer Designkatastrophe. Ein Spaziergang unter Gesichtspunkten guten Designs kommt heute einem orientierungslosen Umherirren gleich, bei der nur die Irrtümer Zeichen setzen.

Der Designer des BUGA 75 Logos Reinhard Lorenz ist letztes Jahr im Januar 2018 in seiner badischen Heimatstadt Achern im Alter von 86 Jahren gestorben. Das MARCHIVUM, Mannheims neues Stadtarchiv, veranstaltet übrigens vom 24. März bis zum 18. August 2019 eine Ausstellung zur BUGA 75.

BUGA 75 Design

(344) 03.2019

Mahnmal für die Opfer der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus

23 Jan

Seit 2013 ist diese Plastik des in Mannheim geborenen Künstlers Michael Volkmer zu sehen und wechselt dabei immer mal wieder den Standort, der jeweils auch ein ehemaliger Tatort war in Mannheim. Die sterile und abweisende Erscheinung des Quaderblocks weckt Erinnerungen an Krankenhaus und Anstalt im negativem Sinn. Die in der Nazi-Zeit unter der Ideologie der Rassenhygiene verübten Taten an sog. Behinderten können heute deutlich als Verbrechen markiert werden, wenngleich die damals das Unrecht Ausführende kaum zur Rechenschaft gezogen wurden. Schwieriger ist es in heutiger Zeit, einzuordnen, wo sich die Linien der Macht entlangziehen. Die aktuell diskutierte Vorlage, praenatale Bluttests zu Regelleistungen der Krankenkassen zu machen, will dafür sorgen, dass behinderte Kinder nicht zum sozialen Stigma werden. Andererseits definiert der Test auch eine Norm und eine weitere Tür für den gesellschaftlichen Trend zur Selbstoptimierung könnte geöffnet werden. Durch neue Techniken lassen sich womöglich bald noch mehr Eigenschaften als Geschlecht oder Down-Syndrom vor der Geburt schon erkennen.
Ich weiß nicht, wie viele sogenannte Behinderte dieses Blog lesen, aber mit etwas Emphatie kann ich mir vorstellen, dass meine Normalität eine etwas andere ist, als die eines behinderten Menschen. Und so stellt sich mir die Frage nach der Macht, die Normen und Gesundheit definiert und wie sie mit Abweichungen umgeht. Und es stellt sich auch die Frage nach der Freiheit, für die um ihr Selbstbestimmungsrecht kämpfenden Frauen, wie auch die Frage nach der Lebensqualität entscheidend ist, die die gesellschaftliche Ordnung für die von der Norm Abweichenden und ihren Familien bereithält.

Mahnmal für die Opfer der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus
An wechselnden Standorten in Mannheim

(338) 01.2019

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