Die Kuppelhäuser in Neckarau

4 Nov

„Wir sind alle Astronauten“
R. Buckminister Fuller (Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde) 1969

Dome

DROP CITY Mannheim-Neckarau! Na, das ist dann doch wohl übertrieben, trotz Brixy, der freien Waldorfschule und dieser Einfamiliendome hier am Aufeld. Aber ein Blick lohnt auf die Geschichte und Ideen dieses Architekturkonzeptes, das der visionäre Guru R. Buckminister Fuller bereits seit den 1940er Jahren entwickelte. Fand auch Dietrich Dietrichsen, der letztes Jahr im Berliner Haus der Kulturen die Ausstellung „The Whole Earth“ kritisch kuratierte. Die Dome, leicht und mobil auch fürs Militär konzipiert, wurden für die kalifornische Hippiebewegung zum Symbol alternativer Behausung.

Dome3

Es ging um nichts geringeres als um einen Plan zur Rettung der Welt, der mit Hilfe von Computern schon 1967 möglich schien. Die ungerechte Ausbeutung begrenzter Ressourcen kann durch eine universale Design-Evolution überwunden werden, an deren Spitze Architekten stehen, da diese in der Lage sind, Dinge zusammenzusetzen. Die 2 Millionen Jahre alte Menschheit sah Fuller auf einer der Kindheit entsprechenden Entwicklungsstufe. An die Jugend gewendet:

„Es geht […] um die Erziehung jedes einzelnen zur Realität des Übergangs der Menschheit vom Schoß erlaubter Ignoranz zum Schoß notwendiger Komprehension und Kompetenz. Voraussetzung für eine solche Erziehung ist die Abschaffung veralteter Amüsements, seichter Romanzen und Rührstücke, der Schein-und Ersatzwelten, hinter denen sich die Mängel eines unter- und fehlinformierten, physisch versklavten oder bürokratisch dogmatisieren, gedankenlosen Lebens verbergen.“

Der Reflex auf Fullers universal-technischen Ansatzes führte paradox bei seinen Anhängern zunächst zu einer Rückbesinnung auf vorindustrielle Traditionen und Lebensweisen, da hier Selbstbestimmung, wenn auch unter ökonomischen Verlusten, möglich schien.
Die vernetzt wirkenden Kuppelbauten, Zeichen des Atom- wie auch des Kommunikationszeitalters sind aus Kugel- und Tetraedermodellen entwickelt und nun schon etwas in die Jahre gekommen. Der universelle Zukunftsplan ist heute im weltweiten Netz, bei Automatisierung, Drohnen und elektronischen Konsum zwischengelandet, Ressourcen werden weiter übermäßig beansprucht, während eine neue DIY-Generation abermals versucht, der überrollenden Macht großer Kapitalgesellschaften in kleinen Nischen zu entkommen. Angesichts des nahen Großkraftwerks und dessen Verbrennung fossiler Brennstoffe leben hier allerdings nicht nur die Bewohner der Kuppelhäuser noch in der Vergangenheit.

Ein interessantes Zeitdokument ist das Buch: Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde, herausgegeben von Joachim Kraus, erschienen im Rowohlt Verlag.

Zur Vertiefung des Themas eine Rede von Peter Sloterdjik: Wie groß ist „groß“?

Die Kuppelhäuser in Neckarau
Neckarauer Waldweg
Mannheim

(183) 11.2014

Nietzsche in Mannheim

19 Nov

Nicht vielen ist bekannt, dass Friedrich Nietzsche 1871 wegen einer Wagner Aufführung mehrere Tage in Mannheim weilte. Doch auch hier zeigt sich die Vorzüglichkeit unserer Stadt, dass die Zahl solch herausragender Ereignisse überschaubar ist und auch Kleingeister wie ich davon noch Kenntnis nehmen können. Daraufhin aber meldete sich völlig unerwartet der Meister des Wandels und der Verneinung höchstselbst bei mir und sofort verabredeten wir uns auf eine heiße Schokolade im 1. Stock der traditionsreichen Konditorei Herrdegen.
„Pop ist tot“ eröffnete ich unsere Unterredung ohne Umschweife. Er lächelte mit ungeahnter Milde. „Mein Freund“, hob er an, „wohl sehe ich den Brunnen vor dem sie jämmerlich stehen, weil sie ihr Kind hineingeworfen haben. Ertrank es, weil der Brunnen zu tief ist? Hohl es heraus und siehe, mit Phrasen wurde es gedroschen. Und auch dich höre ich jammern, die Stadt kenne nicht das Meer, die großen Gebirge und die tiefen Täler. Doch schau dir dein eigen Brünnlein an, welches du gegraben hast. Bis zum Knöchel reicht dir seine Tiefe. Ein Labsal wohl für Schnaken und Kröten. Suchst du Erquickung, ist es wahrlich besser, in die Wüste zu gehen.“ Er nahm einen innigen Schluck aus seiner Tasse und fuhr fort. „In Güte will ich zugeben, dass ihr etwas erschaffen habt. Doch, lieber Freund, du kennst meine Meinung zu Gelehrten und Akademien und noch dazu verstopft ihr euch lieber die Ohren mit süßem Gesang, anstatt sie mit dem Geschrei von Yoko Ono zu öffnen.“ Abermals nahm er einen Schluck und fuhr fort: „POP sagtest du? Siehe, schon der dritte Buchstabe ist sein letzter, auch ist der letzte wie der erste, als ob ihm auf dieser kurzen Strecke schon der Atem ausgeht und es muss sich wiederholen, der erste gleich dem letzten und dreht sich in einem fort.“ Während er so sprach umklammerte meine Hand die Kakaotasse immer fester und eine Pause nutzend blickte ich auf und fragte schüchtern: „Ist aber stetige Wiederholung nicht Ewigkeit?“ „Du träumst vom Honig trinken?“ erwiderte er streng. „Nicht einmal den Eintagsfliegen ist die Ewigkeit ein Heil und auch mir das Schwerste und also sage ich dir, POP lebt, so wie er stirbt.“
Ich zahlte und wir erhoben uns. Draußen ward es Nacht. Er begleitete mich noch ein Stückchen durch die Fressgasse. Verwundert hielt er vor einem Parkscheinautomaten inne. „Der Wille zur Macht…“ murmelte er leise vor sich hin.

Nietzsche in Mannheim
(291) 11.2017

Tractatus monnemae I

5 Nov

Vom Mittelpunkt.

Es wird häufig belächelt, dass sich Mannheimer mit ihrer Stadt als den Mittelpunkt der Welt betrachten und natürlich ist es leicht, dies als Spinnerei abzutun. Wer aber fragt nach den Gründen für diesen scheinbaren Realitätsverlust? Welche Gesetze liegen hier zugrunde? Was bestimmt unsere Verfasstheit. Sind Charakter und Eigenart nicht Phänomene einer Prägung durch fortwährende Erfahrung? Die Erfahrung eines Mannheimer Berufspendlers zum Beispiel, der fast täglich eine Neckarbrücke überquert. Über der Mitte des Flusses wird er seinen Blick kurz um 90 Grad wenden, um auf den Neckar zu schauen und wird dabei im Herbst und Frühjahr einer rot aufgehenden Sonne ansichtig. (die aufgehende Sonne natürlich ist auch eine ganz und gar subjektive Wahrnehmung, da die Erde sich ja dreht). Jedenfalls erscheint sie ihm tief in einer wie in die Unendlichkeit reichende Ferne, wobei sich diese Perspektive durch die Gradlinigkeit des Flusses bedeutsam verstärkt.


Archivbild: der Blick nach Osten

Am Abend wendet er seinen Blick an gleicher Stelle zur anderen Seite, auf der nun, erneut in weiter Ferne, die Sonne über dem Fluß untergeht. Auf dieser Ost-West Achse, die fast einer unendlichen Geraden gleicht, aber eben doch eine Strecke ist, erlebt unser Pendler seinen Horizont durch den Verlauf der Sonne als eine 180 Grad Durchmessung und damit, zwar etwas unscharf, aber doch deutlich genug, als einen Halbkreis und es scheint ihm, als befände er sich auf dem Durchmesser und hätte die Zirkelspitze eingeschlagen. Den Gesetzen der Geometrie folgend befindet er sich somit auf oder zumindest sehr in der Nähe des Kreismittelpunktes. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich dererlei Wahrnehmungen eher unterschwellig vollziehen und bei nicht wenigen Mannheimern rufen solche Betrachtungen bestenfalls mitleidiges Unverständnis hervor. Schließlich weiß man ja, wer man ist und was man ist und deutet damit die lange Geschichte Mannheims als Arbeiterstadt an oder bringt vielleicht sogar die gegen die Preußen aufsässige Badische Identität ins Spiel. Gewiss. Doch entstammt Mannheims städtebauliches Konzept nicht einer Zeit des Absolutismus, deren herausragende Figur König Ludwig XIV. wir allgemein als Sonnenkönig kennen? Jedenfalls ist Mannheim rundum von der Sonne beschienen, was, nebenbei bemerkt, bei manchen Mannheimern zu chronisch zusammengekniffen Augen führt, hinter denen aber häufig unvermutet ein launiger Witzbold steckt.


Archivbild: der Blick nach Westen

Der Autor Thomas Baumann unternahm schon 2016 in einer viel beachteten Publikation zum Mittelpunkt Mannheims den Versuch, das Phänomen zu beleuchten. Sein fundamentaler Ansatz der reinen Vermessungstechnik griff aber m.E. zu kurz, genauer gesagt landete in Käfertal, da er die mentalen wie materiellen Bedingungen des Gesamtumfeldes, die in dieser Angelgenheit des Mittelpunktempfindens einwirken, nicht ausreichend berücksichtigte. Als Bewohner der Oberrheinischen Tiefebene findet der Mannheimer die natürlichen Grenzen seines gewohnten Lebensraums westlich an den Rändern des Pfälzerwaldes, östlich an den Hängen des Odenwaldes. Diese Grenzen sind selbstverständlich nicht unüberwindbar, aber innerhalb dieser Grenzen findet er in Bezug auf Licht, Klima, Vegetation, seine gewohnten Lebensbedingungen vor, gleichzeitig vermitteln ihm die Berghänge ein Gefühl des Eingebettetseins. Nach Norden und Süden flachen die Berge ab und auch diese Tatsache führt zu einer gefühlten Grenze, da nun die gewohnte Geborgenheit durch die Berge fehlt. So lässt sich vorläufig feststellen, dass Mannheim tatsächlich in Bezug auf Entfernung und Umkreis einen Mittelpunkt darstellt, ja mehr noch, diese Mitte keine Einbildung, sondern gleichsam eine emotionale Wiege im Selbstverständnis seiner Bewohner ist und sein muss. Nicht also aus Protest, Unwissenheit oder Willkür, sondern gewissermaßen als conditio monnemae.

Tractatus monnemae I

(290) 11.2017

SV Waldhof Livestream

30 Okt

Von wegen Amateure. Na und? Der SV Waldhof Livestream jedenfall ist ein absolut erstklassiger Service des Vereins, seiner Fans und der Ehrenamtlichen. Auswärts wird mit Bild und Ton geliefert, die Heimspiele laufen als Radioformat. Es kann kostenlos und weltweit mitgefiebert werden! Nett finde ich auch, wie die Kommentatoren im entspannten Plauderton beim Geschehen dabei sind und das ein oder andere ausdiskutieren, wenn sie nicht immer einer Meinung sind. Zuweilen etwas deftiger, aber dafür halt waschecht, kommen die geposteten Fankommentare daher. In der 3. Liga wäre wohl nur noch der Radiobetrieb möglich, in 2. und 1. Liga gar nichts mehr davon. Ich werde jetzt schon wehmütig. Die aktuelle Tabelle, derzeit Regionalliga Südwest, findet ihr hier. So, jedzd bleiwe mer awwer mol am Ball.

SV Waldhof Livestream

(289) 10.2017

Neckarbrückenblues

19 Okt

Joy Flemings Neckarbrückenblues kam 1972 heraus und lief zu dieser Zeit häufiger im Radio. Der Song traf mich mit voller Wucht in meiner pubertären Phase. Ich meine, ich war in einem Alter, in dem ich, wie man so schön sagt, keine Ahnung hatte. Das Lied beunruhigte und begeisterte, faszinierte und verstörte mich gleichermaßen. In der Schule und zu Hause wurde streng hochdeutsch gesprochen. Her, her mol her… das kam schon einem Wohnungseinbruch gleich … was ich dir jetzt saage will… und dann noch per du …des is ä klääni Gschicht vun geschtern morge… brühwarm ….do is de Briefträger zu ma kumme und hot gsacht, her Kläni, geh mol her, ich hab da was zu saage… und bis dahin war mir völlig unbekannt, dass man mit Briefträgern sprechen konnte, oder gar von ihnen mit Du angesprochen wird und überhaupt, was ist das für eine Welt? …deun Karl is schun widder iwwer die Brick, iwwer die Brick is er widder niwwer zu der onnere… da gings um was, von dem ich nur wusste, dass mans nicht machen sollte, aber dann abgeklärt… da hab ich zu dem Briefträger gsacht: her mol, des is moin Karl sei Sach… souverän …ma zwingt kään Mensch zu soinem Glick… und das liegt ja wohl eindeutig in den Armen der Sängerin … und wann er mähnt, er muss iwwer die Brück, soll er doch, soll er doch, soll er doch… schreit sie ihm nach… Ich wees, der kummt a widder zurück, der kummt schun widder, wann er Hunger hot…oh yeah oh yeah oh yeah… schraubt sich die Stimmung bedrohlich nach oben, beruhigt sich aber wieder unerwartet … Die Männer… noch bin ich kein Mann, aber mein Schicksal scheint besiegelt … kumme alleweil widder zurück, dann sin se hungrisch oder kronk… ich werde Frauen verlassen und als armer Hund wieder vor der Tür stehen müssen… Gott sei Donk… wie? dass ich hungrig und krank bin? Schöne Aussichten, ich gehe grad aufs Gymnasium und lerne Latein. Aber mein Vater, was macht der eigentlich? …und ach moin Karl g´heert zu derre Sort, gottseidank gottseidank gottseidank… Bis jetzt war ja vom Karl nichts gutes zu hören, aber er scheint doch auch seine geheimen Vorzüge zu haben. … Nä, so oft kann der gar net fort, wie er widder zurück kummt iwwer die Brick… aber er ist wohl auch ein Schwächling und sie hat irgendwie den Kochlöffel wie ein Zepter in der Hand… do steht er schun widder an de Dür, moin Karl… das Piano setzt perfekte Akzente …un donn sacht er ganz fresch zu mir: Kläni her mol her, ich geh mol schnell uff ä Bier, ich bin bald widder zurück… das Wort Schäferstündchen kannte ich damals irgendwie schon, und es schien sich wohl genau hierum zu handeln, andererseits könnte dieses Stündchen aber auch im Puff verbracht werden und wenn dies zuträfe, wäre die Richtung klar: Sie wohnt in der Innenstadt und er geht über die Jungbuschbrücke in die Lupinenstraße. Das Wort Moral hatte für mich noch keine Bedeutung, wohl aber gut und schlecht …oh Karl, oh Karl, oh Karl, oh Karl … zugleich vorwurfvoll und schicksalhaft, göttlich …du hoschst doin Hut tief im Genick… nie wirklich verstanden …ich wääß ganz genau, jetzt geht er wieder iwwer die Brick, er geht wieder iwwer die Mannemer Brick… und dann geht es hin und her und her und hin, furios und wie im Zeitraffer …riwwer und niwwer… und gut und schlecht, plus und minus, Ablehnung und Anziehung …kumm zurück… Quadrate, Neckarstadt, man weiß gar nicht wo,…Mannemermannemermannemer… in dieser Geschwindigkeit ist der Standort nicht mehr klar auszumachen und …riwwer und niwwer… „hier und dort“ verschmelzen schließlich zu einem phänomenalen Dazwischen: …die Mannemer Neckarbrück.

Absolut großartig in Szene gesetzt mit Gesang, Bass, Schlagzeug, Klavier und Gitarre. 12 Points!

Neckarbrückenblues
gesungen von Joy Fleming
Text: Carl J. Schäuble, Erna Strube
1972

(288) 10.2017

2. British Rock Meeting

15 Okt

Hier mal ein Festival, das in Mannheim nicht stattfand, obwohl die Plakate schon gedruckt waren. Per einstweiliger Verfügung stoppte die Stadt das Vorhaben des damals grade mal 26 jährigen Lieberberg und seines Partners Avram mit ihren frisch gegründeten Mama Concerts. Als Open Air Festival nach Woodstock-Vorbild sollte es auf unserer Friesenheimer Insel stattfinden. Immerhin konnte man mit 50 bis 60% amerikanischen GIs als Besucher kalkulieren. Aber nein. So musste schnell ein Ausweichort in der Nähe gefunden werden. Das Festival startete dann wohl unter miesen Bedingungen, aber eben doch legendär so kurzfristig bei Germersheim, dass es dort angesichts der anrollenden 100.000 nicht mehr verhindert werden konnte. Übrigens trat damals auch die Band Abacus auf, mit dem 2014 tragisch verstorbenen Mannheimer Schlagzeuger Konstanin Bommarius (Karthago) und die Odenwälder Guru Guru spielten mitternachts nach Pink-Floyd. Die Doors und Country Joe McDonald kamen aber nicht. Und weil das Festival in Mannheim nie stattgefunden hatte, werden wir hier im Jahr 2022 auch kein Jübiläumsfest erlebt haben. (übrigens mein erster Satz in Futur II in diesem Blog!) Eine informative Seite zum Festival in Germersheim auf der Insel Grün findet ihr hier.

2.British Rock Meeting
20.21.22. Mai 1972
nicht in Mannheim

(287) 10.2017

Nine Days Wonder

3 Okt

Aus aktuellem Anlass, weil ich gerade zum Genesis-Artikel in einem Kommentar das gesamte Live-Programm des Clubs aus den Jahren 1971 – 1974 gesendet bekam, hier mal ein Erinnerungs- und Würdigungsbeitrag für unsere noch nicht Pop-akademisierten Alt-Vorderen, die, wie ich denke, einen mächtigen Einfluss in unserer Mannheimer Musikszene hatten. Nine Days Wonder, eine Mannheimer Band, die sich vom Beat-Talentschuppen bis zur German-Kraut-Prog-Rock-Band entwickelt hatte. Die Bandfotos auf der Homepage sind wahrhaft Ehrfurcht einflößend. Da ich, etwas jüngeren Jahrgangs, die Gruppe selbst nicht erlebt habe, bin ich auf Anektoden 2. Hand angewiesen, von denen eine ist, dass die Band wegen eines „unmusikalischen Solos“ bei einem Beatband-Wettbewerb 1967 im Rosengarten(!) disqualifiziert wurde und fortan als härteste Band in Mannheim galt. Es war eine Coverversion von My Friend Jack. Na also. Nachzulesen in einem netten Artikel bei Krautrock-Musikzirkus. Die Band veröffentlichte mehrere Alben, wechselte auch mehrmals die Besetzung, hatte einen grottenschlechten Plattenvertrag und ist nun Legende. Der Band-Gründer Walter Seyffer hatte in den frühen 80ern ein Tonstudio im ehemaligen Strebelwerk auf der Friesenheimer Insel, und ich müsste mir eigentlich in den Arsch beißen, dass wir ihm keine Credits hinterlassen hatten, nachdem wir unsere Platte bei ihm aufgenommen hatten. Aber das habe ich jetzt hiermit auch erledigt. Auf Spotify gibt´s übrigens ne Menge zu hören von Nine Days Wonder.
Manche Herren aus der guten alten Zeit sind übrigens heute noch aktiv: Hans Frauenschuh, Michael Bundt und Karl-Heinz Weiler formen die Band Retrodelix, Freddy Münster die RhineStream Jazzband.

Nine Days Wonder
Mannheimer Band
1967 – 1975

(286) 10.2017

KAZZWOO

27 Sep

Was um Himmels Willen versteht man unter Jazz? Und was zum Teufel ist eine Jazz-Bar? Bei Wikipedia steht über Jazz, ursprünglich ein sozial abwertender Begriff, dass er nach Miles Davis eigentlich Great Black Music heißen sollte, also nix für die AFD und tatsächlich für mich in erster Linie schwarz, Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Herbie Hancock, Sun Ra, Louis Armstrong, Oscar Peterson, Charlie Parker, … treibend, pulsierend, wie Miles Davis´Fahrstuhl zum Schafott, urban verdichtet, kommunikativ, ebenso kollektiv wie individuell, sodass Programmierer, die perfekte Schachroboter basteln, am Bau einer Jazzmaschine scheitern, weil im Grunde viel zu menschlich, weil vom Körper abhängig, bis sich rauschartig etwas verselbstständigt, sich ablöst, einem befreiendem Höhepunkt zustrebt zur Herrlichkeit, oder manchmal auch gar nicht zustrebt, sondern traumverloren in einem dunklen Blau in irgendeiner Ecke in Einsamkeit, oder mitten auf der Bühne, jedenfalls mit Schweißtropfen im Scheinwerferlicht vor, nach oder um Mitternacht als langgedehnte Note, als letzter Ton vibrierend wie ein Kolibri in der Luft steht und dann sanft in ein Whiskeyglas plumpst. Verdammt, was also ist eine Jazz-Bar? Ja, wahrscheinlich das nicht, aber schau halt mal selbst rein. Beim Atlantis um die Ecke, vielleicht nach´m Kino, dann gibt´s sogar Nachlass.
´
Kazzwoo
Jazz Café Bar
K2, 23
68159 Mannheim
0621 – 4480776

(285) 09.2017

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