Fungi and Foe

11 Jul

Ein guter Artikel über Fungi and Foe sollte knackig klingen, wie der Bass der Red Hot Chilli Peppers, er sollte sich artifiziell bizarr anhören wie Frank Zappa, wenn er gerade nicht Gitarre spielte und der Artikel müsste als dreckige anarchische Collage zusammengeschnitten sein, wie bei Chrome, kurz gesagt, er müsste auf jeden Fall von der Westküste Kaliforniens kommen. Andererseits, da dieser Artikel bei Alles Mannnheim erscheint, gilt es zunächst einmal mitzuteilen, dass Fungi and Foe ein Mannheimer Duo mit Bass und Schlagzeug ist, das die mir bis dahin völlig unbekannte Band Primus als Referenz angibt und sich nach einem Album des mir bis dahin ebenfalls völlig unbekannten Bassisten Les Claypool benannt hat. Zwei anspruchsvolle Musikfans also, die an metallischen Underground-Sounds feilen und bei aller Härte doch auch einen windelweichen Humor pflegen, wie der Titel ihrer Kurzveröffentlichung „I Wanna Sit On Your Face And Wriggle“ preisgibt. Offensichtlich haben sie ziemlichen Spaß daran, sich durch alte Filmklassiker zu zappen, dennoch werden sie demnächst voraussichtlich in Farbe erscheinen beim Brückenaward oder im Alten Volksbad, jedenfalls unbedingt westlich der Kurpfalzbrücke. Sollte es bei einem ihrer Auftritte zum Stromausfall kommen, weil in ihrem Soundlabor bei der Erschaffung künstlicher Kreaturen mal wieder die Sicherungen durchgeknallt sind, wird man auf jeden Fall noch das Schlagzeug und Schreie hören…

Fungi and Foe
THE SUPERNATURAL ROCK DUO EXPERIMENTATION
Band aus Mannheim

(314) 07.2018

Destille Nr. 13

5 Jul

Apropos kulturelle Leuchtturmprojekte: Soweit ich das sehe, ist die Destille Nr.13 die letzte und einzige Eckkneipe in den Quadraten. Und das mit allem drum und dran: Zapfhähne, Kölsch, Qualm, Musik, Spielautomat, Thekentrinker, Fußballübertragung und hinterm Tresen eine Bedienung, die ihre Jungs gut im Griff hat. Lokalheiligtum!

Destille Nr. 13
Q2, 13
68161 Mannheim

(313) 07.2018

Wölfe am Wasserturm

1 Jul

Ganz kurz noch, bevor ich mich wieder den erfreulichen Anblicken Mannheims zuwende. Türkische Nationalisten feiern am Wasserturm den Sieg Erdogans nach der Wahl, wahrscheinlich aber auch die Regierungsbeteiligung der ultrarechten MHP. Das wirkt provokant und einen Mittelfinger haben sie dafür schon verdient. Aber es sind eben nicht die Türken, wie es ihre mitgebrachten Fahnen suggerieren, sondern Typen, die den Wolfsgruß zeigen und ihre chauvinistischen Siegerselfies vom Mannheimer Wahrzeichen durch die Welt schicken. „Diese Leute nix gut“, um es in den Worten meines eritreischen Kollegen zu sagen, der wahrscheinlich schon mehr Elend gesehen hat, als ich. Ja aber im Grunde bieten sie uns doch ein bestes, abschreckendes Beispiel und somit guten Anlass, uns vom eigenen, bei uns verankerten und ebenso hässlichen deutschen Nationalismus abzuwenden. Auf die helle, friedliche Seite.

Wölfe am Wasserturm

(312) 07.2018

Akademiekonzert

13 Jun

Ich möchte dich jetzt gerne mitnehmen in ein Akademiekonzert, das immerhin eine Mannheimer Institution ist. Dich, der keine klassischen Konzerte und keine Komponisten kennt. Wir gehen in den Rosengarten gleich am Wasserturm, genauer gesagt in den großen Mozartsaal. Viel Holz wirst du dort an den Wänden und Decken sehen, das ist für den Klang und es gibt Konzertsäle, wie die Berliner Philharmonie, da ist der Klang noch viel besser, aber wenigstens haben wir in Mannheim einen Konzertsaal. Früher war hier der Nibelungensaal, der sagenhafte 6000 Leute aufnahm, aber er ging im Krieg kaputt. Der Neubau bietet immerhin 1628 Sitzplätze. Schau: das Konzert ist ausverkauft, Alte und Junge, Frauen und Männer, elegant oder sportlich modern Gekleidete sind da.

Jetzt kommt das Orchester auf die Bühne. Es sind traditionell die Musiker des Mannheimer Nationaltheaters. Sie bekommen gleich Beifall. Sie stimmen eine Weile ihre Instrumente und dann eilt der Dirigent, der hier ein Generalmusikdirektor ist, auf die Bühne und bekommt auch Beifall. Er stellt sich auf ein kleines Podest, alles verstummt und nun beginnt die Musik.

Du hörst Werke von verschiedenen Komponisten aus unterschiedlichen Zeiten, meist instrumental ohne Gesang. Für die Komponisten ist Musik eine andere Art von Sprache. Sie schreiben sie in Notenzeichen auf. Jedes noch so unterschiedliche Instrument im Orchester ist eine eigene Stimme in dieser Sprache und jeder Musiker oder Musikerin spielt auf seinem Instrument genau die ihm zugedachten Noten. So macht der Dirigent mit dem Orchester hörbar, was der Komponist oder die Komponistin ohne Worte aufgeschrieben hat. Manches stammt aus alter Zeit und du hörst die damaligen Regeln und Gesetze, aber vielleicht auch den Glanz, bei neuerer Musik sind manche musikalischen Gedanken viel freier. Bei so einem Konzert bist du kaum abgelenkt, wenn nicht grade mal jemand hustet hören alle zu und folgen aufmerksam der Musik, ohne auf ihr Smartphone zu gucken. Das kann entspannend sein und wenn du am Tag hart gearbeitet hast, musst du vielleicht aufpassen, nicht einzuschlafen und zu schnarchen. Die Töne verklingen, die Musiker hören auf zu spielen. Warte. Nicht als erster Beifall klatschen, vielleicht geht es noch weiter. Doch jetzt klatschen alle und es gibt sogar eine Pause. Wir können im Foyer Getränke kaufen, die nicht ganz billig sind, vertreten uns ein wenig die Beine und schauen aus den großen Glasfenstern nach draußen.
Nach der Pause geht die Aufführung mit Begrüßungsapplaus und einem anderem Stück weiter. Es gibt Komponisten, die gefallen mir gar nicht, andere berühren mich sehr. Am Ende des Konzertes verbeugt sich der Dirigent vor dem Publikum und dieses gebogene Metallrohr auf dem Podest, das den Dirigenten vorm Herunterfallen bewahren soll, wirkt sehr wacklig. Das Orchester erhebt sich immer wieder. Es gibt auch noch Blumen und vielleicht noch eine Zugabe. Die meisten Besucher sind jetzt froh, schimpfen nicht und sind zufrieden. Die Sprache der Musik kennt helle Freude wie auch tiefes Leid. Lautes und Leises. Drohendes und Zartes. Auch wenn du Musik auf CD hören kannst, was ich im Konzert so viel eindrücklicher verspüre ist, dass die tollen Ergebnisse, mit der ganzen Stimmenvielfalt der Instrumente hervorgebracht, nur durch Fleiß, Hingabe, Ernsthaftigkeit und einem vorzüglichen Zusammenspiel aller Musiker auf der Bühne zustande kommen. Deshalb Respekt und Dank, denn ein solches Gelingen zu erleben verleiht Hoffnung, findest du nicht auch? Vielleicht sind auch deshalb die Mannheimer Akademiekonzerte so gut besucht. Sie sind übrigens eine der ältesten Konzertreihen in Deutschland.

Akademiekonzert
Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim

(311) 06.2018

Spielabbruch

31 Mai

Nennt mich Feigling, aber die Tatsache, dass ich hier erst nach 309 Artikeln beim SV Waldhof Mannheim 07 antrete, lässt erahnen, wie heiß das Eisen für mich schon immer war. Doch nach diesem Spielabbruch, der aus den Reihen der Ultras99 durch Böller und Raketen bei der Relegation provoziert wurde, half auch alles Schöntrinken nichts mehr und jetzt, wo der Rauch der Pyro verzogen ist, wage ich mich halt mal aufs Spielfeld.

Liebe, Kampf und Leidenschaft, ja klar! Auch Hass und rohe Gewalt gehören schon seit langem dazu. Die Fankultur ist seit Jahren von Gewalt und Einschüchterung mitgeprägt und führte dadurch den Mannheimer Eishockey-Adlern schon viel Publikum zu. Andere Vereine werden zu „Todfeinden“. „Scheiss Hoffenheim“ wird mit Fäkalien überkübelt, „KSC wird geschlachtet“ etc. Eine Grätsche gegen „gute Sitten“, geltende Moral, herrschende Gesetze muss dabei sein. Fussball hat sowohl Wurzeln im alten Kampf Dorf gegen Dorf und dazwischen das Spiefeld, wie auch im privilegiertem Regelspiel, das 1848 in England Studenten der Universitäten gegeneinander austrugen. Es sind eben nicht nur 15 sogenannte Hohlköpfe, die ihre Emotionen nicht unter Kontrolle hatten. Der vorsätzlich herbeigeführte Spielabbruch, eine kalkulierte Machtdemonstration gegen herrschende Ordnung, gegen den DFB, gegen Kommerz, hat viele Sympathisanten.
Kurzer Rückpass: Bei den Landtagswahlen 2016 erreichten die AFD in den Stadtteilen im Norden Mannheims (Waldhof, Sandhofen, Schönau) im Schnitt ein Ergebnis von 27%. Anders als in der offiziellen Darstellung gibt es im Verein bei der Deutungshoheit, wer ein echter Fan ist, ständige Ballverluste. Jedoch droht das anti-bürgerliche Zuspiel mit jedem Aufstieg in eine höhere Spielklasse im Abseits zu landen durch mehr Sponsoren und neuem Publikum, welches den Waldhof möglicherweise zum harmlosen Familienverein ohne Altersbeschränkung mutieren ließe. Die Welt ist aber nicht harmlos. Sie ist ein Schlachtfeld. Sie ist Horror, wie die Choreografie der Ultras schön zeigte. Doch gleichzeitig deuten sie die nicht-bürgerliche, proletarische Geschichte des Vereins radikal um. Mit den Ultras, übrigens dem zahlenmäßig stärksten Fanclub, führt die Geschichte eben nicht zu einer emanzipatorischen Befreiung von (Spiel)klassen durch Solidarität und sportlichen Zusammenhalt, sondern zur Machtergreifung der Stärkeren, zum Ausleben von Chauvinismus und Aggression. Unter dem Treueschwur zum Verein wird leider auch immer wieder rechtsaussen gespielt, wehen die Fahnen von Fangruppen wie the Firm, blau schwarz asozial etc. am Spielfeldrand. Identität stiftende Vereinssymbole sind so längst schleichend vergiftet und zu Zeichen von Dominanz und Intoleranz geworden. Diese haben sich durch Graffits bereits im gesamten Stadtbild ausgebreitet. „Waldhof Buwe“ die krassen „bad boys“, die in der Szene gefeiert werden, schön asozial und bloß nicht hipster. Aus „meine Stadt, mein Verein“ wurde tatsächlich „eine Stadt, ein Verein“ und dies vom Verein selbst vorgetragen, der sich scheinbar durch ständiges Pressing zu solchen Fehlern hinreißen lässt, es nicht versteht, die Gruppen konsequent der Verantwortung zu stellen. Glaubt jemand ernsthaft, unter dem Recht des Stärkeren wird eine Selbstreinigung der Szene gelingen? Abpfiff. Mit jedem weiterem Gedanken wird mir klarer, dass der ehrwürdige Arbeiterverein SV Waldhof dringend Hilfe benötigt, um sich zu befreien. Vor einen Neuanpfiff schlage ich vor, dass alle Fans als kollektives Statement sämliche blau-schwarz bemalten Wände und Verteilerkästen in der Stadt weiß streichen, um für Stadt und Verein neue Projektionsflächen zu schaffen und dann schaun wir mal…

Spielabbruch
(310) 05.2018

Euternase

12 Mai

Es ist der Wahnsinn, dass sich heute wieder Bands mit dem Geist von 1980 infizieren. Aber was soll ich sagen, mich packte ja selbst gerade wieder die Begeisterung, als ich eine alte Kassettenaufnahme von 1980 mit einem Livemitschnitt unserer Band Neue Heimat aus dem Keller kramte und abhörte. Ok, damals wären die Jungs von Euternase kritisch als Langhaarpunks beäugt worden, schließlich bedeuteten kurze Haare, alte Zöpfe abzuschneiden, die geliebten Hippie-Götter zu verbannen, sich selbst zu ermächtigen und auf der Höhe der Zeit zu sein. Auch wäre den Jungs ungeduldig mehr Pogo abverlangt worden. „Schneller!“, so der klassische Zwischennruf aus dem Publikum. Aber auch die Pogo-Verweigerung konnte ja als Provokation gut durchgehen. Insofern haben Euternase bei Ihrer soeben veröffentlichten Debut-LP L´Amour alles richtig gemacht und bei mir zudem für ein gehöriges flashback gesorgt.
Was sich hier abspielt, erscheint mir keineswegs Retro, sondern als eine kreative Reaktion. Nach der überflutenden popdeutschen Redseligkeit ist der nächste notwendige Schritt, das Sprechen wieder mühsam zu erlernen. Das Denken ist verklebt. Die Worte können nur bruchstückhaft herausgerufen werden. Natürlich muss mit der Gitarre zersägt und mit den Drums zerschlagen werden, was uns sonst noch so beengt und bedrückt. Die schrecklichen Folgen mangelnder sportlicher Betätigung im Verein sind hier unüberhörbar. Für die Releaseparty am 18. Mai im Kombinat Mannheim empfehle ich als Beleuchtung übrigens helles Neonlicht, wie damals…

 

Euternase
Mannheimer Band
L’Amour LP (11.05.18) erschienen bei this charming man records

(309) 05.2018

Wer ganz mutig ist kann hier auch noch besagte Aufnahme von NEUE HEIMAT aus dem Jahr 1980 hören (am besten sehr laut) oder auch den Chor der Gefangenen 1982.

Maimarktbecher

1 Mai

Klarer Sieger heute beim Geschmacks-Wettbewerb Bratwurst gegen Maimarktbecher. Für nicht ganz günstige 4,50 Euro im Handwerkerzelt bei der Bäckerei Zorn zu haben. Eine Zusammenstellung von Sahne, Erdbeeren, Bisquit und Bayerische Creme, die von manchen Besuchern auf dem Maimarkt ahnungslos auch einfach Pudding genannt wird, obenauf etwas Schokoraspel. Die Light-Varianten gab es im Regionalzelt bei Grimminger mit Erdbeere pur. Jedenfalls ein beliebter Klassiker, wie es der Maimarkt ja auch ist. Schön wäre noch ne frische Idee zu den 40.000 Plasikbechern, die hierbei anfallen.

Maimarktbecher
Auf dem Mannheimer Maimarkt
mehrere tausende Kilo Erdbeeren
Xaver-Fuhr-Straße 101, 68163 Mannheim

(308) 05.2018

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