Weihnachtsmarkt, Wasserturm

1 Dez

reibekuchen

Es gibt ja Leute, die hassen den Weihnachtsmarkt am Wasserturm. „Zu viel Trubel, zu primitiv, zu wenig Fantasie“, sagen sie. Manche gehen dann zum „alternativen“ Weihnachtsmarkt in die Kapuzinerplanken. So verwandelt sich mein Standort zur Frage des Stils, zu Status, zum Bekenntnis und Mannheim wird in der Vorweihnachtszeit zur geteilten Stadt, zum Glück ohne jegliche Mauern und Grenzen. Sicher, am Wasserturm ist es a u c h derb. Da fragst du besser nicht, ob der halbe Meter Bratwurst bio ist. Hier lebt vielmehr die Idee eines Marktes, der nicht nur romantisch ist, sondern auch Wettbewerb. Der Strom der Besucher, der sich durch das dichte Geflecht aus Buden schiebt, begünstigt wie in einer unbekannten mathematischen Reihe den Einen, lässt hier eine Schlange entstehen, während gegenüber ein anderer Händler in seiner Bude sitzt und zum hoffnungslosen Verlierer wird.

gluehweinhütte

Schließlich gibt es aber auch noch Gewissheiten und Traditionen. Hier ist an erster Stelle das historische Etagenkarussell zu nennen, das für mich eigentlich seit Jahrzehnten das Herz des Marktes darstellt. Mag sein, dass sein Spielorgelwerk dem ein oder anderen zu nervig laut erschallt, aber nach dem obligatorischen Gang zum Glühweinstand sollten sich die Nerven wieder beruhigt haben und spätestens nach der zweiten Tasse Dornfelder-Glühwein badest du selig in der fröhlich munteren Menge, besonders, wenn ein Engel dir Gesellschaft leistet.

weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt am Wasserturm
von Ende November bis zum 23. Dezember

täglich 11:00 – 21:00 Uhr

(25) 12.2012

Schaufenster 41

9 Dez

Antiquitätenhändler scheinen ganz gut mit Zeit umgehen zu können.

Schaufenster 41
Am Friedrichsplatz
68161 Mannheim

(333) 12.2018

Übungsturm Hauptfeuerwache

1 Dez

Ein Gebäude, wie ich es in Mannheim bisher noch nicht gesehen habe. Der Übungsturm der neu erbauten Hauptfeuerwache kommt markant und frisch rüber. Er dient den Feuerwehrleuten für Kletter- und Höhenrettungsübungen, der sichere Einstieg durch ein Fenster im dritten Stock muss ja auch erstmal gelernt werden. Die Notrufnummer lautet aber immer noch 112.
Übrigens dauerte der Bau der gesamten Hauptwache vom 1. Spatenstich bis zur Einweihung im März 2017 nur zwei Jahre. Also, geht doch.

Übungsturm Hauptfeuerwache
Gert-Magnus-Platz 1
68163 Mannheim Neckarau

(332) 12.2018

Schützenhaus

9 Nov

In letzter Zeit erreichten dieses Blog irritierend viele Suchanfragen zum Schützenhaus, bis es mir endlich dämmerte, dass nicht die im Käfertaler Wald gelegene Einkehr gefragt ist, sondern jenes verlassen wirkende Gebäude an der Feudenheimer Au, das, wenn wir mit den Rädern vorbeikamen, nie einen besonders einladenden Eindruck gemacht hatte und welches ich aus Höflichkeit hier bei Alles Mannheim bisher ignorierte.

Die gesteigerte Aufmerksamkeit für dieses Anwesen erklärt sich dadurch, dass die Afd-Partei hier regelmäßig Veranstaltungen abhält und nun gut, wer Jagd auf die Kanzlerin macht, trifft sich im Schützenhaus. Apropos: Treffen sich zwei Jäger… Im Ernst, diese Partei wäre nichts für mich. Es gibt gute Gründe, unzufrieden zu sein, aber dieses Sammelbecken für Unzufriedene ist durch ihre Wahlerfolge zur geöffneten Büchse der Pandora geworden und keiner ist mehr in der Lage, die Macht- und Gewaltfantasien ihrer Mitglieder und Sympathisanten einzufangen. Ich halte dem Vorstand der Mannheimer Afd allerdings zugute, dass er sich wenigstens zur biederen Partei-Mitte bekennt, die mit folgenden Worten den hochkantigen Rauswurf des Thüringer Parteikollegen Höcke fordert: „Dieser komplett aus den Fugen geratene Größenwahnsinnige verrichtet ein einzigartiges Zerstörungswerk in Deutschland, indem er die Afd […] für breite Wählerschichten unwählbar macht.“ Und weiter: „Eine Höcke-Afd wäre eine rechtsextreme Partei[…] Es ist die Aufgabe eines jeden, der aus der dunkelsten Zeit unserer Geschichte gelernt hat, egal ob innerhalb oder außerhalb der Afd, Flagge zu zeigen und mit aller Kraft dafür zu streiten, dass das niemals geschieht.“ Dieser Forderung komme ich hier gerne nach und besser hätte ich es kaum raushauen können, aber dann schießt eben auch gleich wieder einer quer und hält eben diesen Höcke für das Beste an der ganzen Afd. Nein danke. Übrigens wurde das deutsche Schützenwesen in das UNESCO Verzeichnis immaterielles Weltkulturerbe in Deutschland aufgenommen, wie auch das Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung. Aber ich glaube, mit Leitkultur meint die Afd was anderes. Jedenfalls, zur Sonne, zur Freiheit werden uns diese Leute nicht führen. Eher hinters Licht, wo es dann dunkel wird. Demokratie gilt ihnen ja auch nur als Mittel zur Anhäufung von Macht. Und was für einen Sieg kann ich denn erringen, wenn ich nicht gegen ungerechte Kapital- und Besitzverhältnisse, sondern gegen Migranten kämpfe. Lächerlich. Und das Geld wollen sie nach nationalistischen Kriterien verteilen, anstatt die Macht des Geldes zu brechen. So wird das nichts mit der Evolution. Verarschen kann ich mich selber. Aber bevor jetzt die Zeit hier anfängt rückwärts zu laufen, fahr ich mal lieber weiter.

Schützenhaus

(331) 11.2018

Vom Wasserturm

3 Nov

329 Artikel über Mannheim und nun erst vom Wasserturm, Mannheims Blickfang und Wahrzeichen Nummer 1? So langsam mache ich mich verdächtig und das völlig zu recht. Zeitlebens Mannheimer, den Turm täglich vor Augen, erfasst mich doch immer wieder ein Befremden bei seinem Anblick. Gleichwohl will ich voranstellen, den Wasserturm zu lieben, wie es mir von Kindesbeinen an beigebracht wurde und auch wir haben unseren Kindern gelehrt ihn zu lieben. Es ist wahrscheinlich vielen Mannheimern so, dass sie ihn lieben und wie ich, ihn lieben müssen, obwohl für sich genommen der Mannheimer Wasserturm ganz und gar unerträglich erscheint. Man wird ihn also auch lieben, um seiner Unerträglichkeit zu entkommen.

Nicht seine ehemalig wohltuende Funktion zur städtischen Wasserversorgung ist hier Anlass der Ausführungen, sondern die Fassade, die Hülle, die dieses technische Bauwerk umgibt. Als sich die Stadt Mannheim für den Entwurf des gerade mal 23 jährigen Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber entschied, befasste man sich in Paris mit der kühnen Konstruktion des Eiffelturms. Das Einreichungs-Motto für unseren Turm „ars longa, vita brevis“ („Die Kunst ist lang, das Leben kurz.“) hauchte noch den Atem des studentischen „Gaudeamus igitur“ (lateinisch: Lasst uns also fröhlich sein!), doch nicht jugendlicher Aufbruch in die Avantgarde, sondern Bewunderung für Kaiser und imperiales Machtstreben schien unseren Architekten zu faszinieren und so entwarf er monumental im altrömischen Stil, mit behelmten Sphinxen links und rechts, die den Gedanken an erfolgreiche Eroberungen ferner Länder und Kulturen verkörperten. Schließlich hatte sich zu jener Zeit in Deutschland und auch in Mannheim der Ruf nach einem „Platz an der Sonne“ durchgesetzt, wie die Kolonialpolitik damals euphemistisch beworben wurde. Es war auch diese Überheblichkeit, gepaart mit der Verherrlichung des Militarismus, die geradewegs in den ersten Weltkrieg führte. Herausgekommen ist aber zunächst ein plumpes Bauwerk, das schon damals als runde Grabkapelle kritisiert wurde, in gelben(!) Sandstein. Die Planer der noch zu gestaltenden Friedrichplatz-Anlage waren gewarnt und versuchten zu retten, was kaum zu retten war, verwendeten kontrastreich roten Buntsandstein und versuchten das mißglückte Bauwerk so gut wie möglich einzubinden und aufzuwerten.

Lange habe ich nachgedacht, was genau Ursache für seine Hässlichkeit ist. Es ist das Fehlen jeglicher Dynamik am formprägenden Mittelteil des Turms, keine Verjüngung nach oben, nicht die leiseste Krümmung in der Senkrechten, die etwas Spannung gebracht hätte, die pure Starrheit, die man heute bei Dunkelheit notdürftig durch Licht zu kaschieren versucht, völlig vergeblich dies aber bei Tageslicht, wo er umso beharrlicher seine einfältige Dumpfheit zu verströmen scheint und auch die stumpf kegelförmige Kupferhaube vermag daran nichts zu ändern.
Der Architekt, der inzwischen in Berlin am Reichstag und später an Siegerallee und Kaiser Wilhelm Denkmal mitarbeitete, mag seinen Fehler geahnt haben. Es ist nicht bekannt, dass er zur Einweihung anwesend war. Was tun also, um heute Pein und Fremdscham zu begegnen? Abreißen ist keine Option, wir können ja nicht so tun, als hätte es in der Vergangenheit nie Fehler gegeben und schließlich steht der Turm unter Denkmalschutz, was wir dann auch getrost als Aufforderung wörtlich nehmen sollten: Denk mal! Dies weist uns nun den Weg aus misslicher Lage und nur so können wir frei seine Gestalt hinnehmen als das, was sie wohl ist, die Geschmacklosigkeit eines politisch-historischen Irrwegs und nur so gehe ich nun seine Stufen zum Balkon hinauf und geniesse die bescheidene Weitsicht, die er mir bietet.

Vom Wasserturm
Friedrichsplatz
68161 Mannheim

(330) 11.2018

Unnamed Road

28 Okt

Der sechste Geburtstag von ALLES MANNHEIM und mir fehlen viele Worte, nachdem gestern und vorgestern der großartige General Schweißtropf auf dem Nachtwandel alles Wichtige und Wesentliche was zu sagen ist aus dem Fenster des Blau hinausgerufen hat. Aber auch Google fehlen manchmal die Worte und bezeichnet diesen schmalen Weg am Neckarkanal zwischen MARUBA und Feudenheimer Schleuse als unnamed road, was aber völlig in Ordnung ist. Schließlich sind die unbekannten, unbenannten Wege manchmal auch die schönsten. Dem Neckar und dem Rhein fehlt übrigens das Wasser. Die Pegelstände sind auf historischem Tiefststand und durch das Niedrigwasser ist der zunehmend auf größere Schiffe getrimmte Flussverkehr erheblich eingeschränkt. Aktuell sind hier die Kleinen im Vorteil.
Jedenfalls ist ein Geburtstag auch eine Gelegenheit, danke zu sagen für eure Besuche. Danke! 🙂

Unnamed Road
68167 Mannheim

(329) 10.2018

14. Nachtwandel Kirchenstraße

27 Okt

Tolle Projektion auf eine Fassade in der Kirchenstraße anlässlich des 14. Nachtwandels. Die Musik im Hintergrund wurde an der Station nebenan von syrischen Musikern unabhängig davon gespielt. Bezaubernde Momente.

14. Nachtwandel
Kirchenstraße, Jungbusch

(AV 15) 10.2018

Ella & Louis

3 Okt

Hurra, Herbstblätter und Winter können kommen, wir haben einen Jazz Club! Der fehlte schon seit Ewigkeiten und plötzlich eröffnet er, mit den Worten unseres OBs, inmitten unserer Gesellschaft. (bei Mitte denke ich immer an Schieberegler) Jedenfalls nicht in Harlem, nicht die 52.Strasse, Mitte repräsentativ, meint Wasserturm, meint Rosengarten, meint keine Gefahr, keine Gentrifizierung, keine Kündigung, meint gute Geldgeber. Eine tolle Leistung, was Thomas Siffling, selbst stadtbekannter Jazztrompeter, hier auf den Weg gebracht hat.

Wenn jemand wie ich schon so lange auf einen Jazz Club gewartet hat, sind die Erwartungen natürlich riesengroß, groß wie die Namen Ella (Fitzgerald) und Loius (Armstrong) und allein schon die Idee eines Jazz Clubs finde ich inspirierend.

Nun die Treppe hinab, kleine Tumulte an der Kasse, sechzehen Euro fürs Konzert nicht wenig, Reservierung natürlich. Ich realisiere: wir sind doch nicht in einem schwarz-weiss Film, trotz newsboy caps, der Service mit breiten Hosenträgern a la 20er, 30er. Die Bühne ein bisschen hoch, lieber Gott, lass es keine Kleinkunst sein. Die aufgestellte leichte Holzbestuhlung kann man ja beiseite räumen, wenn getanzt wird. Meine attraktive Begleitung sorgt für die Sinnlichkeit, die der Einrichtung etwas abgeht. Also es ist kein Club Royale, mit Plüsch und so, der Style mit Holz, Backstein und Sichtbeton orientiert sich am aktuellen Design moderner metropoler Jazz Clubs. Eine große Bar und nun, in den Anfängen, muss sich alles noch füllen, die Regale mit Flaschen, mit Geist, füllen mit Publikum, mit Szene, mit guter Gesellschaft. Der gute Klang ist schon da. Zwei (!) Konzerte in der Woche und Barpiano zum Wochenausklang. Und auch die Mannheimer Jazzmusiker-Szene kommt ans Licht.
Und was wird aus meiner verklärten Vorstellung von Round Midnight, von Jam Sessions After Hours? Die Dealer in der Ecke sind schon lange von uns gegangen, der Kaffee morgens um halb vier kalt und ungetrunken, die dummen Sachen, nicht gemacht, der schwarze Edding ungenutzt. So ein Club nimmt dir die Zigarette aus dem Mund, wie es Mode ist heute, wie überall auf der Welt, er will dich gesund, bringt dich früh ins Bett. Die Drinks sind teuer genug, um rechtzeitig aufzuhören. Damit du morgen wieder ran kannst. Ist schon okay so. Will ja lebend wiederkommen. Bin eh schon lange Nichtraucher. Niemand muss für mich wegen der Kunst sein Leben geben. Aber, wenn jemand was riskiert, find ich’s großartig. Jazz gibt die Möglichkeit und der Club die Bühne. Wir haben die Chance, viel Neues zu entdecken. Sollten sie nutzen, regelmäßig.

Ella & Louis
Jazz Club
Rosengartenplatz 2
68161 Mannheim

(327) 10.2018

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