Tag Archives: Neckarstadt

Freie Räume

30 Mai

Lohnt es sich, für seine Rechte auf die Straße zu gehen und sie einzufordern?
Ja, tausende Mannheimer Jugendliche haben das bewiesen, als sie 1972/73 hartnäckig und mit vielen kulturellen Aktionen ein freies und selbstverwaltetes Jugendzentrum erstritten. Dies zeigt der Film „Freie Räume“, der versucht, die Jugendzentrumsbewegung nachzuzeichen und dabei insbesondere das Mannheimer JUZ in den Fokus nimmt, das damals für viele Jugendzentrumsgründungen bundesweit eine Vorbildfunktion einnahm.

Der Dokumentarfilm kommt ganz ohne Kommentar aus dem Off aus und lässt zwischen historischen Aufnahmen die mittlerweile älter gewordenen Akteure, die sich damals der „kapitalistischen Verwertungs-Logik“ widersetzten, zu Wort kommen. Er zeigt, dass die Forderungen an die Politik nicht zu kurz greifen dürfen, um ein Jugendzentrum überlebensfähig zu machen und verfolgt die Entwicklung des selbstverwalteten Mannheimer JUZ Friedrich Dürr aus der zentralen Innenstadtlage hinaus in die Neckarstadt. Auch Probleme werden von den Beteiligten offen ausgesprochen, sowie die Bedeutung, die Jugendzentren in Selbstverwaltung für Mitwirkende wie auch für manche Musikbands haben.

Selbstverwaltete offene Räume, die nicht einem Konsumzwang unterliegen, sind leider die seltene Ausnahme, das wird auch heutzutage bei einem Spaziergang durch die Stadt schnell klar. Gleichzeitig erscheinen sie mir für eine lebendige Demokratie dringend nötig, geschenkt bekommen wir diese aber wohl nicht.
Die Welturaufführung des Films, sowie eine Zusatzvorstellung im Cinema-Quadrat waren ausverkauft. Es folgt noch eine Aufführung am 12. Juni 2019.

Freie Räume
Dokumentarfilm zur Jugendzentrumsbewegung 102 Min.
Tobias Frindt

(355) 05.2019

Kreuz und quer durch Mannheim

2 Apr

Durch einen glücklichen Umstand gelangte vor kurzem eine kleine Schrift in meine Hände, die ich hier keinesfalls unerwähnt lassen möchte. Hinter dem schlichten Einband dieses Taschenheftes aus dem Jahr 1954 mit dem harmlos anmutenden Titel „Kreuz und quer durch Mannheim“ offenbart sich auf 71 Seiten ganz unerwartet ein riesiger Schatz alten Wissens über unsere Stadtgeschichte. Aber Stadtgeschichte ist gar nicht richtig gesagt, denn Mannheim gab es ja schon lange vor der Stadtgründung, als Dorf. Dieses Heft erwähnt zum Beispiel das im 13. Jahrhundert verschwundene Dornheim, ein Dorf, welches zwischen Wallstadt und dem Neckar lag. Es klärt uns auf über den Jungbusch, als einen jungen Wald im Überschwemmungsgebiet und wir erfahren, dass Mannheim vor der Industrialisierung eine sehr grüne Stadt gewesen sein muss. In der Schwetzingerstadt gab es den Augarten, eine botanische Anlage mit über 20.000 Pflanzenarten, einem Warmhaus und Orangerien, zur Erforschung winterharter Pflanzen. Anstelle der Neckarstadt fanden sich früher die Neckargärten, die unter den Bürgern ausgelost wurden und die ihnen zur Selbstversorgung wie auch der Erholung dienten. Pflügersgrundstrasse, Gärtner- und Ackerstrasse geben uns heute noch Hinweise hierauf. Dieses Büchlein, dass sich seinerzeit an die Jugend richtete, die geschichliche Entwicklung ihrer Stadt zu erspüren, ist fast wie ein Blog geschrieben, in überschaubaren, nicht chronologisch geordneten Abschnitten, aber dermaßen reich an Detail-Kenntnissen, dass mein Interesse für den Autor erwachte. Es ist der Historiker Friedrich Walter, der auch Direktor des Schlossmuseums und der erste Leiter des Mannheimer Stadtarchivs war. Alle Achtung. Mit seiner Schrift gelingt es ihm, obgleich wir uns heute meistens mit oberflächlichen Phänomen befassen, einen Sinn für tiefere Schichten zu wecken und er verdeutlicht, wie weit die Vergangenheit mit den Erscheinungen unserer Gegenwart noch verknüpft ist oder nicht, mehr noch aber rief er mir wieder in Erinnerung, wie veränderlich doch das ist, was wir als gegeben und in Stein gehauen ansehen.
Für Interessierte gibt es die Möglichkeit, sich in der Stadtbibliothek das kleine Buch zum Ausleihen zu bestellen.

Kreuz und quer durch Mannheim
Heimatliche Streifzüge
Taschenbuch 1954
Friedrich Walter
in Verbindung mit Wolfgang Poensgen

(347) 04.2019

Capitol

14 Mrz

Also Leute, so eine schönes Kino und so ein Theater! Dieses endlose hin und her wegen eines alten Sarotti-Mohrs. Ob er bleiben kann oder nicht. Natürlich kann der weg, der alte Kram. Das braucht kein Mensch. Ist doch sowieso Reklame. Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist. Ich meine, die alte Werbefigur ist von der Kolonialzeit geprägt, das sieht doch heutzutage ein Blinder mit Krückstock. Also was solls. Bevor sich jetzt noch mehr Leute dran aufgeilen und ihre Witze machen und extra große Mohrenköpfe kaufen und mit breitem Grinsen verspeisen, kommt er halt weg. Das ist im Grunde wie bei den Waldhof Buwe: Auf gehts und vorwärts! Sonst kannst du nicht gewinnen. Na ja, das Capitol. Früher waren da jede Woche super Konzerte, in der Schall und Rauch Ära von Matthias Graupner. Da sind auch viele schwarze Jazz Musiker aufgetreten. Manfred Rinderspacher, der Fotograf, hat davon viele wunderbare Fotos gemacht, die könnte man zeigen. Aber, das will wohl heute niemand wissen. Na ja, das Programm ist jetzt meistens mehr so… Kleinkunst oder Comedy. Wobei, das Capitol war auch mal ganz großes Kino. Das größte 1927 und ist immer noch wunderschön mit Kuppeldecke und so, herrlich. Es ist auf jeden Fall gut, dass kein Supermarkt draus geworden ist. Obwohl, nee, na ja doch.

Capitol
Eventhaus mit dem besonderen Flair für Konzerte, Music Shows, Comedy und Kabarett.
Waldhofstraße 2, 68169 Mannheim
0621 3367333

(345) 03.2019

Alter Messplatz

20 Sep

In diesem endlos erscheinenden Sommer lässt der Alte Messplatz mit seiner aufgekratzten wie entspannten Stimmung den Paradeplatz der Innenstadt absolut langweilig aussehen und offenbart sich im goldenen Licht milder Sommerabende als urbanes Herz Mannheims. Es ist nicht nur der Flair der fünfstöckigen Randbebauung von 1900; umgeben von Kultur, Alte Feuerwache, Einraumhaus, dem Projekt ALTER , Cafe Adria, Capitol, Theater Oliv etc. ist Einkaufen hier kein Thema, ausgenommen beim Lidl nebenan. Aus einer Reihe dünn aufsteigender Fontänen fällt Wasser auf warmen schwarzen Basalt, junge Breakdancer versuchen sich an neuen moves und neuen jumps, mit ihnen und den verstreut umstehenden Zuschauern wird das Bild einer urbanen Idylle perfekt. Es gibt keinen Grund hier ein Denkmal aufzustellen, nur das Lebendige zählt. Die Video- Überwachung-Kameras sehen das auch so.

Alter Messplatz
Neckarstsadt

(325) 09.2018

Before Sunrise in Mannheim

1 Aug

Der Film Before Sunrise von Richard Linklater aus dem Jahr 1995 ist sicherlich einer der romantischsten Filme überhaupt und ich liebe ihn, aber er spielt in Wien! Während des Films lassen sich die beiden auf der Durchreise befindlichen Hauptdarsteller stundenlang durch Wien treiben, sitzen im Cafe, stöbern in einem Plattenladen, übernachten im Park und derweil sie die ganze Zeit miteinander quatschen, verlieben sie sich. Selbstverständlich bedarf es keines Beweises, dass Mannheim ein ebenso guter Schauplatz für eine grandiose Liebesromanze ist, aber es reizt eben doch, gleich wie in Wien jenen Mannheimer Orten nachzuspüren, die verliebte Paare aufsuchen, als wäre es das natürlichste der Welt.

Bei den Wasserspielen unter den grün berankten Pergolen am Friedrichsplatz.

Am Werderplatz vor und auf den Treppen der Christus-Kirche

Wie im Film: Schallplatten und T-shirts stöbern im Comeback.

Über den Marktplatz in die Filsbach.

Am Neckarufer bei der Kulturtreppe.

Auf der Kurpfalzbrücke, Blick zum Neckar

Nach einem Imbiss im Mémoires d´Indochine

Im Jungbusch hinter der Popakademie am Verbindungskanal.

Auf dem grünen Rasen im Schillerpark.

Im Universitätsgelände über die Pflastersteine des historisch gestalteten Ehrenhofs des Barockschlosses.

Zum Schluss der Klassiker: Abschied am Bahnhof.

…to be continued

Before Sunrise in Mannheim

(319) 08.2018

Kurpfalzbrücke am Abend

26 Jul

Eigentlich könnte man ja jeden Tag ein Bild von der Kurpfalzbrücke aus schießen, aber heute war´s mal wieder besonders schön. Doch die scheinbar ruhige Stimmung täuscht. Am ersten Ferientag pulsiert abends bei 29°C am Alten Meßplatz das Leben. Und die wohl mehr als hundert Halsbandsittiche auf der entgegengesetzten Seite haben in ihrem Baum auch noch keine Ruhe gefunden und sind durch ihr lautes Zwitschern besser zu hören als zu sehen.

Kurpfalzbrücke am Abend

(317) 07.2018

Neckarbrückenblues

19 Okt

Joy Flemings Neckarbrückenblues kam 1972 heraus und lief zu dieser Zeit häufiger im Radio. Der Song traf mich mit voller Wucht in meiner pubertären Phase. Ich meine, ich war in einem Alter, in dem ich, wie man so schön sagt, keine Ahnung hatte. Das Lied beunruhigte und begeisterte, faszinierte und verstörte mich gleichermaßen. In der Schule und zu Hause wurde streng hochdeutsch gesprochen. Her, her mol her… das kam schon einem Wohnungseinbruch gleich … was ich dir jetzt saage will… und dann noch per du …des is ä klääni Gschicht vun geschtern morge… brühwarm ….do is de Briefträger zu ma kumme und hot gsacht, her Kläni, geh mol her, ich hab da was zu saage… und bis dahin war mir völlig unbekannt, dass man mit Briefträgern sprechen konnte, oder gar von ihnen mit Du angesprochen wird und überhaupt, was ist das für eine Welt? …deun Karl is schun widder iwwer die Brick, iwwer die Brick is er widder niwwer zu der onnere… da gings um was, von dem ich nur wusste, dass mans nicht machen sollte, aber dann abgeklärt… da hab ich zu dem Briefträger gsacht: her mol, des is moin Karl sei Sach… souverän …ma zwingt kään Mensch zu soinem Glick… und das liegt ja wohl eindeutig in den Armen der Sängerin … und wann er mähnt, er muss iwwer die Brück, soll er doch, soll er doch, soll er doch… schreit sie ihm nach… Ich wees, der kummt a widder zurück, der kummt schun widder, wann er Hunger hot…oh yeah oh yeah oh yeah… schraubt sich die Stimmung bedrohlich nach oben, beruhigt sich aber wieder unerwartet … Die Männer… noch bin ich kein Mann, aber mein Schicksal scheint besiegelt … kumme alleweil widder zurück, dann sin se hungrisch oder kronk… ich werde Frauen verlassen und als armer Hund wieder vor der Tür stehen müssen… Gott sei Donk… wie? dass ich hungrig und krank bin? Schöne Aussichten, ich gehe grad aufs Gymnasium und lerne Latein. Aber mein Vater, was macht der eigentlich? …und ach moin Karl g´heert zu derre Sort, gottseidank gottseidank gottseidank… Bis jetzt war ja vom Karl nichts gutes zu hören, aber er scheint doch auch seine geheimen Vorzüge zu haben. … Nä, so oft kann der gar net fort, wie er widder zurück kummt iwwer die Brick… aber er ist wohl auch ein Schwächling und sie hat irgendwie den Kochlöffel wie ein Zepter in der Hand… do steht er schun widder an de Dür, moin Karl… das Piano setzt perfekte Akzente …un donn sacht er ganz fresch zu mir: Kläni her mol her, ich geh mol schnell uff ä Bier, ich bin bald widder zurück… das Wort Schäferstündchen kannte ich damals irgendwie schon, und es schien sich wohl genau hierum zu handeln, andererseits könnte dieses Stündchen aber auch im Puff verbracht werden und wenn dies zuträfe, wäre die Richtung klar: Sie wohnt in der Innenstadt und er geht über die Jungbuschbrücke in die Lupinenstraße. Das Wort Moral hatte für mich noch keine Bedeutung, wohl aber gut und schlecht …oh Karl, oh Karl, oh Karl, oh Karl … zugleich vorwurfvoll und schicksalhaft, göttlich …du hoschst doin Hut tief im Genick… nie wirklich verstanden …ich wääß ganz genau, jetzt geht er wieder iwwer die Brick, er geht wieder iwwer die Mannemer Brick… und dann geht es hin und her und her und hin, furios und wie im Zeitraffer …riwwer und niwwer… und gut und schlecht, plus und minus, Ablehnung und Anziehung …kumm zurück… Quadrate, Neckarstadt, man weiß gar nicht wo,…Mannemermannemermannemer… in dieser Geschwindigkeit ist der Standort nicht mehr klar auszumachen und …riwwer und niwwer… „hier und dort“ verschmelzen schließlich zu einem phänomenalen Dazwischen: …die Mannemer Neckarbrück.

Absolut großartig in Szene gesetzt mit Gesang, Bass, Schlagzeug, Klavier und Gitarre. 12 Points!

Neckarbrückenblues
gesungen von Joy Fleming
Text: Carl J. Schäuble, Erna Strube
1972

(288) 10.2017

Neckarwiese

19 Jun

Vergleicht man die Mannheimer Neckarwiese mit der Heidelberger, wird der essenzielle Unterschied zwischen beiden Städten deutlich. Dort ein kleines Stück kultiviertes Rasengrün mit Blick auf die romantische Schloßruine, Promenade und Bänke, auf denen man sich ohne weiteres über Joseph von Eichendorffs Taugenichts mit japanischen Studentinnen austauscht, oder hier kilometerlang naturbelassene Wiese, die schätzungsweise höchstens zwei mal jährlich eine Mahd erhält, Blick auf Industrieanlagen und Strommasten und wenn´s gut läuft, kannst du hier mit einem Ceylan-Spruch punkten. Dort gepflegte öffentliche Toilettenanlagen und hier .. ähh… Aber mal ehrlich, wenn ich wählen müsste, wo ich meinen Urlaub verbringen sollte, auf dem Rasen oder auf der Wiese, also da kannst du mich auch gleich fragen, ob ich ins Schwimmbad will oder ans Meer. Weeschwie’sch-män?

Neckarwiese

(276) 06.2017

Uhland!

7 Okt

Wir sind nicht mehr am ersten Glas,
Drum denken wir gern an dies und das,
Was rauschet und was brauset.

Ludwig Uhland

20161007_193443-001

Immer noch mit diesem Ausrufezeichen, vielleicht sogar jetzt erst recht kämpferisch, nachdem das Wirtshaus die Beschaulichkeit der Uhlandstraße unfreiwillig hat verlassen müssen. Nun an die Front gezogen in die Lange Rötterstraße, ganz nahe am alten Messplatz, in die Räume des nicht weniger traditionsreichen ehemaligen Finkenwirt. Die Uhlandbücher mitgenommen, in Nischen gestellt, hier kein großer überschaubarer Gastraum mehr, eher ein langgezogener Gang, eher konspirativ, fast verschwörerisch, als träfen wir uns in Hinterzimmern zwischen dunklem Gebälk zum Diskutieren, Aktionen planen, oder anderentags zum Schach spielen beim badischen Tannenzäpfle, jedenfalls freiheitlich demokratisch gesinnt. Mag sein, dass die Feinheiten der Küche wegen der existenziellen Fragen etwas auf der Strecke bleiben, ich weiß es nicht. Hier aber weiß man vom „Häuserkampf“ in der Neckarstadt und, aktuell scheint es mir, entwickelt sich dieser Ort für die, die in der Nachbarschaft wohnen, aber auch für uns, da wir nach einer Kulturveranstaltung sei es im Capitol, der Feuerwache, dem Einraumhaus oder dem Theater Oliv gerade in der Nähe sind, zu besonderer Bedeutsamkeit.

Uhland!
Wirtshaus
Lange Rötterstrasse 10
68167 Mannheim
0621/34257

(243) 10.2016

Nubes

28 Aug

Man könnte zurecht fragen, ob ich nichts Besseres zu tun hätte, als irgendwelchen Graffitis hinterzujagen und tatsächlich interessierten mich gekritzelte Schriftzeichen bisher eigentlich wenig. Die Wahrheit aber ist, nicht ich verfolge sie, sondern sie verfolgen mich. Genau genommen eigentlich nur eines: NUBES

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Es kommt mir vor, als sah ich noch nie zuvor einen uninspirierteren Schriftzug und doch beansprucht er für sich trotz seiner scheinbaren Einfallslosigkeit jeden Raum. Da, wo andere versuchen, originelle oder kunstvoll verschachtelte Tags zu kreieren, setzt Nubes auf fette Lesbarkeit. Eine bewusste Provokation?
Jedenfalls ist die Situation wohl auch so, dass sein derart geäußertes Geltungsbedürfnis etwas zwanghaftes, gewissermaßen eine Sucht entfaltet hat. OPIAT NUBES.

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So geht es also auch um den Kick. Die Art und Weise und die Häufigkeit, mit der hier Energie versprüht wird, lassen mich NUBES nur als einen jungen Mann denken. Klischee? Sicher, es handelt sich auch um eine Form des Besitzergreifens ohne Geld, Privilegien oder Rechte und wirft dabei auch immer die Frage nach sozialer Gerechtigkeit auf. Bleibt aber die Antwort schuldig.

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Plötzlich entdecke ich Variationen, heiter und beschwingt, gute Stimmung, vielleicht andere Drogen. Die kess angehängt Zahl 99 will möglicherweise einen Hinweis auf den Geburtsjahrgang geben. Jugendlicher Leichtsinn, ein Trittbrettfahrer oder raffinierte Nebelkerzen?

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Unerwartete Entwicklung. Entdeckung der Vielfalt von Formensprache. Erste Schritte in Richtung Abstraktion. Darf ich hoffen?
Oder in Mannheim auch mal so: Hey Nubes, mach ä mol halblong. Isch glaab, sreichd jedzd. Konnschd uffhöhre.

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Aber Nubes macht weiter. Vollendet. Fantastisch…

(240) 08.2016
Nubes
Westliche Unterstadt, Oststadt, Neckarstadt, Schwetzingerstadt

Einen vertiefenden, spannenden Einblick in die Szene gibt zum Beispiel der Blog: die kollektive Offensive

Herzogenriedpark

26 Jul

Herzogenriedpark

Herzogenriedpark – wir kommen am Kassenhäuschen herein. Mit dem etwas günstigerem Eintritt und der umrahmenden Herzogenried-Bebauung hat er fast schon etwas von einem Volkspark. Beeindruckend und prägend die alten Kastanienalleen, auf denen wir entspannt entlangwandeln, ohne dabei Fahrradfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer gefährden zu können.

Herzogenriedpark3

Der Herzogenriedpark bietet eine Menge und ist gerade auch mit Kindern immer eine Option. Sportplatz, Spielplätze, Wasserstrahlschießen, Trampolin, Bouleplätze, Minigolf, Tischtennisplatten, Ziegen, Wiesen sind absolut wirksame Mittel, wenn die häusliche Decke mal wieder auf den Kopf zu fallen droht. Schließlich noch ein prächtiger Rosengarten, der zum Schauen und Schnuppern anregt und obendrein auch die Zutaten für geheime Rosenblütenzauberparfüms für Prinzen und Prinzessinnen bereit hält.

Herzogenriedpark2

Ganz klar, der Herzogenriedpark ist überhaupt nicht zu verachten. Er ist nicht darauf ausgerichtet, in dem hohen Maße wie der Luisenpark vermeintliche touristische Erwartungen zu erfüllen und das tut ihm und uns gut.

Herzogenriedpark Mannheim
Max-Joseph-Straße 64
68169 Mannheim

(165) 07.2014

Max-Joseph-Straßenfest

11 Mai

Max-Joseph-Straßenfest

Das Max-Joseph-Straßenfest ist kein schlichtes Stadtteilfest, sondern das Fest einer Idee in einem Stadtteil. Seit seinen Anfängen im Jahre 1993 steht es für Toleranz und Miteinander, statt feindliche Gesinnung gegenüber Fremden. Im Mittelpunkt freilich auch üppige Reihen von Bierbänken, auf denen wir uns in familiärer Atmosphäre niederlassen, nachdem wir an den umrahmenden Ständen der Initiativen und Projekte vorbeigeschlendert sind. Diese wiederum bieten neben Reispfannen und Bratwurst vielfältige Beispiele für kulturelle Offenheit. Wir treffen hier auf den Bermudafunk, den Frauenbuchladen Xanthippe, den CSD. Ein Anarcho-Flohmarkt und auch die interkulturellen Waldorfschule sind vertreten. Bei aller Wiedersehensfreude, und das Max-Joseph-Straßenfest ist ein Fest des Wiedersehens, beginne ich mich nun doch zu wundern, über die vielen bekannten Gesichter meiner Generation und mich beschleicht die Frage, ob dies hier nun die Sache der sozial Bewegten aus den 1950er und -60er Jahrgängen ist? Wo bleibt der Nachwuchs der Weltverbesserer? Glücklicherweise erspähe ich unter den üblichen verdächtigen Gleichgesinnter doch manchen jungen Menschen und auch unter den Gästen sind Eltern, die mit Kind und Kegel gekommen sind.
Die Bevölkerungsschichten wandeln sich, die Neckarstadt-Ost ist begehrte Lage. Wie wär´s mit einem Deal: Erhaltet uns dieses schönste und wichtigste Straßenfest Mannheims jung. Derweil bemühen wir uns, nicht zu schnell zu Greisen zu werden…Lang lebe das Max-Joseph-Straßenfest!

Max-Joseph-Straßenfest
im Mai
Neckarstadt, Mannheim

(142) Mai 2014

Alte Feuerwache

30 Jun

Mannheim ist nicht Istanbul und auch nicht Klein-Instanbul, der alte Messplatz nicht der Taksim Platz. Doch der Anblick der Alten Feuerwache erinnert mich an eine Protestbewegung, ohne die es die Alte Feuerwache gar nicht mehr geben würde.

feuerwache2

Es war in den siebziger Jahren unseres vergangenen Jahrhunderts: Die Stadtverwaltung hatte sich am space-age Fieber angesteckt. Fernmeldeturm, Collini-Center, Aero-Bus und Multi Halle sind Zeugnisse jener euphorischen Zeit. Dieser ganz auf eine optimistische Zukunft gerichtete Blick wurde durch die historische alte Feuerwache gestört, die ihren ursprünglichen Nutzen nicht mehr innehatte und der mächtigen Neckarufer-Nord-Bebauung geopfert werden sollte. Ausgerechnet Musiker, Kulturschaffende und junge Leute stellten sich bewahrend dem geplanten Abriss entgegen und organisierten Samstag für Samstag ganz ohne Facebook und Twitter freie Konzerte, zu denen tausende Menschen strömten. Die hartnäckige Protestbewegung finanzierte sich durch Verkauf von Bier und heute undenkbar, Schmalzbrote, die, ich muss es sagen, absolut lecker waren.
Schließlich setzte sich die Bürgerinitiative „Musikwerkstatt Alte Hauptfeuerwache e. V.“ mit ihren Forderungen zum Erhalt und kreativer Nutzung des Gebäudes durch, die Stadtverwaltung gab nach. Der Protest war ein mächtiger Erfolg. Auf Wikipedia findet man noch weiteres hierzu.
Wer zufällig in Hamburg das Miniaturland besucht, kann auch dort mal nach der alten Feuerwache schauen, die hier als Modell nachgebaut ist.

ALTE FEUERWACHE MANNHEIM gGmbH
BRÜCKENSTRASSE 2
68167 MANNHEIM

T 0049 / (0)621 / 293 92 81

(66) 06.2013

Bermudafunk

2 Apr

Turn the radio on!
bermuda
Ich schätze mal, auf keinem Radiosender im Mannheimer Empfangsbereich wirst du mehr brummende Kabelverbindungen, Versprecher, oder holprige Übergänge hören, als bei Bermudafunk. Die Vorzüge dieses Umstands sind offensichtlich: Du erkennst deinen Sender sofort auch ohne Displayanzeige, du erhältst Gelegenheit, eingefahrenen Hörgewohnheiten kritisch zu hinterfragen und dazu eine eindeutige Botschaft:
Dieser Funk ist nicht perfekt, sondern anders.
Die Vielfalt des Programms zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Sendung sprengen, schließlich wird das freie Radio Rhein-Neckar produziert von – oh Schreck – Menschen wie du und ich! Keine Jingles, keine Werbung, dafür engagierte Textbeiträge und abseitige Musik. Jeder kann mitmachen, zum Beispiel bei  Rhein-Neckar Babylon auf Spanisch oder pfälzisch. Das ist zwar noch keine Revolution, aber wenn die mal stattfindet, wird Bermudafunk bestimmt exklusiv berichten und über live Stream sogar weltweit. Da erlaube ich mir doch schon mal einen Gruß unserer französischen Nachbarn:
Vive la Liberte´, vive la Radio Bermudafunk!

bermuda.funk
Freies Radio Rhein­-Neckar e.V.

Alte Feuerwache
Brückenstraße 2-4
68167 Mannheim

(45) 04.2013

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