Tag Archives: Neckarstadt

Freie Räume

30 Mai

Lohnt es sich, für seine Rechte auf die Straße zu gehen und sie einzufordern?
Ja, tausende Mannheimer Jugendliche haben das bewiesen, als sie 1972/73 hartnäckig und mit vielen kulturellen Aktionen ein freies und selbstverwaltetes Jugendzentrum erstritten. Dies zeigt der Film „Freie Räume“, der versucht, die Jugendzentrumsbewegung nachzuzeichen und dabei insbesondere das Mannheimer JUZ in den Fokus nimmt, das damals für viele Jugendzentrumsgründungen bundesweit eine Vorbildfunktion einnahm.

Der Dokumentarfilm kommt ganz ohne Kommentar aus dem Off aus und lässt zwischen historischen Aufnahmen die mittlerweile älter gewordenen Akteure, die sich damals der „kapitalistischen Verwertungs-Logik“ widersetzten, zu Wort kommen. Er zeigt, dass die Forderungen an die Politik nicht zu kurz greifen dürfen, um ein Jugendzentrum überlebensfähig zu machen und verfolgt die Entwicklung des selbstverwalteten Mannheimer JUZ Friedrich Dürr aus der zentralen Innenstadtlage hinaus in die Neckarstadt. Auch Probleme werden von den Beteiligten offen ausgesprochen, sowie die Bedeutung, die Jugendzentren in Selbstverwaltung für Mitwirkende wie auch für manche Musikbands haben.

Selbstverwaltete offene Räume, die nicht einem Konsumzwang unterliegen, sind leider die seltene Ausnahme, das wird auch heutzutage bei einem Spaziergang durch die Stadt schnell klar. Gleichzeitig erscheinen sie mir für eine lebendige Demokratie dringend nötig, geschenkt bekommen wir diese aber wohl nicht.
Die Welturaufführung des Films, sowie eine Zusatzvorstellung im Cinema-Quadrat waren ausverkauft. Es folgt noch eine Aufführung am 12. Juni 2019.

Freie Räume
Dokumentarfilm zur Jugendzentrumsbewegung 102 Min.
Tobias Frindt

(355) 05.2019

Kreuz und quer durch Mannheim

2 Apr

Durch einen glücklichen Umstand gelangte vor kurzem eine kleine Schrift in meine Hände, die ich hier keinesfalls unerwähnt lassen möchte. Hinter dem schlichten Einband dieses Taschenheftes aus dem Jahr 1954 mit dem harmlos anmutenden Titel „Kreuz und quer durch Mannheim“ offenbart sich auf 71 Seiten ganz unerwartet ein riesiger Schatz alten Wissens über unsere Stadtgeschichte. Aber Stadtgeschichte ist gar nicht richtig gesagt, denn Mannheim gab es ja schon lange vor der Stadtgründung, als Dorf. Dieses Heft erwähnt zum Beispiel das im 13. Jahrhundert verschwundene Dornheim, ein Dorf, welches zwischen Wallstadt und dem Neckar lag. Es klärt uns auf über den Jungbusch, als einen jungen Wald im Überschwemmungsgebiet und wir erfahren, dass Mannheim vor der Industrialisierung eine sehr grüne Stadt gewesen sein muss. In der Schwetzingerstadt gab es den Augarten, eine botanische Anlage mit über 20.000 Pflanzenarten, einem Warmhaus und Orangerien, zur Erforschung winterharter Pflanzen. Anstelle der Neckarstadt fanden sich früher die Neckargärten, die unter den Bürgern ausgelost wurden und die ihnen zur Selbstversorgung wie auch der Erholung dienten. Pflügersgrundstrasse, Gärtner- und Ackerstrasse geben uns heute noch Hinweise hierauf. Dieses Büchlein, dass sich seinerzeit an die Jugend richtete, die geschichliche Entwicklung ihrer Stadt zu erspüren, ist fast wie ein Blog geschrieben, in überschaubaren, nicht chronologisch geordneten Abschnitten, aber dermaßen reich an Detail-Kenntnissen, dass mein Interesse für den Autor erwachte. Es ist der Historiker Friedrich Walter, der auch Direktor des Schlossmuseums und der erste Leiter des Mannheimer Stadtarchivs war. Alle Achtung. Mit seiner Schrift gelingt es ihm, obgleich wir uns heute meistens mit oberflächlichen Phänomen befassen, einen Sinn für tiefere Schichten zu wecken und er verdeutlicht, wie weit die Vergangenheit mit den Erscheinungen unserer Gegenwart noch verknüpft ist oder nicht, mehr noch aber rief er mir wieder in Erinnerung, wie veränderlich doch das ist, was wir als gegeben und in Stein gehauen ansehen.
Für Interessierte gibt es die Möglichkeit, sich in der Stadtbibliothek das kleine Buch zum Ausleihen zu bestellen.

Kreuz und quer durch Mannheim
Heimatliche Streifzüge
Taschenbuch 1954
Friedrich Walter
in Verbindung mit Wolfgang Poensgen

(347) 04.2019

Capitol

14 Mrz

Also Leute, so eine schönes Kino und so ein Theater! Dieses endlose hin und her wegen eines alten Sarotti-Mohrs. Ob er bleiben kann oder nicht. Natürlich kann der weg, der alte Kram. Das braucht kein Mensch. Ist doch sowieso Reklame. Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist. Ich meine, die alte Werbefigur ist von der Kolonialzeit geprägt, das sieht doch heutzutage ein Blinder mit Krückstock. Also was solls. Bevor sich jetzt noch mehr Leute dran aufgeilen und ihre Witze machen und extra große Mohrenköpfe kaufen und mit breitem Grinsen verspeisen, kommt er halt weg. Das ist im Grunde wie bei den Waldhof Buwe: Auf gehts und vorwärts! Sonst kannst du nicht gewinnen. Na ja, das Capitol. Früher waren da jede Woche super Konzerte, in der Schall und Rauch Ära von Matthias Graupner. Da sind auch viele schwarze Jazz Musiker aufgetreten. Manfred Rinderspacher, der Fotograf, hat davon viele wunderbare Fotos gemacht, die könnte man zeigen. Aber, das will wohl heute niemand wissen. Na ja, das Programm ist jetzt meistens mehr so… Kleinkunst oder Comedy. Wobei, das Capitol war auch mal ganz großes Kino. Das größte 1927 und ist immer noch wunderschön mit Kuppeldecke und so, herrlich. Es ist auf jeden Fall gut, dass kein Supermarkt draus geworden ist. Obwohl, nee, na ja doch.

Capitol
Eventhaus mit dem besonderen Flair für Konzerte, Music Shows, Comedy und Kabarett.
Waldhofstraße 2, 68169 Mannheim
0621 3367333

(345) 03.2019

Alter Messplatz

20 Sep

In diesem endlos erscheinenden Sommer lässt der Alte Messplatz mit seiner aufgekratzten wie entspannten Stimmung den Paradeplatz der Innenstadt absolut langweilig aussehen und offenbart sich im goldenen Licht milder Sommerabende als urbanes Herz Mannheims. Es ist nicht nur der Flair der fünfstöckigen Randbebauung von 1900; umgeben von Kultur, Alte Feuerwache, Einraumhaus, dem Projekt ALTER , Cafe Adria, Capitol, Theater Oliv etc. ist Einkaufen hier kein Thema, ausgenommen beim Lidl nebenan. Aus einer Reihe dünn aufsteigender Fontänen fällt Wasser auf warmen schwarzen Basalt, junge Breakdancer versuchen sich an neuen moves und neuen jumps, mit ihnen und den verstreut umstehenden Zuschauern wird das Bild einer urbanen Idylle perfekt. Es gibt keinen Grund hier ein Denkmal aufzustellen, nur das Lebendige zählt. Die Video- Überwachung-Kameras sehen das auch so.

Alter Messplatz
Neckarstsadt

(325) 09.2018

Before Sunrise in Mannheim

1 Aug

Der Film Before Sunrise von Richard Linklater aus dem Jahr 1995 ist sicherlich einer der romantischsten Filme überhaupt und ich liebe ihn, aber er spielt in Wien! Während des Films lassen sich die beiden auf der Durchreise befindlichen Hauptdarsteller stundenlang durch Wien treiben, sitzen im Cafe, stöbern in einem Plattenladen, übernachten im Park und derweil sie die ganze Zeit miteinander quatschen, verlieben sie sich. Selbstverständlich bedarf es keines Beweises, dass Mannheim ein ebenso guter Schauplatz für eine grandiose Liebesromanze ist, aber es reizt eben doch, gleich wie in Wien jenen Mannheimer Orten nachzuspüren, die verliebte Paare aufsuchen, als wäre es das natürlichste der Welt.

Bei den Wasserspielen unter den grün berankten Pergolen am Friedrichsplatz.

Am Werderplatz vor und auf den Treppen der Christus-Kirche

Wie im Film: Schallplatten und T-shirts stöbern im Comeback.

Über den Marktplatz in die Filsbach.

Am Neckarufer bei der Kulturtreppe.

Auf der Kurpfalzbrücke, Blick zum Neckar

Nach einem Imbiss im Mémoires d´Indochine

Im Jungbusch hinter der Popakademie am Verbindungskanal.

Auf dem grünen Rasen im Schillerpark.

Im Universitätsgelände über die Pflastersteine des historisch gestalteten Ehrenhofs des Barockschlosses.

Zum Schluss der Klassiker: Abschied am Bahnhof.

…to be continued

Before Sunrise in Mannheim

(319) 08.2018

Kurpfalzbrücke am Abend

26 Jul

Eigentlich könnte man ja jeden Tag ein Bild von der Kurpfalzbrücke aus schießen, aber heute war´s mal wieder besonders schön. Doch die scheinbar ruhige Stimmung täuscht. Am ersten Ferientag pulsiert abends bei 29°C am Alten Meßplatz das Leben. Und die wohl mehr als hundert Halsbandsittiche auf der entgegengesetzten Seite haben in ihrem Baum auch noch keine Ruhe gefunden und sind durch ihr lautes Zwitschern besser zu hören als zu sehen.

Kurpfalzbrücke am Abend

(317) 07.2018

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